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Corona-Lockdown in Sachsen: Kretschmer will hart durchgreifen


Corona-Lage in Sachsen
Kretschmer kündigt "harten und klaren Wellenbrecher" an

Von dpa
Aktualisiert am 18.11.2021Lesedauer: 2 Min.
Michael Kretschmer: Sachsens Ministerpräsident denkt offenbar über einen Lockdown für alle nach.Vergrößern des BildesMichael Kretschmer: Sachsens Ministerpräsident denkt offenbar über einen Lockdown für alle nach. (Quelle: Sebastian Kahnert/dpa-bilder)
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Bundesweit ist das Infektionsgeschehen derzeit in Sachsen am schlimmsten. Deshalb hat Ministerpräsident Kretschmer nun reagiert – und kündigt eine drastische Maßnahme an.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionen weitere harte Einschnitte angekündigt. Bei einer Regierungserklärung im Landtag sprach er am Donnerstag von einem "harten und klaren Wellenbrecher" für zwei oder drei Wochen. Das Wort Lockdown vermied er. Details sollen am Freitag vom Kabinett beschlossen werden.

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Es gelte auch noch die Beschlussfassung im Bundestag und im Bundesrat über das neue Infektionsschutzgesetz abzuwarten, sagte der Regierungschef. "Bild" und "Leipziger Volkszeitung" hatten zuvor berichtet, Kretschmer befürworte eine Schließung von Diskotheken und Bars sowie ein komplettes Verbot von Großveranstaltungen. Unklar sei noch, ob Restaurants offen bleiben können. Der Lockdown könnte offenbar drei Wochen dauern.

Kretschmer verwies auf den extrem hohen Wert der Wocheninzidenz in Sachsen, den das Robert Koch-Institut am Donnerstag mit 761,4 angab. Damit hat Sachsen bundesweit mit Abstand die höchste Infektionsrate vor Bayern (609,5) und Thüringen (565,0).

Dies zeige einmal mehr, dass dringend gehandelt werden müsse, betonte Kretschmer. Die Seuche brauche vorausschauendes Handeln. Es gebe einen direkten Zusammenhang zwischen Impfquote und Inzidenz. Sachsen habe die niedrigste Impfquote, obwohl man immer wieder für das Impfen geworben habe. Es gebe nur einen Weg, die Seuche zu beenden – die Immunisierung.

Kretschmer vergleicht Pandemie mit Flutkatastrophe

Kretschmer verglich die Situation in Sachsen mit den Jahrhunderthochwassern. In der Pandemie seien die Dämme nun gebrochen. "Diese Welle bricht sich jetzt Bahn. Niemand hat die Kraft, in der jetzigen Situation diese Dämme zu schließen. Das Wasser steigt." Bei Hochwasser beginne dann die Phase der Evakuierung.

Man müsse dieses Land zur Ruhe bringen. Das könne man vor allem mit einer Kontaktreduzierung erreichen. Dafür sei ein gemeinsames Handeln und gesellschaftlicher Zusammenhalt notwendig. "Vom Ich zum Wir – das ist das Gebot der Stunde. Nur so schaffen wir es, die Pandemie zu bewältigen."

Kretschmer bezeichnete es als "unfassbar", dass manche die Pandemie noch immer leugnen. "Wer über Monate Lügen hört, wird am Ende nicht mehr wissen, was die Wahrheit ist." Das sei ein Teil des Problems und Grund für die niedrige Impfquote sowie die Ablehnung notwendiger Maßnahmen.

"Verschwörungstheorien, Desinformationen haben in einem Teil der Bevölkerung eine solche Macht gewonnen, dass die Bürgerinnen und Bürger dort nicht mehr wissen, was die Wahrheit ist", sagte Kretschmer. Wer die Pandemie jetzt noch leugne, mache sich schuldig, weil viele nicht mehr gerettet werden könnten, wenn man dieses Spiel weiter betreibe.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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