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Corona: Sollen Ältere ihren Impfstoff nicht wählen? | Exklusive Umfrage


Sollen Ältere ihren Impfstoff nicht wählen? Das denken die Deutschen

  • Annika Leister
Von Annika Leister

Aktualisiert am 11.05.2021Lesedauer: 2 Min.
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Corona-Schutzimpfung in Frankfurt: Mehr als 35 Millionen Spritzen wurden in Deutschland bisher gesetzt. (Quelle: Michael Schick/imago-images-bilder)
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Sollten Ältere nur noch die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson erhalten, um die Impfkampagne zu beschleunigen? Eine exklusive Umfrage für t-online zeigt: Es gibt eine deutliche Mehrheit bei dieser Frage.

Ein Drittel der Deutschen wurde inzwischen einmal geimpft, rund jeder Zehnte genießt vollständigen Impfschutz. Viele andere aber haben noch keinen Impftermin, nach wie vor sind Impfstoffe in Deutschland ein knappes Gut.

Die Vakzine der Hersteller Johnson & Johnson sowie Astrazeneca sind eigentlich nur für die ältere Bevölkerungsgruppe über 60 Jahren von der Ständigen Impfkommission empfohlen. Um die Impfungen bundesweit rasch voranzubringen, hat die Politik sie dennoch auch für die jüngere Gruppe geöffnet und wirbt dort für ihren Einsatz.

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Ökonomen und Mediziner diskutieren derzeit einen anderen Ansatz, um die Impfkampagne zu beschleunigen: eine gezieltere Verteilung der Impfstoffe und strengere Regulierung durch die Bundesregierung. Ein Vorschlag von Experten: Die Älteren sollen nicht mehr zwischen allen verfügbaren Impfstoffen wählen dürfen, sondern nur noch Astrazeneca und Johnson & Johnson erhalten können. Biontech und Moderna sollen – bis auf medizinisch begründete Ausnahmen – vorrangig den Jüngeren vorbehalten bleiben.

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In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online.de lehnt eine große Mehrheit von rund 46 Prozent den Vorschlag ab, dass über 60-Jährige nur noch Astrazeneca und Johnson & Johnson erhalten sollen. Ein Drittel – rund 33 Prozent – hält dieses Vorgehen hingegen für richtig. Rund 21 Prozent zeigen sich unentschieden.

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Zustimmung bei Jüngeren am höchsten

Interessant bei dieser Frage ist der Blick auf die Altersgruppen: Mit rund 46 Prozent befürworten in der jüngsten Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen besonders viele die Einschränkung der Wahlfreiheit für Ältere. Bei den 30- bis 49-Jährigen liegt die Zustimmung noch bei 43 Prozent.

In den Altersgruppen, die von der Einschränkung betroffen wären, sprechen sich besonders wenige dafür aus: Bei den 50- bis 64-Jährigen sind 27,7 Prozent für eine Einschränkung der Wahlfreiheit für Ältere, bei den über 65-Jährigen sind es nur noch 22 Prozent. Mit 50 bis 56 Prozent lehnt mehr als die Hälfte der Befragten in diesen Altersgruppen die Idee rundherum ab.

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Unter Wählern der Linken sind besonders viele dagegen

Bei der Auswertung nach politischer Zugehörigkeit und Wahlverhalten zeigt sich, dass unter Wählern der Linken die Ablehnung besonders hoch ist. 53 Prozent halten es für falsch, den Älteren nur noch Astrazeneca oder Johnson & Johnson zur Verfügung zu stellen. Dicht auf folgen mit 48 Prozent Wähler von CDU/CSU und SPD. Bei den Grünen lehnen nur rund 40 Prozent die Idee ab. Mit 44 Prozent halten in den Reihen der Grünen-Wähler im Vergleich zu anderen Parteien die meisten den Vorschlag für richtig.

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Zur Methodik: In die Umfrage flossen die Antworten von 5.079 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Menschen ein, die zwischen 10. und 11. Mai 2021 online gefragt wurden: "Johnson & Johnson und Astrazeneca werden nur noch für über 60-Jährige empfohlen. Wie fänden Sie es, wenn die Altersgruppe nur noch diese beiden Impfstoffe bekommen würde?" Der statistische Fehler für die Gesamtergebnisse beträgt 2,5 Prozent, für Teilgruppen kann er davon abweichen.

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Verwendete Quellen
  • Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey
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