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Brasilien – Jair Bolsonaro: Brauchen Deutschlands Geld für Amazonas nicht

Streit um Regenwald  

Bolsonaro: Brauchen deutsches Geld für Amazonas nicht

12.08.2019, 11:39 Uhr | dpa, rok

 (Quelle: Reuters)
In Brasilien: Bolsonaro wegen Amazonas-Rodung in der Kritik

Der brasilianische Präsident erfährt wegen seiner Umweltpolitik zunehmend Kritik aus dem In- und Ausland. Umweltministerin Svenja Schulze hat Förderprogramme gestoppt. (Quelle: Reuters)

Proteste in Brasilien: Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro sieht sich verstärkt Protesten bezüglich seiner Umweltpolitik ausgesetzt. (Quelle: Reuters)


Die Bundesregierung hat die finanzielle Förderung von Projekten in Brasilien vorerst gestoppt. Sie zweifelt daran, dass Staatschef  Bolsonaro den Amazonas-Regenwald wirklich schützen will. Der Rechtspopulist kontert brüsk.

Brasilien braucht für den Schutz des Regenwaldes nach Aussage von Präsident Jair Bolsonaro kein Geld aus Deutschland. So reagierte der rechtspopulistische Staatschef auf die Ankündigung des Bundesumweltministeriums, wegen der stark zunehmenden Rodung im Amazonasgebiet die Förderung von Projekten zum Schutz von Wäldern und Artenvielfalt in Brasilien zu beenden. "Sie können das Geld sinnvoll verwenden. Brasilien braucht es nicht", sagte Bolsonaro in der Hauptstadt Brasília vor Journalisten.

"Die Politik der brasilianischen Regierung im Amazonas(-Gebiet) lässt Zweifel aufkommen, ob eine konsequente Reduzierung der Entwaldungsraten noch verfolgt wird", hatte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) dem Berliner "Tagesspiegel" gesagt. Erst wenn darüber wieder Klarheit herrsche, könne die Projektzusammenarbeit fortgeführt werden.

Bolsonaro will mehr Rodungen zulassen

Konkret geht es der Zeitung zufolge um einen Betrag von rund 35 Millionen Euro aus der internationalen Klimaschutzinitiative des Ministeriums. Aus dieser Initiative wurden demnach 2008 rund 95 Millionen Euro bereitgestellt. Bestehende Projekte würden vorerst fortgeführt, geplante neue auf Eis gelegt, teilte ein Sprecher des Umweltministeriums am Samstag mit. Darüber hinaus rege man eine Überprüfung der weiteren Zusammenarbeit mit Brasilien im Amazonasfonds an. In diesen Fonds hat die Bundesregierung bisher 55 Millionen Euro einbezahlt, zuständig ist das Entwicklungsministerium.
 

 
Bolsonaro will die Amazonasregion wirtschaftlich stärker nutzen, keine weiteren Schutzgebiete ausweisen und mehr Rodungen zulassen. Nach kritischen Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Abholzung des Regenwaldes in seinem Land sagte er im Juni, Deutschland könne beim Umweltschutz noch viel von Brasilien lernen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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