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"Gemeinsame Kommunion verwässert den Glauben"

PRO & KONTRAÖkumenisches Abendmahl  

"Gemeinsame Kommunion verwässert den Glauben"

06.04.2018, 09:11 Uhr | ds

. Männerwallfahrt (Quelle: dpa/Swen Pförtner)

Männerwallfahrt (Quelle: Swen Pförtner/dpa)

Sie katholisch, er Protestant – ein gemeinsames Abendmahl: unmöglich. Das wollte die Deutsche Bischofskonferenz ändern. Und stößt auf viel Widerstand. Wie finden Gläubige eine konfessionsübergreifene Kommunion? 

Die katholische Kirche in Deutschland will Protestanten und Katholiken ein gemeinsames Abendmahl ermöglichen. Das hat die Bischofskonferenz im Frühjahr entschieden. Nun regt sich Widerstand gegen den Entschluss: Sieben deutsche Bischöfe – unter ihnen der Kölner Kardinal Woelki – haben einen Brandbrief nach Rom geschickt. Der Tenor: Deutschland hätte in einer so wichtigen Glaubensfrage überhaupt keinen Alleingang wagen dürfen.

Jetzt soll Kardinal Koch, Präsident des päpstlichen Rats zur Förderung und Einheit der Christen, ein Machtwort sprechen – und den Entschluss aus dem Frühjahr zurücknehmen. Der Vorgang ist in der jüngeren Kirchengeschichte beispiellos. Er erinnert an den Konflikt zwischen den deutschen Bischöfen und dem damaligen Papst Johannes Paul II. über die Schwangerschaftsberatung.

Doch wie sehen es eigentlich die Gläubigen der katholischen Kirche selbst? Haben sie ein Problem damit, wenn Ehepartner unterschiedlicher Konfessionen das Abendmahl gemeinsam feiern? Auf t-online.de erklärt eine katholische Religionslehrerin, warum sie das ökumenische Abendmahl für richtig hält. Und eine gläubige Katholiken, warum sie ein Problem mit einer gemeinsamen Kommunion hat.  

Sollten Protestanten und Katholiken in einer Messe ein gemeinsames Abendmahl feiern dürfen?

Beate Beyer

Religionslehrerin

Pro

Solange Christen in zwei Richtungen beten, läuft etwas schief

Ich und mein evangelischer Mann ringen seit Jahrzehnten darum, dass wir nicht länger am Tisch des Herrn geschieden werden. Deshalb warteten wir gespannt auf die von der Deutschen Bischofskonferenz geplante Neuregelung. Dass jetzt sieben Bischöfe den konfessionellen Grabenkampf auf Kosten konfessionsverbindender Paare wieder zum Programm machen, ist für uns völlig unverständlich.

Wir selber gehen gemeinsam zur Eucharistie, wenn wir den katholischen Gottesdienst besuchen. Das haben wir so mit unserem Ortspfarrer besprochen. Und auch unser Bischof weiß das. Für uns heißt das: Wir sind am Tisch Jesus Christi im Sakrament des Heiligen Abendmahls vereint. Dies sollte überall der Normalfall sein, wo beiden der Glaube an Jesus Christus wichtig ist, sie ihn bewusst leben und wo sie das Bedürfnis nach dieser Gemeinschaft haben – mit dem Wissen, wie die jeweils andere Konfession das Abendmahl versteht. Auch mit Blick auf die Kinder ist es wichtig, dass die Familie nicht an jedem Sonntag zerrissen wird.

Konfessionsverbindende Ehen leben christliche Einheit im Alltag – in einer Zeit, in der die Konfessionen dramatisch schrumpfen. Sie sind damit Vorbild für die Zukunft der noch zerrissenen Christenheit.

Solange die Christen sonntags in zwei oder mehr Richtungen zum Gebet laufen, läuft etwas schief.

Iris Vollrath

Zahnärztin

Contra

Mit gemeinsamer Kommunion wird der Glaube verwässert

Grundsätzlich begrüße ich als katholische Christin alle Initiativen, die der Einheit der Christen und der Überwindung der Spaltung dienen. Besonders schwierig kann im Alltag die Umsetzung des Glaubens bei Eheleuten werden, wenn sie verschiedenen Konfessionen angehören.

In diesem Zusammenhang ist vermutlich das Bemühen der Deutschen Bischofskonferenz zu sehen, dort durch gemeinsamen Kommunionempfang Erleichterungen zu schaffen. Doch mit einem gemeinsamen Abendmahl von katholischen und protestantischen Christen habe ich dennoch ein Problem.

Dabei geht es mir keinesfalls darum, dass ich evangelische Gläubige aus einer katholischen Messe verbannen möchte. Ausschlaggebend für ein gemeinsames Abendmahl ist für mich jedoch, ob in den betreffenden Fällen das rechte Sakramentsverständnis vorliegt. Denn dort unterscheiden sich Katholiken und Protestanten grundlegend.

Der Glaube an die wirkliche Gegenwart des Herrn in der heiligen Kommunion muss die Voraussetzung für den Kommunionempfang sein. Ansonsten würde eine zentrale Aussage des katholischen Glaubens verwässert. Damit ist dann keinem weitergeholfen. Da es hier um eine so wichtige Frage geht, halte ich den Vorstoß der sieben Bischöfe für richtig und unterstütze ihn.

Zu den Personen:

Beate Beyer (57) ist katholische Religionspädagogin aus Tübingen. Sie ist mit einem evangelischen Mann verheiratet. Zusammen gehören sie zu den Gründern des "Netzwerk Ökumene". Sie wollen die Rechte von Paaren und Familien mit unterschiedlichen Konfessionen innerhalb der christlichen Kirche in Deutschland verbessern.

Iris Vollrath-Schreckenberg (58) ist Zahnärztin aus Essen. Sie ist gläubige Katholikin und seit vielen Jahren in ihrer Kirchengemeinde aktiv. Sie ist mit einem katholischen Mann verheiratet.

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