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Beate Uhse: Ihr Kampf f├╝r die Lust in den 1950er Jahren

  • Jennifer Buchholz
Von Jennifer Buchholz

Aktualisiert am 10.05.2019Lesedauer: 2 Min.
Sex-Shop: Die Erotikfachgesch├Ąfte von Beate Uhse verkauften viele Jahre neben Dessous auch Stimulierungshilfen wie Vibratoren.
Sex-Shop: Die Erotikfachgesch├Ąfte von Beate Uhse verkauften viele Jahre neben Dessous auch Stimulierungshilfen wie Vibratoren. (Quelle: Lem/imago-images-bilder)
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Sie gilt als Ikone der Frauenbewegung: Beate Uhse. Mit ihrer Aufkl├Ąrungsarbeit trug die Unternehmerin einen gro├čen Teil zur positiven und freien, sexuellen Entwicklung von M├Ąnnern und Frauen in den 1950ern bei. Dabei hatte sie es nicht immer leicht.

In der Nachkriegszeit war das Sexualleben deutscher Paare von Scham und Pr├╝derie gepr├Ągt. Zudem f├╝hrte die zus├Ątzliche Unwissenheit ├╝ber Sexualit├Ąt und das Fehlen von Verh├╝tungsmitteln zu einer stark steigenden Zahl an ungewollten Schwangerschaften.

Mit "Schrift X" startet die Aufk├Ąrungskampagne

Beate K├Âstlin: Vor der Gr├╝ndung eines Erotikkonzerns war Beate Uhse als Berufspilotin t├Ątig.
Beate K├Âstlin: Vor der Gr├╝ndung eines Erotikkonzerns war Beate Uhse als Berufspilotin t├Ątig. (Quelle: Beate Uhse AG)

Diese Entwicklung betrachtete die alleinerziehende Mutter und Witwe Beate Uhse, geborene K├Âstlin, mit gro├čer Sorge. Sie selbst wurde bereits fr├╝h von ihrer Mutter sexuell aufgekl├Ąrt. Um auch andere Frauen aufzukl├Ąren, startete Beate Uhse eine Kampagne, f├╝r die sie beispielsweise 1946 ihren ersten Handzettel verfasste: "Schrift X". Mit dem Schriftst├╝ck sollten Frauen ├╝ber die nat├╝rliche Empf├Ąngnisverh├╝tung informiert werden ÔÇô die Abnehmerzahl war gro├č. Und so folgten weitere Handzettel unter anderem zu Themen wie m├Ąnnlicher Impotenz und weiblicher Frigidit├Ąt.

Kondomversand wurde als Straftat behandelt

Beate Rotermund-Uhse: Der erste Handzettel, den die junge Mutter verfasste, wurde rund 32.000 Mal verkauft.
Beate Rotermund-Uhse: Der erste Handzettel, den die junge Mutter verfasste, wurde rund 32.000 Mal verkauft. (Quelle: Beate Uhse AG)
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Motiviert von ihrem Erfolg und unterst├╝tzt durch ihren zweiten Ehemann, gr├╝ndete die junge Frau, die nun Rotermund-Uhse hie├č, 1951 das "Beate Uhse Versandhaus" ÔÇô ein "Spezialversandhaus f├╝r Ehe- und Sexualliteratur und f├╝r hygienische Artikel". Neben Aufkl├Ąrungsb├╝chern wurden hier auch Kondome und Salben erstmals au├čerhalb von Apotheken angeboten. Der erste Katalog "Stimmt in unserer Ehe alles?" enthielt rund 50 solcher Artikel f├╝r die "Ehehygiene".

Doch der Kondomversandhandel hatte auch viele Gegner. Bereits kurz nach der Publikation des ersten Prospekts begannen erste juristische Verfahren wegen "Beihilfe zur Unzucht". Zahlreiche, weitere Prozesse folgten, deren Ermittlungen teilweise noch bis kurz vor Beate Rotermund-Uhses Tod (2001) andauerten.

Schnelles Wachstum durch Fuisionen und Kooperationen

Frau pr├Ąsentiert W├Ąschemodelle der 50er: Im Jahr 1954 wurde Unterw├Ąsche unter anderem in Nachtclubs auf der Reeperbahn vorgef├╝hrt.
Frau pr├Ąsentiert W├Ąschemodelle der 50er: Im Jahr 1954 wurde Unterw├Ąsche unter anderem in Nachtclubs auf der Reeperbahn vorgef├╝hrt. (Quelle: United Archives)

Um das Produktsortiment auszubauen und zugleich unabh├Ąngig und innovativ sein zu k├Ânnen, ├╝bernahm das Versandhaus in den folgenden Jahren ein Arzneimittellabor f├╝r die Herstellung von Pr├Ąperaten. Au├čerdem arbeitete der Erotikkonzern mit Fotografie- und Filmunternehmen sowie einem Damenw├Ąschestudio zusammen.

Vom Versandhaus zum Erotikfachgesch├Ąft

Erotikgesch├Ąft: Der erste Laden, in dem Artikel f├╝r die Ehehygiene direkt gekauft werden konnten, wurde in Flensburg er├Âffnet.
Erotikgesch├Ąft: Der erste Laden, in dem Artikel f├╝r die Ehehygiene direkt gekauft werden konnten, wurde in Flensburg er├Âffnet. (Quelle: Beate Uhse AG)

Mitte der 50er stieg der Umsatz des Versandhauses auf ├╝ber eine Millionen D-Mark. Und so gr├╝ndete Beate Rotermund-Uhse 1962 in Flensburg den ersten Sexshop: "Institut f├╝r Ehehygiene". Neben B├╝chern und Verh├╝tungsmitteln wurden in dem Fachgesch├Ąft auch Dessous und Stimulationsartikel angeboten.

Mit den Jahren wuchs das Unternehmen immer mehr. Die Hauptziele blieben die Entabuisierung der Verh├╝tung sowie die sexuelle Aufkl├Ąrung an sich.

2017 teilte die Beate Uhse AG ihre Insolvenz mit. Derzeit sind noch mehrere Tochterunternehmen des Konzerns t├Ątig. Darunter auch der Erotikshop "be you".

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