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Brianna Ghey: Jugendliche töten trans Mädchen brutal mit 28 Stichen


Jugendliche töten trans Mädchen – brutale Details


Aktualisiert am 29.11.2023Lesedauer: 3 Min.
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Mahnwache für Brianna Ghey: Das trans Mädchen wurde von Mitschülern getötet.Vergrößern des Bildes
Mahnwache für Brianna Ghey: Das trans Mädchen wurde von Mitschülern getötet. (Quelle: Artur Widak/imago images)

Der Mord an dem trans Mädchen Brianna Ghey hat das Vereinigte Königreich erschüttert. Nun stehen zwei 16-Jährige vor Gericht.

Im Februar töteten zwei Jugendliche im Alter von 16 Jahren das trans Mädchen Brianna Ghey mit 28 Messerstichen – nun stehen sie in England vor Gericht. Und bereits nach wenigen Verhandlungstagen scheint klar zu sein: Der Junge und das Mädchen hatten die Tötung lange geplant, inklusive grausamer Details.

So sollen Notizzettel aus dem Zimmer eines der Angeklagten Details enthalten, wie Ghey an dem fraglichen Abend unter dem Vorwand, gemeinsam Drogen zu nehmen, in den Park zu locken sei. Dort solle einer der beiden ein Codewort aussprechen: "Er sticht ihr in den Rücken, ich in den Bauch. Er schleppt den Körper weg. Wir begraben den Körper unter Holzscheiten."

Messerstiche, die Knochen brachen

In einer Nachricht an ihren späteren Mittäter schreibt das Mädchen, es sei "verdammt aufgeregt" wegen des 11. Februars – der Tag, an dem Ghey starb.

Sie wurde schließlich mit 28 Messerstichen getötet, bei denen nach Angaben der Ermittler auch mehrere Knochen brachen. "Dazu braucht es beachtliche Kraft", erklärte Staatsanwältin Deanna Heer. "Sie war zweifellos das Opfer eines ausdauernden, gewalttätigen Angriffs."

Beide Angeklagte beschuldigten einander, Ghey den tödlichen Stich versetzt zu haben, doch das hält Heer für irrelevant: "Egal, wer den letzten Stich gesetzt hat, sie sind beide schuldig. Sie haben die Tat gemeinsam geplant und ausgeführt."

Angeklagte legte falsche Spur

Nach der Tat schickte das Mädchen Ghey eine WhatsApp-Nachricht: "Scheiße von dir, dass du uns für so einen Typen aus Manchester sitzen gelassen hast." Eine falsche Spur, so Heer – für den Fall, dass Ermittler das Telefon des Opfers durchsuchten.

Bereits Wochen vor der Tat hatten der Junge und das Mädchen wohl mindestens zweimal versucht, die 16-Jährige zu töten. Das Mädchen behauptete, Ghey eine Überdosis Ibuprofen verabreicht zu haben. Das deckt sich mit der Aussage der Mutter des Opfers, die sich erinnert, dass ihre Tochter über Tage krank wurde und starke Schmerzen hatte.

Ein andermal sagte Ghey kurz vorher ein Treffen mit den beiden ab. Chats zwischen den Tätern legen nahe, dass das trans Mädchen bereits bei diesem Treffen hätte sterben sollen: "Ich bin verdammt angepisst, dass sie in der letzten Minute abgesagt hat."

Angeklagte wollten anderen Mitschüler erhängen

Das Mädchen, so schreibt es selbst in einer früheren Nachricht an ihren späteren Komplizen, sei "besessen" von Ghey gewesen. Sie sei "anders": "Ich weiß nicht, wie ich es erklären soll. Ach ja, und sie hat einen Penis." Ghey sei "wirklich hübsch".

Der Junge hingegen bezeichnete das trans Mädchen durchgehend abwertend als "Es": "Ich glaube nicht, dass du verliebt bist. Die unnatürliche Art, die Es hat, macht dich einfach neugierig." Außerdem schrieb das Mädchen seinem Freund, den es bereits aus frühester Kindheit kennt: "Ich liebe Foltervideos – also so richtige."

Brianna Ghey soll nicht die einzige Mitschülerin gewesen sein, die das Duo töten wollte – es soll laut den Ermittlern eine Liste von fünf Personen gegeben haben. Einen wollten sie beispielsweise im Park erhängen.

"Sie ist einfacher zu töten"

Als der das Locktreffen ebenfalls kurzfristig absagte, soll der Fokus wieder auf Ghey umgeschwenkt sein: "Es" sei "einfacher zu töten", so der Junge. Und: "Ich bin neugierig, ob Es schreit wie ein Mann oder wie ein Mädchen." Zwei Wochen später sollen sie das trans Mädchen brutal mit 28 Stichen getötet haben.

Als sie gerade dabei waren, die Leiche zu verstecken, wurden sie von Passanten entdeckt. Die beiden Jugendlichen liefen weg, wurden aber später gefasst, so Staatsanwältin Heer. Neben den Chats fanden die Ermittler Blutspuren Gheys an der Kleidung der Angeklagten.

Der Prozess vor den Augen von Brianna Gheys Familie in Manchester wird wohl noch mehrere Wochen dauern. Die Tat ist kein Einzelfall: Zwischen Oktober 2022 und September 2023 wurden nach Angaben der Organisation "Transgender Europe" weltweit über 300 trans Personen ermordet.

Verwendete Quellen
  • news.sky.com: "Girl accused of Brianna Ghey murder 'tried to kill her with overdose weeks before fatal stabbing'" vom 29. November 2023
  • theguardian.com: "Brianna Ghey murder trial: accused discussed killing five children, court told" vom 27. November 2023
  • cbsnews.com: "Note found in girl's bedroom outlined plan to kill trans teen Brianna Ghey, U.K. prosecutor says" vom 28. November 2023
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