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RKI rĂŒckt neuen Faktor fĂŒr aktuelle Lagebewertung in den Fokus

Von dpa
Aktualisiert am 28.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Intensivstation fĂŒr Corona-Patienten: Wegen der rasanten Ausbreitung von Omikron rechnen viele Experten mit zahlreichen neuen Patienten in den Kliniken.
Intensivstation fĂŒr Corona-Patienten: Wegen der rasanten Ausbreitung von Omikron rechnen viele Experten mit zahlreichen neuen Patienten in den Kliniken. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa-bilder)
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Die Omikron-Variante hat Deutschland lĂ€ngst im Griff. Zunehmend grĂ¶ĂŸer scheint die Dunkelziffer der Infektionen zu werden. Im Blickpunkt des RKI steht daher nicht mehr nur die Erfassung der Neuinfektionen.

Angesichts der in die Höhe schnellenden Zahlen von Omikron-Neuinfektionen sieht das Robert Koch-Institut (RKI) nicht die Messung jeder Infektion, sondern immer mehr die Krankheitslast im Fokus.

FĂŒr die aktuelle Lagebewertung stehe "nicht die Erfassung aller Infektionen durch SARS-CoV-2, sondern die Entwicklung der Anzahl und Schwere der Erkrankungen im Vordergrund", wie aus dem RKI-Wochenbericht vom Donnerstagabend hervorgeht. Auch wenn nicht mehr jeder Einzelfall im Meldesystem erfasst werde, ermöglichten ergĂ€nzend SchĂ€tzwerte "eine zuverlĂ€ssige EinschĂ€tzung der Gesamtentwicklung der epidemiologischen Situation" in Deutschland, hieß es.

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Konkret weisen die Experten darum seit Kurzem im Wochenbericht SchÀtzungen zu Infizierten mit Covid-19-Krankheitssymptomen verschiedener Schwere aus. Spezifisch liegen damit auch SchÀtzwerte zu FÀllen unterhalb der Schwelle von Krankenhausaufnahmen vor, etwa die HÀufigkeit von Arztbesuchen: In der Woche bis 23. Januar waren dies demnach 280 pro 100.000 Einwohner, in der Vorwoche waren es laut RKI noch 178 gewesen.

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FĂŒr die dritte Woche des Jahres wurde zudem geschĂ€tzt, "dass in etwa 1,3 bis 2,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre und 0,6 bis 1,3 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren an Covid-19 mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung erkrankte". Diese Angaben speisen sich aus verschiedenen Quellen, etwa aus Angaben aus der Bevölkerung.

Test- und ErfassungskapazitÀten an den Grenzen

Hintergrund fĂŒr die vorĂŒbergehend unvollstĂ€ndiger werdende Erfassung von Infizierten sind unter anderem zunehmend an und ĂŒber ihre Grenzen kommende Test- und ErfassungskapazitĂ€ten. Die GesundheitsĂ€mter meldeten laut RKI am Donnerstag erstmals mehr als 200.000 neue Corona-FĂ€lle an einem Tag, die Sieben-Tage-Inzidenz durchbrach die Schwelle von 1.000.

Die jetzige Welle schlÀgt sich etwa bei den LaborkapazitÀten immer deutlicher nieder. In der vergangenen Woche waren laut dem Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), der sich auf Daten von rund 180 Laboren berief, rund 2,4 Millionen der besonders verlÀsslichen PCR-Tests gemacht worden. Jeder dritte Befund sei positiv gewesen. Die Auslastung der Labore lag demnach im bundesweiten Durchschnitt bei 95 Prozent.

Omikron-Anteil hat sich weiter gesteigert

Der Anteil der in Deutschland lĂ€ngst dominierenden Omikron-Variante hat sich der RKI-Publikation zufolge zuletzt noch weiter gesteigert. In den Meldedaten aus den BundeslĂ€ndern betrug er in der vergangenen Woche 96 Prozent. Angesichts dieser sehr starken Verbreitung sei der Zusatznutzen von variantenspezifischen PCR-Tests "eingeschrĂ€nkt", hieß es. Wegen der begrenzten TestkapazitĂ€ten sowie weiter stark ansteigender Fallzahlen sei es sinnvoll, PCR-Tests zu Diagnose-Zwecken zu bevorzugen.

Wegen der rasanten Ausbreitung von Omikron rechnen viele Experten mit zahlreichen neuen Patienten in den Kliniken. Der Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, sagte, auf Intensivstationen sehe man derzeit eher eine SeitwĂ€rtsbewegung. Aufgrund der bei Omikron wohl zumeist weniger schwerwiegenden VerlĂ€ufe im Vergleich zu Delta befĂŒrchten Fachleute allerdings eine zunehmend grĂ¶ĂŸere Belastung fĂŒr Normalstationen.

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Die Experten vom RKI weisen im Wochenbericht einmal mehr darauf hin, dass die Covid-19-Lage derzeit Ă€ußerst angespannt sei und bekrĂ€ftigen ihre Impfappelle. "Durch den sehr schnellen Anstieg der Erkrankungen besteht die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems und gegebenenfalls weiterer Versorgungsbereiche", warnen sie. Die Einhaltung der bekannten Schutz- und Hygienemaßnahmen sowie die konsequente Kontaktreduzierung blieben entscheidend.

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