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Prozess in Mönchengladbach: Angeklagter bestreitet Vergewaltigung in Fanzug

Prozess in Mönchengladbach  

Angeklagter bestreitet Vergewaltigung in Fanzug

10.05.2019, 15:27 Uhr | dpa

Prozess in Mönchengladbach: Angeklagter bestreitet Vergewaltigung in Fanzug. Das Amts- und Landgericht in Mönchengladbach.

Das Amts- und Landgericht in Mönchengladbach. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit schilderte die 20-Jährige die Ereignisse jener Nacht im April 2018 aus ihrer Sicht. Foto: Roland Weihrauch. (Quelle: dpa)

Mönchengladbach (dpa) - Ein 31-jähriger Mann soll eine junge Frau in einem Zug voller Fußball-Fans auf einer Toilette vergewaltigt haben - dafür steht vor dem Amtsgericht Mönchengladbach. Noch im Zug rief die damals 19-Jährige weinend ihre Eltern an, wie die Mutter vor Gericht schilderte.

Mehr als ein Jahr ist das her, aber die seelischen Wunden seien längst nicht verheilt, machte die Anwältin des Opfers am Freitag beim Prozessauftakt deutlich. "Sie ist psychisch sehr labil", sagte Anwältin Melanie Jüde. Die heute 20-jährige Studentin ist Nebenklägerin in dem Verfahren, aber auch Zeugin.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit schilderte sie die Ereignisse jener Nacht im April 2018 aus ihrer Sicht. Zuvor hatte der Angeklagte - bekleidet mit hellem Hemd und dunklem Pullover - über seinen Anwalt die Tat bestritten. Die Initiative sei von der jungen Frau ausgegangen, sie hätten einvernehmlich Sex gehabt.

Die Anklage sieht das anders. Sie geht davon aus, dass der schon in einem früheren Fall wegen Vergewaltigung verurteilte Deutsche mit polnischen Wurzeln die junge Frau gegen ihren Willen sexuell missbraucht hat: Nach einer 1:5 Niederlage des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach beim FC Bayern München waren die Borussia-Fans in einen Sonderzug gestiegen. Darunter die junge Frau - laut Anklage war sie betrunken.

Der Mann und die junge Frau lernten sich demnach im Zug kennen. Nach ersten Küssen im Tanzwagen zogen sie sich laut Anklage auf eine Toilette zurück. Als er die Frau dann anfasste, auch im Intimbereich, sagte sie laut Staatsanwaltschaft, dass sie das nicht wolle. Als es zu der Vergewaltigung kam, sei sie in Schockstarre gefallen.

Die Mutter der Studentin schilderte ihr Kind als eher konservativ. Sie könne sich nicht vorstellen, dass ihre Tochter die Initiative bei Männern ergreife. In jener Nacht waren die Eltern zuhause wach geworden und sahen, dass die Tochter angerufen hatte. Die Mutter rief zurück: "Sie hat weinend angenommen und gesagt, dass sie vergewaltigt wurde", schilderte die Frau äußerlich aufgeräumt vor Gericht. Ihr ging es in dem Moment nicht um Einzelheiten des Übergriffs, wie sie schilderte: "Es ging darum, dass sie nicht alleine ist, wer sich kümmert und wie wir zu ihr kommen können."

Die Mutter rief auch den Polizeinotruf. Beamte holten die junge Frau im hessischen Flörsheim aus dem Zug, die Eltern setzten sich ins Auto und fuhren hin. "Wir haben sie in den Arm genommen und getröstet", schilderte die Mutter. Die 19-Jährige habe zwar nach Alkohol gerochen, aber nicht gelallt oder geschwankt.

Der mutmaßliche Täter konnte identifiziert werden, weil ein Zug-Ordner ein Foto von dem Mann gemacht hatte. Das Opfer hatte den Angeklagten auf einem Foto später allerdings nicht wiedererkannt. Der 31-Jährige ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft als Intensivtäter in der Datei Gewalt und Sport erfasst. In dem laufenden Verfahren ist er auch wegen Körperverletzung angeklagt. Einen Mitreisenden in dem Fan-Zug soll er nach der mutmaßlichen Vergewaltigung aus nichtigem Grund geschlagen haben.

Der 31-Jährige sitzt nach Angaben seines Anwalts derzeit eine Haftstrafe unter anderem wegen einer früheren Vergewaltigung ab. Wegen damaliger Verzögerungen beim Amtsgericht Mönchengladbach hatte er zum Tatzeitpunkt seine Freiheitsstrafe noch nicht angetreten.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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