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Regelwidrig abgestellt: In Deutschland fehlen Tausende Lkw-Parkplätze

Regelwidrig abgestellt  

In Deutschland fehlen Tausende Lkw-Parkplätze

20.01.2019, 08:53 Uhr | dpa

Regelwidrig abgestellt: In Deutschland fehlen Tausende Lkw-Parkplätze. Stellplätze fehlen vor allem entlang der Transitrouten.

Stellplätze fehlen vor allem entlang der Transitrouten. Foto: Holger Hollemann. (Quelle: dpa)

Goslar (dpa) - Ob an der A7 oder der besonders stark belasteten Ost-West-Achse A2: Lkw-Fahrer in Deutschland wissen oft nicht, wo sie während der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten ihre Lastwagen abstellen sollen. Denn bundesweit fehlen nach Ansicht von Experten Tausende Stellplätze.

Weil sie deshalb oft keine legale Parkmöglichkeit fänden, stellten die Fahrer ihre Lkw vielfach regelwidrig ab, bemängelt der ADAC. Auf Raststätten gebe es für Pkw dann oft kein Durchkommen mehr.

Schlimmer noch: Lastwagen stünden nachts vielfach unbeleuchtet auf den Standstreifen vor Autobahn-Parkplätzen und gefährdeten dadurch den Verkehr, beklagt der Automobilclub AvD im Vorfeld des 57. Deutschen Verkehrsgerichtstag, der am Mittwoch in Goslar beginnt. Thema dort sind auch Unfälle mit Lkw-Beteiligung.

Der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) schätzt, dass die Zahl der fehlenden Lkw-Stellplätze im fünfstelligen Bereich liegt. Konkrete Zahlen gibt es nicht. Eine von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Auftrag gegebene Studie zu diesem Thema ist nach Angaben eines Sprechers noch nicht ausgewertet.

Sicher sei aber, dass Stellplätze vor allem entlang der Transitrouten fehlen, sagt BGL-Sprecher Martin Bulheller. Eine Ursache für den Andrang an den Parkplätzen sei die Zunahme der Warenströme infolge der Internationalisierung der Industrieproduktion. Vor allem Lkw aus osteuropäischen Ländern seien in Westeuropa oft wochen- oder sogar monatelang ununterbrochen im Einsatz.

"Demzufolge sind viele Parkplätze mit pausierenden beziehungsweise auf die nächste Ladung wartenden Lkw aus Billiglohnländern belegt", sagt Bulheller. Vor allem an Wochenenden sehe man Lkw bis auf die Abfahrts- und Beschleunigungsstreifen parken, beklagt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV), Jörg Elsner. "Dadurch wird der Verkehr in diesen Bereichen massiv behindert", stellt auch der Automobilclub ACE fest.

Dadurch könne es zu gefährlichen Situationen kommen, sagt der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Michael Mertens. Auch die GdP plädiere für mehr Lkw-Parkplätze. Wenn der Gesetzgeber den Fahrern die Pflicht zur Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten auferlege, "muss er auch die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie sich daran halten können", sagt Mertens.

Das Bundesverkehrsministerium habe in den vergangenen Jahren zwar bereits mehrere Tausend zusätzliche Lkw-Stellplätze an Autobahnen bauen lassen, sagt BGL-Sprecher Bulheller. Dies reiche aber bei weitem nicht aus. "Unsere Fahrer stellen dies bei der allabendlichen Jagd auf den letzten freien Stellplatz am eigenen Leibe fest." Nach Angaben des BGL sind auf Deutschlands Straßen rund 500.000 einheimische Lastwagen sowie zusätzlich mindestens 300.000 ausländische Lkw unterwegs - Tendenz steigend.

Hilfe bei der Behebung der Stellplatz-Misere könnte nach Ansicht des ADAC die Digitalisierung leisten. Mit einem App-basierten System könnten Lkw-Fahrer ihre Plätze im Voraus buchen oder sich Plätze auf ungenutzten Gewerbeflächen oder Autohöfen suchen. "Die Daten sollten den Fahrern direkt ins Führerhaus geschickt werden", rät auch der Automobilclub ACE. Der AvD appellierte zudem an die Kommunen, in Gewerbe- und Industriegebieten in der Nähe von Autobahnen zusätzliche Parkplätze auszuweisen.

In jedem Fall sei zur Reduzierung der Unfallrisiken durch Lkw eine Infrastruktur erforderlich, die dem wachsenden Verkehrsaufkommen angepasst ist, erläutert BGL-Abteilungsleiter Guido Belger in seinem Beitrag für den Verkehrsgerichtstag. Dazu gehörten auch genügend Stellplätze, damit Lkw-Fahrer die Lenk- und Ruhezeiten einhalten können.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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