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Integrationsbericht: Boom auf dem Arbeitsmarkt vor allem dank Zuwanderung

Integrationsbericht der Regierung  

Boom auf dem Arbeitsmarkt vor allem dank Zuwanderung

03.12.2019, 12:34 Uhr | AFP

Integrationsbericht: Boom auf dem Arbeitsmarkt vor allem dank Zuwanderung. Geflüchtete Frau in einer Übungswerkstatt in Berlin: Frauen mit Migrationsgeschichte haben es auf dem Arbeitsmarkt häufig schwerer als Männer. (Symbolfoto) (Quelle: imago images)

Geflüchtete Frau in einer Übungswerkstatt in Berlin: Frauen mit Migrationsgeschichte haben es auf dem Arbeitsmarkt häufig schwerer als Männer. (Symbolfoto) (Quelle: imago images)

Es sind beeindruckende Zahlen: Hunderttausende Geflüchtete haben in Deutschland sozialversicherungspflichtige Arbeit gefunden. Doch der Integrationsbericht der Bundesregierung zeigt auch Defizite auf.

Der Boom auf dem Arbeitsmarkt geht maßgeblich auf Zuwanderer zurück: Der Anteil ausländischer Beschäftigter an neu geschaffenen Arbeitsplätzen liegt bei 56 Prozent, wie aus dem am Dienstag vom Bundeskabinett gebilligten Integrationsbericht der Bundesregierung hervorgeht.

Dem Bericht zufolge entwickelt sich auch die Zahl der Beschäftigten aus den Asyl-Hauptherkunftsländern positiv: Sie liegt bei 431.000, darunter sind 357.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Allerdings arbeiten zwei Drittel von ihnen noch im Niedriglohnsektor. Nachholbedarf sieht die Regierung aber noch bei der Bildung von Migranten. Die Integrationsbeauftragte Annette Widmann-Mauz forderte verpflichtende Sprachtests für alle Kinder und bessere Sprachförderung schon vor der Schule.

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz: Die Integrationsbeauftragte fordert trotz der Erfolge weitere Anstrengungen und lobt das Engagement von Ehrenamtlichen. (Quelle: imago images/Metodi Popow)Staatsministerin Annette Widmann-Mauz: Die Integrationsbeauftragte fordert trotz der Erfolge weitere Anstrengungen und lobt das Engagement von Ehrenamtlichen. (Quelle: Metodi Popow/imago images)

"Deutschland ist ein Einwanderungsland"

Widmann-Mauz erhofft sich weitere Verbesserungen vom Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Mit diesem "haben wir einen Paradigmenwechsel eingeleitet", betonte sie. "Es ist das klare Bekenntnis: Deutschland ist ein Einwanderungsland."

Trotz beträchtlicher Anstrengungen bei der Bildung gebe es weiterhin einen engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland. Sprache und Bildung seien aber entscheidend für die Zukunftschancen Kindern, deshalb sei mehr Sprachförderung notwendig.

Auch Frauen bräuchten noch mehr Unterstützung, heißt es in dem Integrationsbericht. Frauen mit Einwanderungsgeschichte hätten es auf dem Arbeitsmarkt häufig schwerer als Männer und nähmen seltener an Integrationsangeboten teil.

Warnung vor Rechtsextremismus

So liege beispielsweise die Erwerbstätigenquote von deutschen Frauen im Alter von 30 bis 49 Jahren mit Fachhochschulabschluss bei 90,3 Prozent, von ausländischen Frauen mit gleicher Qualifikation bei 64,9 Prozent. Das hänge auch mit unterschiedlichen Bildungsniveaus und den Schwierigkeiten der Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse zusammen. Aber auch Geschlechterrollen sind von Relevanz.

Widmann-Mauz forderte zudem mehr Anstrengungen gegen Fremdenfeindlichkeit. Nach dem Anschlag von Halle und dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke müsse klar sein, dass Rechtsextremismus, Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit eine reale Gefahr seien, die konsequent und nachhaltig bekämpft werden müsse. Das gelte genauso für den islamistischen Extremismus.

20,8 Millionen mit Migrationsgeschichte

Jeder vierte Mensch in Deutschland – 20,8 Millionen - hat dem Bericht zufolge einen Migrationshintergrund. 2018 hatten 52 Prozent der Bevölkerung mit Migrationshintergrund die deutsche Staatsbürgerschaft, 48 Prozent waren Ausländerinnen und Ausländer. Die Einwanderung nach Deutschland ist aber rückläufig. 2018 kamen 1,6 Millionen Menschen nach Deutschland, 300.000 weniger als noch 2016. 53 Prozent davon stammten aus einem anderen EU-Land.
 

 
Die Integrationsbeauftragte forderte trotz einiger Erfolge bei der Integration von Flüchtlingen weitere Anstrengungen. "Wir dürfen nicht stehenbleiben. Wir müssen die Orte der Begegnung weiter stärken", sagte sie am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Nur bei Begegnungen könne Sprache angewandt werden. In den Kommunen leisteten dabei Ehrenamtliche und Hauptamtliche bereits "Hervorragendes".

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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