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Das m├╝ssen Sie ├╝ber Landtagswahl in Sachsen wissen

Von t-online, dru

Aktualisiert am 01.09.2019Lesedauer: 5 Min.
Wahl zum Landtag in Sachsen am 1. September 2019: Unterlagen zur Briefwahl.
Wahl zum Landtag in Sachsen am 1. September 2019: Unterlagen zur Briefwahl. (Quelle: Symbolbild/imago-images-bilder)
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Die Landtagswahl in Sachsen ist eine Schicksalswahl f├╝r die CDU. Wird sie nach 29 Jahren erstmals nicht st├Ąrkste Kraft im Freistaat? Wer kandidiert, wie gew├Ąhlt wird, und was Sie noch alles wissen m├╝ssen.

Das Wichtigste im ├ťberblick


Die Landtagswahl in Sachsen gilt als die wichtigste Wahl auf L├Ąnderebene im Kalenderjahr. Die CDU, die seit der Wiedervereinigung ununterbrochen den Ministerpr├Ąsidenten stellt, droht im Freistaat den ersten Platz zu verlieren. Umfragen sahen die Partei um Ministerpr├Ąsident Michael Kretschmer lange gleichauf mit der AfD. Aktuelle Umfrageergebnisse sehen die CDU wieder vorn. Eine schwierige Regierungsbildung zeichnet sich dennoch ab. Auch eine Minderheitsregierung unter F├╝hrung der CDU wurde nicht ausgeschlossen. t-online.de hat die wichtigsten Fragen und Antworten zur Wahl zusammengestellt.

Wer darf w├Ąhlen?

W├Ąhlen darf in Sachsen bei der Landtagswahl jeder deutsche Staatsb├╝rger ab dem Alter von 18 Jahren, der seit mindestens drei Monaten seinen Hauptwohnsitz in dem Bundesland hat.

Wann und wo kann gew├Ąhlt werden?

In Sachsen findet die Landtagswahl 2019 am 1. September statt. Es ist die 7. Landtagswahl in dem Bundesland seit der Wiedervereinigung. Die Wahl findet alle f├╝nf Jahre statt. In welchem Wahllokal man abstimmen muss, steht auf der Wahlbenachrichtigung. Die Wahllokale haben am Wahltag von 8 bis 18 Uhr ge├Âffnet.

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Was tun, wenn die Wahlbenachrichtigung verloren wurde?

Die Wahlbenachrichtigung muss allen wahlberechtigten Sachsen bis sp├Ątestens drei Wochen vor der Wahl, also bis 8. August, per Post zugeschickt werden. Wer bis dahin keine Benachrichtigung erhalten hat, sollte bei seiner Stadt- oder Gemeindeverwaltung nachfragen, ob er ins W├Ąhlerverzeichnis eingetragen ist. Wer seine Wahlbenachrichtigung verliert, darf in seinem Wahllokal trotzdem w├Ąhlen. Wichtig ist: Jeder muss sich dort mit einem Personalausweis oder Reisepass ausweisen, egal ob er die Wahlbenachrichtigung dabei hat oder nicht. Die Wahlbenachrichtigung macht es den Wahlhelfern einfacher, den W├Ąhler im W├Ąhlerverzeichnis zu finden.

Wie funktioniert die Briefwahl?

Auch in Sachsen ist es m├Âglich, per Briefwahl an der Landtagswahl teilzunehmen. Dazu muss man Wahlschein und Briefwahlunterlagen beantragen. Das geht am einfachsten, indem man das Formular auf der R├╝ckseite der Wahlbenachrichtigung ausf├╝llt und abschickt. Man kann die Unterlagen auch per E-Mail bei seiner Gemeindebeh├Ârde beantragen. Die Briefwahlunterlagen werden dem W├Ąhler dann per Post zugeschickt. Wer sie pers├Ânlich abholt, kann auch gleich vor Ort abstimmen. Die Unterlagen k├Ânnen bis zum Freitag vor der Wahl bis 16 Uhr beantragt werden. Wichtig ist, dass die Unterlagen bis 16 Uhr am Wahltag bei der zust├Ąndigen Stelle vorliegen ÔÇô egal ob per Post oder pers├Ânlich ├╝berbracht. F├╝r die Landtagswahl 2019 ist es jetzt also zu sp├Ąt, die Briefwahl zu beantragen.

Was sind die Wahlkreise?

Der Freistaat Sachsen ist in 60 Wahlkreise aufgeteilt. Die Wahlkreise m├╝ssen laut Landeswahlgesetz so zugeschnitten sein, dass ├╝berall m├Âglichst gleich viele Wahlberechtigte leben. Konkret hei├čt das, dass die Einwohnerzahl um h├Âchstens 15 Prozent nach oben und nach unten abweichen darf.

Was bestimmt die Erststimme und was die Zweitstimme?

Jeder W├Ąhler in Sachsen hat bei der Landtagswahl zwei Stimmen. Anders als bei den meisten Wahlen in Deutschland spricht man hier aber nicht von Erst- und Zweitstimme, sondern von Direkt- und Listenstimme. Mit der Direktstimme w├Ąhlt man den Direktkandidaten seines Wahlkreises. Wer im Wahlkreis die meisten Direktstimmen bekommt, zieht als Direktkandidat in den Landtag ein. Mit der Listensstimme w├Ąhlt man eine Partei. Diese Stimme bestimmt sp├Ąter auch die prozentuale Sitzverteilung im Landtag.

Was ist die F├╝nf-Prozent-H├╝rde?

Damit eine Partei Abgeordnete in den Landtag schicken darf, muss sie mindestens f├╝nf Prozent aller Landesstimmen in Sachsen erringen. Schafft sie das nicht, ist sie nicht im Landtag vertreten. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Erringt eine Partei mindestens zwei Direktmandate in einem Wahlkreis, erh├Ąlt sie so viele Sitze im Landtag, wie es ihrem Anteil an Zweitstimmen entspricht. 2014 profitierten davon die Freien W├Ąhler, die ein Direktmandat errangen und mit drei Abgeordneten in den Landtag einzogen.

Wer kann gew├Ąhlt werden?

In Sachsen kann sich jeder B├╝rger, der wahlberechtigt ist und seit mindestens einem Jahr im Bundesland lebt, zur Wahl stellen ÔÇô sofern er mindestens 18 Jahre alt ist. Bei der letzten Landtagswahl traten in Sachsen 14 Parteien an. Diesmal sind es 19, und zwar folgende:

  • Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)
  • Die Linke
  • Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
  • Alternative f├╝r Deutschland (AfD)
  • B├╝ndnis 90/Die Gr├╝nen
  • Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD)
  • Freie Demokratische Partei (FDP)
  • Freie W├Ąhler
  • Partei Mensch Umwelt Tierschutz
  • Piratenpartei Deutschland
  • Partei f├╝r Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenf├Ârderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI)
  • B├╝rgerrechtsbewegung Solidarit├Ąt (B├╝So)
  • Aufbruch deutscher Patrioten (ADPM)
  • Die blaue Partei
  • Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)
  • ├ľkologisch-Demokratische Partei (├ľDP)
  • Partei der Humanisten
  • Partei der Vernunft
  • Partei f├╝r Gesundheitsforschung

Daneben treten in einigen Wahlkreisen auch unabh├Ąngige Direktkandidaten oder Kandidaten von Gruppierungen an, die nicht auf Landesebene kandidieren. Die Landesliste der AfD wurde vom Landeswahlleiter von 61 auf 18 Listenpl├Ątze gek├╝rzt. Die ├╝brigen Pl├Ątze wurden wegen formaler Fehler f├╝r ung├╝ltig erkl├Ąrt. Die Liste war statt in einer in zwei Parteiversammlungen mit verschiedenen Versammlungsleitern und getrennten Wahlverfahren aufgestellt worden, was der Landeswahlausschuss f├╝r unzul├Ąssig erkl├Ąrte.


Nach der Wahl werden im Normalfall 120 Mandatstr├Ąger in den Landtag einziehen, von denen 60 die Gewinner in den Wahlkreisen sind. Durch ├ťberhang- und Ausgleichsmandate kann die Zahl der Sitze aber anwachsen. Entscheidend f├╝r die Gr├Â├če des Landtags wird aber auch das Abschneiden der AfD sein. Umfragen gaben der Partei Chancen auf rund 30 Sitze. Um nach dem Urteil des Landeswahlausschusses auf diese Zahl zu kommen, m├╝sste die Partei aber zahlreiche Direktmandate erringen. Sitze, die die Partei auf diese Weise nicht auff├╝llen kann, bleiben unbesetzt (S├Ąchsisches Wahlgesetz ┬ž 6, Absatz 5, Satz 4).

Wer sind die Spitzenkandidaten der Parteien?

Die CDU tritt mit Michael Kretschmer an der Spitze an, der seit Dezember 2017 Ministerpr├Ąsident von Sachsen ist und sein Amt verteidigen m├Âchte. Nachdem die Union die bisherigen Landtagswahlen jeweils deutlich gewann, steht ihr diesmal mit der AfD starke Konkurrenz gegen├╝ber. Die Partei um ihren Spitzenkandidat J├Ârg Urban liegt in Umfragen etwa gleichauf mit der Union. F├╝r den aktuellen Koalitionspartner der CDU, die SPD, kandidiert Martin Dulig. Die Linke schickt Rico Gebhardt ins Rennen, die Gr├╝nen Katja Meier und Wolfram G├╝nther. Der Spitzenkandidat der FDP hei├čt Holger Zastrow, der der NPD Peter Schreiber, Chefredakteur des rechtsextremistischen Parteiorgans "Deutsche Stimme".

Wie wurde vor f├╝nf Jahren gew├Ąhlt?

Bei der Landtagswahl 2014 errang die CDU in Sachsen mit 39 Prozent ihr stimmenm├Ą├čig bislang schw├Ąchstes Ergebnis seit der Wiedervereinigung. Sie gewann jedoch alle Direktmandate im Freistaat bis auf eines und konnte so die Stimmenverluste kompensieren. Die zweitplatzierte Linke kam auf 18,9 Prozent und 27 Sitze, die SPD auf 12,4 Prozent und 18 Sitze. Platz vier holte die AfD mit 9,7 Prozent und 14 Sitzen. Die Gr├╝nen kamen auf 6,2 Prozent und 6 Sitze. Die FDP (3,8 Prozent), die NPD (4,9 Prozent), sowie die Freien W├Ąhler (1,6 Prozent) scheiterten jeweils an der F├╝nf-Prozent-H├╝rde.

Wann steht das Ergebnis der Landtagswahl fest?

Die Wahlhelfer beginnen mit der Ausz├Ąhlung der Stimmen, wenn die Wahllokale um 18 Uhr schlie├čen. Mit einem vorl├Ąufigen Ergebnis der Wahl ist noch in der Nacht zu rechnen. Vorher ver├Âffentlichen die Umfrageinstitute ab 18 Uhr schon Prognosen und Hochrechnungen des Wahlergebnisses.

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