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Die Deutschen sind sich einiger, als sie glauben

"Deutschland spricht"  

Die Deutschen sind sich einiger, als sie glauben

24.09.2018, 12:38 Uhr | job, t-online

Die Deutschen sind sich einiger, als sie glauben. Menschen diskutieren auf der zentralen "Deutschland spricht"-Veranstaltung in Berlin: Viele Diskussionspaare waren sich einiger, als sie dachten. (Quelle: Alexander Prost für ZEIT ONLINE)

Menschen diskutieren auf der zentralen "Deutschland spricht"-Veranstaltung in Berlin: Viele Diskussionspaare waren sich einiger, als sie dachten. (Quelle: Alexander Prost für ZEIT ONLINE)

Mehr als 8.000 Deutsche haben sich am Sonntag getroffen, um über Politik zu streiten. Doch viele entdeckten: So weit liegen sie gar nicht auseinander.

Deutschland schreit sich an – aber Deutschland spricht nicht wirklich miteinander. Diesen Eindruck gewinnt man derzeit oft. In den Städten stehen sich auf den Demos die Unversöhnlichen gegenüber. Im Bundestag beschimpfen sich Volksvertreter wie schon lange nicht mehr. Und das einzig verlässliche an der neuen Bundesregierung ist bisher, dass es alle paar Monate richtig knallt.

Der Sonntag bot ein anderes Bild. In Cafés und auf Terrassen in ganz Deutschland trafen sich Menschen, die sich vorher noch nie gesehen hatten, um zu reden. Und das, gerade weil sie politisch scheinbar ziemlich weit voneinander entfernt sind.

Es passierte etwas Überraschendes. Viele bemerkten: Wenn man erst mal miteinander spricht, dann sind die Unterschiede oft gar nicht mehr so groß.



"Deutschland spricht" heißt das Format, das von "Zeit Online" ins Leben gerufen  und in diesem Jahr von mehreren Medien ausgerichtet wurde. Sieben politische Fragen haben die Teilnehmer beantwortet. Dann hat der Computer Menschen zusammengeführt, die dabei möglichst weit auseinander lagen. 

28.000 Deutsche hatten diese Fragen beantwortet. So sah das Ergebnis aus:

Nach den Gesprächen berichten nun viele Teilnehmer: So weit auseinander wie bei den Fragen lagen wir im Gespräch gar nicht mehr.

Das war am Ende auch bei Max Luban und Dirk Plassek so, deren Gespräch t-online.de verfolgt hat. Eine Erkenntnis lautete: Wer miteinander spricht, der muss sich von Vorurteilen verabschieden.

Diese Erfahrung hat natürlich auch mit den Ja/Nein-Fragen zu tun, die die Teilnehmer für die Zusammenstellung der Paare beantworten mussten. Raum für Zwischentöne oder für Begründungen lassen sie nicht. Deshalb haben mehrere Teilnehmer festgestellt, dass die Gegensätze schwinden, wenn sie über Details sprechen.  

Eine Nutzerin kritisierte die Fragen deshalb auch in ihrem Feedback zur Aktion als zu überspitzt und verkürzt, um wirkliche Gegensatzpaare zu finden. Da ist sicherlich etwas dran.

Man könnte es jedoch auch als geglücktes soziales Experiment ansehen. Denn offenbar führen einfache Parolen zu Konflikten, die in einer differenzierten Diskussion gar nicht so groß wären.

Ein Gespräch kann im Idealfall dazu führen, dass man sein Gegenüber besser versteht – selbst wenn man am Ende nicht alle seine Meinungen teilt. So wie es diese Teilnehmerin in ihrem Feedback-Beitrag beschreibt: "Ich verstehe jetzt die Motivation und Sorgen, die hinter einigen Positionen steckten, sehr viel besser."

Und das könnte dazu führen, dass sich etwas ändert, hofft sie: "Ein reales Gespräch löst den Lagerkampf auf und ermöglicht, zusammen zu überlegen, wo denn Schritt für Schritt Lösungsansätze sein könnten."

Da ist sie sich mit diesem Teilnehmer einig:

Das ist doch ein Fazit, das Hoffnung macht: Solange Deutschland spricht, ist noch nichts verloren.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen

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