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Bundesanwaltschaft prüft eigene NS-Vergangenheit

Studie in Auftrag gegeben  

Bundesanwaltschaft prüft NS-Vergangenheit

26.01.2018, 12:02 Uhr | dpa

Bundesanwaltschaft prüft eigene NS-Vergangenheit. Generalbundesanwalt Peter Frank: Er hat eine Studie zur NS-Vergangenheit seiner Behörde in Auftrag gegeben. (Quelle: dpa/Matthias Balk)

Generalbundesanwalt Peter Frank: Er hat eine Studie zur NS-Vergangenheit seiner Behörde in Auftrag gegeben. (Quelle: Matthias Balk/dpa)

Die Bundesanwaltschaft lässt die ersten Jahre ihres Bestehens auf personelle Belastungen aus der Zeit des Nationalsozialismus prüfen. Welchen Einfluss hatten personelle Kontinuitäten auf die Arbeit der Chefankläger?

Wie viele nationalsozialistisch vorbelastete Mitarbeiter waren in der Anfangszeit der Bundesanwaltschaft in der Behörde tätig? Generalbundesanwalt Peter Frank will diese Frage mit Hilfe einer von ihm in Auftrag gegebenen Studie klären. Zu klären sei, welchen Einfluss dies gegebenenfalls auf die Arbeit der Bundesanwaltschaft bis 1974 hatte, sagte Frank nun in Karlsruhe.

Besonders problematische Figur: Wolfgang Fränkel

Dazu erhalten Wissenschaftler Einblick in die Personalakten der Mitarbeiter aus den ersten zwei Jahrzehnten. Darunter sei auch die von Wolfgang Fränkel, der 1962 nur drei Monate nach seiner Ernennung zum Generalbundesanwalt wegen seiner Tätigkeit bei der Oberreichsanwaltschaft und seiner damit verbundenen Beteiligung an Todesurteilen in den Ruhestand versetzt wurde, sagte Frank.

Das Forschungsprojekt soll Anfang 2020 abgeschlossen werden. Federführend sind der Rechtsprofessor Christoph Safferling von der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen und der Geschichtsprofessor Friedrich Kießling von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Dritte Studie über die NS-Vergangenheit von Bundesbeamten

Safferling leitete zwischen 2012 und und 2016 ein ähnliches Forschungsprojekt, das die Karrieren ehemaliger Nazis im Justizministerium untersuchte. Durch die Studie kam heraus, dass in den 1950er Jahren zeitweise 77 Prozent der Ministerialbeamten vor 1945 NSDAP-Mitglieder waren. Unter den leitenden Beamten der frühen Bundesrepublik waren auch einige hochrangige NS-Beamte.

Den Anfang mit Studien zur NS-Vergangenheit unter hochrangigen deutschen Beamten machte Joschka Fischer, als er 2005 eine Studie zur NS-Vergangenheit im Auswärtigen Amt in Auftrag gab. Die daraus hervorgegangene und 2010 erschienene Studie "Das Amt und die Vergangenheit" erregte großes Aufsehen.

Quellen und weiterführende Informationen:
- Studie zu ehemaligen Nazikadern im Bundesjustizministerium
- Rezension zu "Das Amt und die Vergangenheit" (Zeit-Online)
- dpa

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