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Lauterbach will drastisch mehr elektronische Patientenakten


Für 80 Prozent der Versicherten
Lauterbach will drastisch mehr elektronische Patientenakten

Von afp
09.03.2023Lesedauer: 2 Min.
imago images 0238848080Vergrößern des BildesBundesminister für Gesundheit Karl Lauterbach (SPD): "Deutschlands Gesundheitswesen hängt in der Digitalisierung um Jahrzehnte zurück". (Quelle: IMAGO/M. Popow)
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Die Digitalisierung im Gesundheitswesen soll vorangehen: Gesundheitsminister Karl Lauterbach will dafür deutlich mehr gesetzlichen Versicherten eine elektronische Patientenakte verschaffen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will einen neuen Anlauf bei der seit Jahrzehnten verzögerten Digitalisierung von Patientendaten nehmen. Ziel sei es, bis zum Jahr 2025 80 Prozent der gesetzlich Versicherten mit einer elektronischen Patientenakte (ePA) auszustatten, sagte Lauterbach am Donnerstag. Das gleichfalls bisher kaum genutzte E-Rezept soll zum 1. Januar 2024 "verbindlicher Standard in der Arzneimittelversorgung" werden.

"Deutschlands Gesundheitswesen hängt in der Digitalisierung um Jahrzehnte zurück", betonte der Minister. "Das können wir nicht länger verantworten. Deshalb machen wir einen Neustart." Zwei dafür nötige Gesetze – das Digitalgesetz und das Gesundheitsdatennutzungsgesetz – seien "weitestgehend fertig" und würden "in den nächsten Wochen vorgelegt".

Pläne für eine elektronische Patientenakte gibt es schon seit 20 Jahren. Seit Anfang 2021 können Versicherte sie freiwillig über Angebote ihrer Krankenkassen nutzen. Lauterbach zufolge tun das bisher aber erst weniger als ein Prozent der Versicherten.

"Nicht Kontrolle über medizinische Informationen entziehen"

Deshalb sollen Lauterbach zufolge Versicherte künftig nicht mehr ausdrücklich zustimmen müssen, um die ePA zu erhalten. Kritik an der automatischen Erstellung der Patientenakte äußerte die Stiftung Patientenschutz. Vorstand Eugen Brysch erklärte, dem Bürger dürfe aber "nicht die Kontrolle über seine medizinischen Informationen entzogen werden. Denn Schweigen bedeutet nicht Zustimmung."

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) begrüßte das Vorhaben. "Wichtig ist dabei die verpflichtende Befüllung der elektronischen Patientenakte durch Ärztinnen und Ärzte", erklärte der Verband. Die Hausärzte verlangten ihrerseits "praxistaugliche Lösungen". Sie hätten nicht die Zeit, zum Start der neuen Patientenakte für tausende Patienten einzeln die bisherige Krankheitsgeschichte händisch in die digitale Akte einzutragen, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Markus Beier, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur afp
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