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Weniger Rehe f├╝r mehr Wald? Streit ├╝ber neues Jagdgesetz

Von dpa
Aktualisiert am 02.08.2020Lesedauer: 3 Min.
Ein erlegter Rehbock nach einer Ansitz-Dr├╝ckjagd auf einer Waldlichtung.
Ein erlegter Rehbock nach einer Ansitz-Dr├╝ckjagd auf einer Waldlichtung. (Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Um junge Laubb├Ąume zu sch├╝tzen und Deutschlands W├Ąlder zu st├Ąrken, will die Bundesregierung den vermehrten Abschuss von Rehen erm├Âglichen.

Doch der Entwurf von Landwirtschaftsministerin Julia Kl├Âckner (CDU) f├╝r eine ├änderung des Bundesjagdgesetzes stellt bisher weder F├Ârster noch J├Ąger zufrieden.

Wanderer und Spazierg├Ąnger freuen sich, wenn sie ein Reh im Wald entdecken, aus Sicht von F├Ârstern gibt es aber zu viele. Wildverbiss, wie Fachleute sagen, gilt als gro├čes Hindernisse f├╝r den "Waldumbau" - das Umwandeln von Monokulturen in Mischw├Ąlder. Dies soll Deutschlands schwer gesch├Ądigte W├Ąlder widerstandsf├Ąhiger gegen Klimawandel und Sch├Ądlinge machen. Und das ist dringend notwendig.

245.000 Hektar, fast die Fl├Ąche des Saarlandes, gilt es nach den trockenen und hei├čen Sommern der vergangenen Jahre wieder aufzuforsten. St├╝rme, D├╝rre und Sch├Ądlinge wie Borkenk├Ąfer haben dem Wald schwer zugesetzt. Besonders anf├Ąllig sind die rund drei Millionen Hektar Kiefern- und Fichtenw├Ąlder, in denen sonst wenig w├Ąchst - das ist mehr als ein Viertel der gesamten Waldfl├Ąche.

Kl├Âckners Vorschlag, um einen "tragf├Ąhigen Ausgleich zwischen Wald und Wild" zu schaffen: K├╝nftig soll es nicht mehr in allen F├Ąllen eine beh├Ârdliche Abschussplanung f├╝r Rehwild geben. Stattdessen sollen Waldbesitzer und J├Ąger vor Ort sich auf einen j├Ąhrlichen Mindestabschuss im Jagdpachtvertrag einigen und ihn von den Beh├Ârden genehmigen lassen. Klappt das nicht oder ist das Abschuss-Ziel zu gering, legt die Jagdbeh├Ârde eine Mindest-Abschussquote fest. "Verbissgutachten", also Gutachten ├╝ber abgefressene B├Ąume, sollen dann einflie├čen.

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Zudem soll das Gesetz festschreiben, dass "eine Naturverj├╝ngung des Waldes im Wesentlichen ohne Schutzma├čnahmen m├Âglich sein soll" - also etwa ohne Schutzz├Ąune um junge B├Ąume. Man wolle auf "Eigenverantwortung vor Ort" setzen, erkl├Ąrte Kl├Âckner dazu.

Der Bund Deutscher Forstleute ist damit in dieser Form nicht gl├╝cklich. "In Deutschland haben wir tendenziell fast fl├Ąchendeckend zu hohe Wildbest├Ąnde", sagte der Vorsitzende Ulrich Dohle der Deutschen Presse-Agentur. Jagdmanagement sei ein "ganz wesentlicher Schl├╝ssel" zum Erfolg beim Waldumbau - neben mehr Forstpersonal, denn das wurde in j├╝ngerer Zeit stark reduziert.

Unzufrieden ist Dohle einerseits mit der Formulierung zur "Naturverj├╝ngung" - da sollte aus Sicht der Forstleute konkret klargemacht werden, dass es auch um Buchen, Eichen, Ahorn, Eschen und andere gehe, die derzeit oft keine Chance h├Ątten. Au├čerdem fehlten Waldbesitzern und J├Ągern teils die sachlichen Grundlagen und manchmal auch die Kompetenz, um festzulegen, wie viel geschossen werden soll. Es brauche amtliche Gutachten ├╝ber die Vegetation als Grundlage. In Bayern sei das lange etabliert, dort laufe es mit der Waldverj├╝ngung deutlich besser als im Rest Deutschlands, erkl├Ąrte Dohle.

So argumentieren auch andere. Mit der Novelle des Bundesjagdgesetzes w├╝rden die Weichen f├╝r die Zukunft des Waldes gestellt, sagte der Pr├Ąsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, Georg Schirmbeck. Und der Pr├Ąsident des Waldeigent├╝mer-Verbands AGDW, Hans-Georg von der Marwitz, forderte, "alle M├Âglichkeiten zu ergreifen", um den Wald zu erhalten. Beide sind sich einig, dass ausdr├╝cklich auch Mischbaumarten "im Wesentlichen ohne Schutz" aufwachsen k├Ânnen sollten und es "Vegetationsgutachten als objektive Grundlage" brauche.

Etwas anders sieht das der Deutsche Jagdverband. Der stellvertretende Gesch├Ąftsf├╝hrer Torsten Reinwald lobte, dass vor Ort ├╝ber die Jagd entschieden werden solle, denn die Situation der W├Ąlder sei sehr unterschiedlich. Um aus Nadelholz-Monokulturen oder Schadfl├Ąchen Mischw├Ąlder zu machen, m├╝sse ges├Ąt oder angepflanzt werden. "Auf diesen Fl├Ąchen sind wir gefordert, da muss intensiver gejagt werden", sagte er. Es brauche aber weitere Schutzma├čnahmen, etwa, um Laubb├Ąume vor anderen Pflanzen zu sch├╝tzen, die sie sonst verdr├Ąngten.

"Einfach nur zu sagen, wir schie├čen Rehe und Hirsche, dann w├Ąchst der Wald, das funktioniert nicht", sagte Reinwald. "In einer Kiefer- oder Fichten-W├╝ste einen ungesch├╝tzten Laubbaum zu pflanzen, ist, wie einem Schokoladen-Liebhaber eine Sch├╝ssel Pralinen vorzusetzen." In ein Jagdkonzept m├╝sse auch einflie├čen, ob es Ruhezonen gebe f├╝r das Wild und ausreichend Futter, oder ob Bereiche besonders durch Tourismus oder Verkehr belastet seien. Eine Ausweitung der Jagdzeiten k├Ânne sogar zu mehr Verbiss f├╝hren, wenn Rehe und Hirsche auch im Winter gestresst w├╝rden und deswegen Futter br├Ąuchten.

Es gibt allerdings auch J├Ąger, die das anders sehen. Es gehe darum, dass die naturnahe Entwicklung des Walds Priorit├Ąt vor "Interessen von r├╝ckw├Ąrtsgewandten Vertretern einer ├╝berholten Hege- und Troph├Ąenjagd" erhalte, sagte die Vorsitzende des ├ľkologischen Jagdverbands, Elisabeth Emmert. Wenn die Verantwortung f├╝r eine "konsequent waldfreundliche Jagd" auf die Akteure vor Ort verschoben werde, werde die Politik ihrer Verpflichtung nicht gerecht.

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