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Lars Klingbeil: Wir müssen Verschwörungstheorien gezielt widersprechen

Falschnachrichten in der Krise  

Klingbeil ruft zum Widerspruch gegen Verschwörungstheorien auf

08.05.2020, 09:16 Uhr | dpa

Lars Klingbeil: Wir müssen Verschwörungstheorien gezielt widersprechen. Lars Klingbeil: Der SPD-Generalsekretär fürchtet, dass sich berechtigte Sorgen und Verschwörungstheorien miteinander vermischen. (Archivbild) (Quelle: imago images/Metodi Popow)

Lars Klingbeil: Der SPD-Generalsekretär fürchtet, dass sich berechtigte Sorgen und Verschwörungstheorien miteinander vermischen. (Archivbild) (Quelle: Metodi Popow/imago images)

Die Corona-Krise hat die Gesellschaft zusammenrücken lassen. Doch dieser Zusammenhalt könnte Risse bekommen, befürchtet der SPD-Generalsekretär – und fordert, sich gegen die Hetze zu wehren.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat die Bürger aufgerufen, sich stärker gegen Verschwörungstheorien in der Corona-Krise zu wehren. "Wir brauchen einen Widerstand der normalen Leute, das fängt im Bekanntenkreis, in den eigenen WhatsApp-Gruppen an", sagte der 42-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit versuchten vor allem rechte Gruppen das Land durch Verschwörungstheorien zu destabilisieren.

Klingbeil ruft zum Widerspruch auf

Sie verbreiteten mit professionellen Videos und Tonnachrichten nachweislich Lügen. "Das ist der organisierte Versuch, zu spalten und zu hetzen", warnte Klingbeil. "Man darf diese Nachrichten nicht unwidersprochen lassen."

Zuletzt hatte es etwa vor dem Reichstagsgebäude in Berlin eine Demonstration gegen die Corona-Regeln gegeben, an denen auch Rechtspopulisten und Anhänger von Verschwörungstheorien teilnahmen. Unter dem Namen "Widerstand2020" formierte sich eine Protestbewegung, die die aktuelle Politik der Bundesregierung als übertriebene Bevormundung empfindet.

Den Extremisten geht es nicht um Detailfragen

"Da prallen berechtigte Sorgen und die Verunsicherung einiger Bürger auf Reichsbürger, Nazis und organisierte extremistische Gruppen", sagte Klingbeil. Letztere wollten gar nicht darüber diskutieren, ob eine Schutzmaske hilfreich sei oder ob es Sinn mache, Kitas zu schließen oder nicht.

"Das sind Leute, die wollen unser System destabilisieren", betonte der SPD-Generalsekretär und Bundestagsabgeordnete. "Das Virus ist eine echte Gefahr, und es ist sogar noch gefährlicher, wenn wir es leugnen."

Klingbeil sieht zudem eine "gefährliche Nähe" zwischen den Verschwörungstheoretikern und der AfD. "Das ist die gleiche Tonspur, in der die Leute unterwegs sind." Derzeit würden die Proteste genauso öffentlich heruntergespielt wie anfangs die AfD. Doch schon jetzt sei zu spüren, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt, der sich in den ersten Wochen der Pandemie entwickelt habe, Risse bekomme.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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