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René Aust ist Leiter der AfD-Delegation im EU-Parlament: So tickt er


Nach Krah-Absturz
Dieser Ex-SPDler ist der neue AfD-Spitzenmann in Europa

Von afp
10.06.2024Lesedauer: 3 Min.
imago images 0492746635Vergrößern des BildesRené Aust: Der Zögling Höckes leitet zukünftig die AfD-Delegation in der EU. (Quelle: IMAGO/Michael Bihlmayer/imago)
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Er hat keinen geraden Lebenslauf und eine Vergangenheit beim politischen Gegner. René Aust soll die AfD in Europa wieder anschlussfähig machen.

Er hat es von Platz drei auf der Liste an die Spitze der AfD in Europa geschafft. Der thüringische Landtagsabgeordnete René Aust leitet die neue, deutlich gewachsene Delegation der deutschen Rechtspopulisten im EU-Parlament. Der 37-Jährige hatte in der Wahlliste hinter Maximilian Krah und Petr Bystron kandidiert – beide manövrierten sich aber in den Wochen vor der Wahl mit diversen Affären ins Aus. Krah wurde schließlich sogar aus der Delegation ausgeschlossen.

Die AfD hatte am Sonntag mit 15,9 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis bei einer Europawahl geholt. Nach Krahs Rauswurf besteht die Gruppe noch aus 14 Abgeordneten. Diese gingen die Aufgabe nun "mit feierlichem Ernst" an, sagte Aust am Montag nach seiner Wahl.

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René Austs Werdegang bei der AfD

Aust, der eigenen Angaben zufolge elf Jahre lang SPD-Mitglied war, gilt als enger Vertrauter des thüringischen AfD-Landeschefs Björn Höcke. Drei Jahre nach seinem SPD-Austritt schloss sich Aust 2017 der AfD an und wurde Pressereferent im Fraktionsbüro Höckes im Erfurter Landtag.

2019 kandidierte Aust schließlich selbst bei der Landtagswahl für den Wahlkreis Schmalkalden-Meiningen II, holte gleich mit 24,2 Prozent der Erststimmen das Direktmandat und ist seither europapolitischer Sprecher in der von Höcke geleiteten Fraktion. Zudem leitet er den Kreisverband Südthüringen, eine Hochburg der AfD.

Kein gerader Lebensweg: "Eine Geschichte von Scheitern"

Der 1987 im nordrhein-westfälischen Lüdinghausen zwischen Ruhrgebiet und Münsterland geborene Aust schloss eigenen Angaben zufolge die Höhere Handelsschule ab. Er ging zur Uni, unterbrach aber sein Studium, lebte zwischenzeitlich im Ausland, wechselte das Fach und schloss 2016 den Master in Geographie ab.

Aufsehen erregende Affären oder skurrile Auftritte wie zuletzt Krah und Bystron lieferte Aust bislang nicht. Dafür eine Laufbahn, die nicht immer geradeaus nach oben ging. Aust geht selbstbewusst damit um und erzählt zum Beispiel stolz, dass er sein Studium ohne Bafög mit diversen Nebenjobs auf der Baustelle, im Baumarkt und als Müllmann finanzierte.

"Die Lebenserfahrungen in vielen unterschiedlichen Bereichen außerhalb der Welt des Hörsaals waren wichtig. Es musste oft unter Druck improvisiert werden, weil nicht immer alles klappte", unterstreicht Aust. "Es ist kein glatt verlaufendes Leben, sondern ein Leben mit Brüchen, eine Geschichte von Scheitern und hart erkämpften Erfolgen", schreibt er auf seiner Homepage.

Suche nach Partnern in der EU

Improvisationstalent wird Aust auch im EU-Parlament brauchen. Nach dem Ausschluss aus der Rechtsaußen-Fraktion ID dürften komplizierte Gespräche mit potenziellen Partnern anstehen. Aust selbst geht davon aus, dass die AfD wieder aufgenommen wird und sprach nur von einer "Beziehungspause".

Andererseits wird Aust auch die in Teilen seit Jahren zerstrittene Delegation einen müssen. Die Abgeordneten hätten "die Verantwortung gespürt, es dieses Mal besser zu machen", sagte er mit Blick auf zurückliegende Streitigkeiten in der Delegation in den vergangenen Jahren. Er versprach, "sich deutlich mehr abzusprechen".

Hetze gegen Ausländer

Seit Aust nach den Skandalen der Spitzenkandidaten zum Aushängeschild des AfD-Europawahlkampfs wurde, tritt er regelmäßig im Fernsehen auf. Dort gab er sich rhetorisch moderater als etwa Spitzenkandidat Krah. "Wir wollen, dass die Bürger in diesem Land wieder zu entscheiden haben, wie es voran geht und wie nicht", sprach sich Aust vor der Wahl etwa für mehr Bürgerbeteiligung aus. Am Sonntag versprach er, dass die AfD mit dem Wahlergebnis "verantwortungsvoll" umgehen werde.

Inhaltlich äußerte er sich häufig zu Migration und sozialen Themen, bei denen er parteiintern unstrittige Positionen vertritt. So kritisierte er, dass "ganze Dörfer aus Rumänien und Bulgarien in die Sozialwohnungen von Berlin und dem Ruhrgebiet eingewandert" seien. "Sozialmigration" sei ein zentrales Thema der EU in den kommenden Jahren, sagte Aust, der auch am Sozialprogramm der AfD beteiligt war.

Sein Mandat im Thüringer Landtag will Aust aufgeben, die dortigen Wahlen finden am 1. September statt. Er wolle "den Staffelstab sauber übergeben", sagte er zuletzt.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur afp
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