Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland >

Mehrheit der Deutschen: Impfzertifikat soll ablaufen

Exklusive Umfrage  

Impfzertifikat soll ablaufen – das denken die Deutschen

Von Nora Schiemann

03.12.2021, 14:56 Uhr
Mehrheit der Deutschen: Impfzertifikat soll ablaufen. Digitales Impfzertifikat: Deutschland will sich bis zum Jahresende festlegen, wie lang der Nachweis gültig sein soll. (Quelle: imago images/Christian Ohde)

Digitales Impfzertifikat: Deutschland will sich bis zum Jahresende festlegen, wie lang der Nachweis gültig sein soll. (Quelle: Christian Ohde/imago images)

Noch gibt es keine eindeutige Regel, doch das Impfzertifikat könnte künftig nach sechs Monaten ablaufen – vorausgesetzt es gibt keinen Booster-Piks. Wie stehen die Deutschen zu den Plänen?

Um die vierte Welle zu brechen, haben Bund und Länder am Donnerstag eine deutliche Verschärfung der Corona-Maßnahmen beschlossen. Unter anderem soll der Status als "vollständig geimpft" bald schneller ablaufen, weil der Schutz etwa ab dem fünften Monat nachlassen soll. Auf Ebene der Europäischen Union wird über eine Gültigkeitsdauer von neun Monaten nach der zweiten Dosis diskutiert. Deutschland will sich bis zum Jahresende festlegen. 

Zuvor brachte der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz eine Gültigkeit von einem halben Jahr ins Spiel, sollte keine Booster-Impfung erfolgen. Die Frist sollte mit einer Übergangsphase eingeleitet werden. Sorgt die mögliche Regel für Verunsicherung oder Verständnis bei den Deutschen?

Umfrage: Mehr als die Hälfte stimmt zu

Bei einer exklusiven Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online bewertete etwas mehr als die Hälfte eine Sechsmonatsfrist als richtig. Rund 52 Prozent der Befragten stimmten für "eindeutig richtig" und "eher richtig". Rund 36 Prozent sprachen sich jedoch dagegen aus, davon hatten 23 Prozent eine klare Haltung und stimmten für "eindeutig falsch". 12 Prozent waren unentschieden.

Wähler einer Partei sind deutlich dagegen 

Betrachtet man die Wahlabsicht der Befragten, sprachen sich besonders Unterstützer der Grünen für einen Ablauf nach sechs Monaten aus. 72 Prozent der Umfrageteilnehmer stimmten dafür, lediglich 18 Prozent dagegen. Aber auch bei Anhängern der Union (60 Prozent) und SPD (62 Prozent) sprachen sich viele Befragte für eine begrenzte Gültigkeit des Impfnachweises aus.

Eine weitere Auffälligkeit: Die große Mehrheit der potenziellen AfD-Wähler hält die etwaige Gültigkeit für falsch – 75 Prozent stimmten dagegen und nur 18 Prozent dafür. Auch bei Anhängern sonstiger Parteien war die Zustimmung eher gering (26 Prozent).

Besonders ältere Menschen sind der Meinung, dass das Impfzertifikat nach sechs Monaten ablaufen sollte. 60 Prozent der über 65-Jährigen stimmten für "richtig". Doch auch bei den Jüngeren gibt es ähnliche Ergebnisse. Immerhin 46 Prozent der Befragten zwischen 18 und 29 Jahren befürworten eine Sechsmonatsfrist. In dieser Altersklasse gab es allerdings auch die meisten Gegner – 45 Prozent bewerteten das Vorhaben als "falsch".

Zur Methodik: In die Umfrage flossen die Antworten von 5.069 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Menschen ein, die zwischen dem 1. und 3. Dezember 2021 online gefragt wurden: "Wie würden Sie es bewerten, wenn der Corona-Impfnachweis ohne Auffrischungsimpfung (Booster) nur sechs Monate gültig wäre?" Der statistische Fehler für die Gesamtergebnisse bei der Frage nach der Bewertung einer Sechsmonatsfrist des Impfzertifikats beträgt 2,5 Prozent, für Teilgruppen kann er abweichen.

Verwendete Quellen:
  • Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deKlingel

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: