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"Charlie Hebdo"-Karikatur über Erdbebenopfer sorgt für Empörung


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"Charlie Hebdo"-Karikatur sorgt in der Türkei für Empörung

Von t-online, lib, mm

Aktualisiert am 09.02.2023Lesedauer: 2 Min.
Ausschnitt der Karikatur:
Ausschnitt der "Charlie Hebdo"-Karikatur: "Man muss nicht mal Panzer schicken." (Quelle: Charlie Hebdo/Twitter)
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Am Montag erschütterten schwere Erdbeben die türkisch-syrische Grenzregion. Eine Karikatur eines französischen Satiremagazins sorgt nun für wütende Reaktionen.

Eine Karikatur der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" hat in der Türkei eine Welle der Empörung ausgelöst. "Moderne Barbaren! Ertrinken Sie in Ihrem Hass und Ihrer Abscheu", schreibt etwa der Berater und Sprecher des türkischen Präsidenten, İbrahim Kalın, auf Twitter an die Urheber der Karikatur gerichtet.

Das Magazin hat am Dienstag eine Zeichnung auf Twitter geteilt, welche eingestürzte Gebäude zeigt. Dazu steht – aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt – geschrieben: "Erdbeben in der Türkei – man muss nicht mal Panzer schicken." Hier sehen Sie die Karikatur:

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Hintergrund sind die verheerenden Erdbeben, die in der Nacht auf Montag die Türkei und das benachbarte Syrien erschütterten. Dabei haben bisherigen Angaben zufolge rund 11.000 Menschen ihr Leben verloren. Zahlreiche Vermisste werden allerdings noch unter den Trümmern vermutet; die Rettungsarbeiten sind auch ein Lauf gegen die Zeit. Alle aktuellen Informationen können Sie im Newsblog nachlesen.

"Man muss schon sehr dreist sein"

Als geschmacklos empfinden deshalb viele türkischsprachige Twitter-Nutzer die Karikatur: "Man muss schon sehr dreist sein, um so etwas zu tun, während unter den Trümmern noch Babys auf Hilfe warten", kommentiert die türkische Moderatorin Öznur Küçüker Sirene den Beitrag von "Charlie Hebdo". Die Karikaturisten wagten es, sich über das Leid eines ganzen Volkes lustig zu machen.

Immer wieder sorgen die Karikaturen des Magazins für Aufmerksamkeit – im Oktober 2020 etwa hatte eine "Charlie Hebdo"-Titelseite mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan Spannungen zwischen der Türkei und Frankreich vertieft.

Bezeichnete Erdbebenopfer als "Penne mit Tomatensoße"

Auch ist es nicht das erste Mal, dass sich "Charlie Hebdo" über Erdbebenopfer lustig macht: Nach dem schweren Erdbeben in Italien im Jahr 2016 hatte das Satiremagazin unter anderem einen verletzten Mann als "Penne mit Tomatensoße" und verschüttete Menschen als "Lasagne" bezeichnet. Die Karikatur erntete scharfe Kritik.

2015 war die Zeitschrift zum Ziel eines islamistischen Anschlags in Paris geworden, nachdem das Blatt mit der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen weltweit Empörung unter strenggläubigen Muslimen ausgelöst hatte. Elf Menschen starben damals in den Büroräumen der Satirezeitung.

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Verwendete Quellen
  • twitter.com: Profil von @Charlie_Hebdo_
  • twitter.com: Profil von @ikalin1
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Von Carsten Janz
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