Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Gesellschaft >

Sexismus in Stasi-Gedenkstätte: Direktor Hubertus Knabe muss gehen

Sexismus in Stasi-Gedenkstätte  

Direktor Knabe muss Posten räumen

26.09.2018, 07:47 Uhr | dpa

Sexismus in Stasi-Gedenkstätte: Direktor Hubertus Knabe muss gehen. Hubertus Knabe: Der Chef der Stasiopfer-Gedenkstätte muss nach Sexismus-Vorwürfen gegen die Spitze der Einrichtung gehen. (Quelle: dpa/Maurizio Gambarini)

Hubertus Knabe: Der Chef der Stasiopfer-Gedenkstätte muss nach Sexismus-Vorwürfen gegen die Spitze der Einrichtung gehen. (Quelle: Maurizio Gambarini/dpa)

Paukenschlag nach den Sexismus-Vorwürfen in der Stasi-Gedenkstätte in Hohenschönhausen: Erst wird der Vize-Chef beurlaubt. Nun muss auch Direktor Knabe gehen.

Über die Affäre um sexuelle Belästigungen von Frauen in der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ist nun auch Direktor Hubertus Knabe gestürzt. Knabe werde ordentlich gekündigt, zugleich werde er vorläufig von der Arbeit freigestellt, teilte die Berliner Senatskulturverwaltung am Dienstag mit. Am Montag hatte Knabe bereits seinen Vize beurlaubt.

"Der Stiftungsrat hat kein Vertrauen, dass Herr Dr. Knabe den dringend notwendigen Kulturwandel in der Stiftung einleiten wird, geschweige denn einen solchen glaubhaft vertreten kann", hieß es zur Begründung in einer Pressemitteilung des Rates. Er hatte den Beschluss einstimmig gefasst. Knabe war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Noch am Montag hatte er mitgeteilt: "Wenn es Kritik gibt, dann gehört diese auf den Tisch." Knabe ist seit 2001 Direktor der Gedenkstätte.

Sexistisches Verhalten "der Führungsetage"

Knabes beurlaubter Stellvertreter soll ebenfalls gekündigt werden. Dem Vize-Direktor werde "schnellstmöglich und zum nächstzulässigen Termin ordentlich gekündigt", hieß es. Der Vize stand im Mittelpunkt von Anschuldigungen mehrerer früherer Mitarbeiterinnen, Volontärinnen und Praktikantinnen. In einem kürzlich bekannt gewordenen Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Berlins Kultursenator Klaus Lederer hatten sie "der Führungsetage" sexistisches Verhalten vorgeworfen. Sie formulierten Anschuldigungen über "erschreckende Regelhaftigkeit übergriffiger Verhaltensmuster".

In dem Brief vom Juni beschrieben die Frauen verbale Belästigungen mit sexuellem Charakter, "Berichte über private Aktivitäten wie Puff und Swinger-Club", "enge, fast intime körperliche Nähe und Berührung wie Streichen über die Arme, enge Umarmungen", aufdringliche Einladungen, nächtliche SMS sowie Mobbing.


Der Vize-Direktor war für eine Stellungnahme bislang nicht zu erreichen. In einer früheren Erklärung hatte die Gedenkstätte aber mitgeteilt, sein Anwalt habe Fehlverhalten und Mangel an Sensibilität eingeräumt. Die Gedenkstätte bezog sich dabei auf RBB-Informationen. Zugleich sei betont worden, das fehlerhafte Verhalten sei abgestellt worden, nachdem der Mitarbeiter vor gut zwei Jahren vom Direktor der Gedenkstätte darauf angesprochen worden sei.

Erinnerung an Stasi-Unrecht

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen war aus dem früheren zentralen Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit hervorgegangen. Sie soll an politische Willkür und Unrecht erinnern. Die Einrichtung wird von Bund und Land finanziert.

Im Stiftungsrat sitzen der Vorsitzende Lederer und je eine Vertreterin von Grütters, der Senatsjustizverwaltung, dem Land Sachsen-Anhalt und ein Vertreter von Brandenburg.

Verwendete Quellen:
  • dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
iPhone Xs Max für 549,95 €* im Tarif MagentaMobil M
zum Angebot von der Telekom
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018