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Eklat nach Missbrauch-Predigt: Gemeinde gegen Pfarrer

Von dpa
Aktualisiert am 08.07.2019Lesedauer: 2 Min.
Fassungslose Gemeindemitglieder bei einer Gespr├Ąchsrunde der Heilig-Geist-Kirche.
Fassungslose Gemeindemitglieder bei einer Gespr├Ąchsrunde der Heilig-Geist-Kirche. (Quelle: Caroline Seidel./dpa)
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M├╝nster (dpa) - Frust, Emp├Ârung und Fassungslosigkeit: Nach einer umstrittenen Predigt in M├╝nster zu sexuellem Missbrauch und Vergebung haben sich viele Gemeinde-Mitglieder gegen den kritisierten Pfarrer gestellt.

Dieser habe Parallelen gezogen zwischen gescheiterten Ehen und der von Seelsorgern ausge├╝bten sexuellen Gewalt, kritisierte ein Redner, der an dem Eklat-Gottesdienst Ende Juni teilgenommen hatte. Er habe gedacht: "Das ist doch pervers." Dann sei er aus der Kirche gelaufen, schilderte er am Montagabend bei einem ├Âffentlichen Gespr├Ąch in der Heilig-Geist-Kirche.

In seiner Predigt in der katholischen Kirche hatte der emeritierte Pfarrer Ulrich Zurkuhlen (79) um Vergebung geworben f├╝r Priester, die sexuellen Missbrauch begangen haben. Viele Besucher hatten den Gottesdienst entsetzt vorzeitig verlassen. Sie sollten nun am Montag die Gelegenheit bekommen, ihrer Wut und Entt├Ąuschung freien Lauf zu lassen. Der Bischof von M├╝nster, Felix Genn, hatte Zurkuhlen bereits aufgefordert, bis "auf Weiteres" nicht mehr zu predigen.

"Herr Zurkuhlen, der braucht hier wirklich nicht mehr zu predigen", meinte eine Teilnehmerin. "Null sensibel" und "arrogant" habe sich der 79-J├Ąhrige verhalten, die Opfer zudem v├Âllig au├čer Acht gelassen, monierten andere Redner. Rund 150 Gemeinde-Mitglieder waren am Montagabend zu dem Gespr├Ąch gekommen. Manche rangen um Fassung.

Zurkuhlens ├äu├čerung widerspreche den Bem├╝hungen in der Gemeinde und des Pastoralteams, betonte der zust├Ąndige leitende Pfarrer Stefan Rau. Opfern m├╝sse Gerechtigkeit widerfahren. Es h├Ątten auch Opfer am kritisierten Gottesdienst teilgenommen. Schon zuvor hatte Pfarrer Rau Zurkuhlen widersprochen. Kein T├Ąter habe "ein Recht auf Vergebung".

Zurkuhlen hatte an dem Gespr├Ąch am Montag laut Rau nicht teilnehmen wollen. Der kritisierte Geistliche hatte sich nach dem Eklat unbeirrt gezeigt, auf dpa-Anfrage k├╝rzlich betont: "Man kann theologisch gesehen auch Priestern vergeben, die sich an Minderj├Ąhrigen vergangen haben." Auf seiner Homepage beharrte er am Montag: Er habe in der Predigt gesagt, "dass ich es an der Zeit f├Ąnde, dass unsere kirchlichen Hierarchen doch auch den Missbrauchs-T├Ątern irgendwann vergeben w├╝rden."

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