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Leipzig und Hamburg: Fahrradfahrer stoppen Autokorsos von "Querdenkern"

Leipzig und Hamburg  

Radler stoppen Autokorsos von "Querdenkern"

06.03.2021, 21:19 Uhr | dpa, dru

Leipzig und Hamburg: Fahrradfahrer stoppen Autokorsos von "Querdenkern". Gegenprotest in Leipzig: Mit Fahrrädern blockieren Demonstranten in Leipzig eine Straße und damit ein Autokorso von "Querdenkern". (Quelle: dpa/Jan Woitas)

Gegenprotest in Leipzig: Mit Fahrrädern blockieren Demonstranten in Leipzig eine Straße und damit ein Autokorso von "Querdenkern". (Quelle: Jan Woitas/dpa)

Gegner der Corona-Politik protestieren in Leipzig mit einem Autokorso. Auch in Hamburg, München und Nürnberg gibt es Aktionen. Doch Demonstranten auf Fahrrädern stellen sich ihnen entgegen.

Einen großen Protesttag hatten die "Querdenker" geplant. Vor allem Leipzig sollte mit einer Autokolonne wieder im Mittelpunkt stehen. Doch sowohl dort als auch in Hamburg fielen die Proteste viel kleiner aus als angekündigt – was auch daran lag, dass den Autos breiter Widerstand auf Fahrrädern begegnete.

In Leipzig waren für Samstag rund 1.000 Fahrzeuge in mehreren Autokorsos angemeldet worden – letztlich kamen nur etwa 350. Sie waren in Begleitung der Polizei unter anderem aus Naumburg, Dresden und Limbach-Oberfrohna (Landkreis Zwickau) nach Leipzig gefahren.

Gleichzeitig waren Hunderte Demonstranten auf Fahrrädern in der Stadt unterwegs, um sich auf und entlang der Routen zu postieren. Die Polizei schätzte die Teilnehmer der verschiedenen Aktionen unter dem Motto "Querdenken ausbremsen" auf mehr als 1.000. Nach Blockaden auf einer der Routen musste einer der Autokorsos mit etwa 160 Fahrzeugen umgeleitet werden – er war erst mit mehr als zweistündiger Verspätung im Stadtteil Grünau gestartet.

Gegen-Demonstranten auf Fahrrädern: Tausende Demonstranten hielten die "Querdenken"-Demo auf. (Quelle: dpa/Jan Woitas/dpa-Zentralbild)Gegen-Demonstranten auf Fahrrädern: Tausende Demonstranten hielten die "Querdenken"-Demo auf. (Quelle: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa)

Nach heftigem Gegenprotest war ein solcher Autokorso am Vormittag in Halle beendet worden. Etwa 100 Menschen verhinderten teils mit Gewalt, dass sich die Fahrzeuge in der Stadt überhaupt versammeln konnten, wie eine Sprecherin der Polizei Halle mitteilte. Die Polizei habe "Maßnahmen" gegen die Gegendemonstranten ergriffen. Auf beiden Seiten sei es zu Sachbeschädigungen gekommen, hieß es.

Weniger Demonstranten in Hamburg

In Hamburg hatten die Organisatoren eines Autokorsos gegen die Corona-Maßnahmen 350 Fahrzeuge – laut "Mopo" starteten in der Hafencity am Mittag jedoch nur 148 Fahrzeuge mit 250 Teilnehmern. Ihnen stellten sich laut Polizei rund 160 Fahrradfahrer einer "linken Gegenorganisation" in den Weg und blockierten mehrfach die Straßen.

So hätten die Gegendemonstranten etwa am Deichtorplatz Minuten lang die Weiterfahrt des Autokorsos unmöglich gemacht. Im Bereich der Altmann-Brücke seien schließlich 80 Störer von Polizisten festgesetzt worden.

Corona-Kritik per Autokorso: Die Polizei sicherte die Kundgebungen in der sächsischen Großstadt mit Hunderten Kräften ab. (Quelle: dpa/Jan Woitas)Corona-Kritik per Autokorso: Die Polizei sicherte die Kundgebungen in der sächsischen Großstadt mit Hunderten Kräften ab. (Quelle: Jan Woitas/dpa)

Kleine Proteste auch in München und Nürnberg

Weitere kleine Proteste mit Autokorsos gab es unter anderem in München und Nürnberg. In Nürnberg seien am Samstagnachmittag knapp 130 Fahrzeuge mit Gegnern der Corona-Politik unterwegs gewesen, teilte die Polizei Mittelfranken mit. In der Landeshauptstadt zählte die Polizei knapp 140 Teilnehmer in über 80 Wagen. Beide Korsos verliefen ohne größere Zwischenfälle, örtlich kam es vorübergehend zu Verkehrsbehinderungen.

In Plauen in Sachsen wurde ein Konvoi laut Polizei vom Veranstalter am Vormittag abgesagt. Hierfür waren der Versammlungsbehörde rund 200 Teilnehmer avisiert worden. Wegen der hohen Corona-Inzidenz im Vogtland war für ihn nur eine Strecke in der Region genehmigt worden.

In Leipzig hatte die Polizei ein Großaufgebot mobilisiert, damit sich die Geschehnisse vom November nicht wiederholen. Damals war eine Demonstration von Kritikern der Corona-Maßnahmen aus dem Ruder gelaufen und hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Mehrere zehntausend Teilnehmer hatten sich in der Innenstadt versammelt und reihenweise gegen Corona-Auflagen verstoßen. Als die Stadt die Versammlung auflöste, erzwangen die Demonstranten einen Marsch über den Leipziger Innenstadtring, obwohl das verboten war.

Verwendete Quellen:

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