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Antisemitismus in Belgien: Unesco entzieht Karneval in Aalst den Weltkulturerbe-Status

Antisemitische Darstellungen  

Unesco entzieht belgischem Karneval Weltkulturerbe-Status

13.12.2019, 21:25 Uhr | dpa

Antisemitismus in Belgien: Unesco entzieht Karneval in Aalst den Weltkulturerbe-Status . Ein als SS-Offizier und ein als orthodoxer Jude verkleideter Besucher des Aalster Karnevals: Die Veranstaltung ist bekannt für ihre Grenzübertritte. (Quelle: imago images/Belga)

Ein als SS-Offizier und ein als orthodoxer Jude verkleideter Besucher des Aalster Karnevals: Die Veranstaltung ist bekannt für ihre Grenzübertritte. (Quelle: Belga/imago images)

Seit 2010 gehörte der Straßenkarneval im belgischen Aalst zum Unesco-Weltkulturerbe, jetzt verliert der Umzug diesen Status. Immer wieder werden dort judenfeindliche Klischees bedient.

Wegen Antisemitismusvorwürfen verliert der traditionsreiche Straßenkarneval in der belgischen Stadt Aalst seinen Status als Weltkulturerbe. Das zuständige Unesco-Gremium strich die rund 600 Jahre alte Tradition der flämischen Stadt am Freitag von der Liste, wie die Unesco mitteilte.

Die Organisation begründete dies mit wiederkehrenden rassistischen und judenfeindlichen Darstellungen, die mit ihren Grundwerten unvereinbar seien. Die Unesco stehe zu ihren Gründungswerten wie Würde, Gleichheit und gegenseitigen Respekt und verurteile jede Form von Rassismus, Antisemitismus und Xenophobie.

Aalster Karneval seit 2010 Unesco-Weltkulturerbe

Der Aalster Karneval war 2010 auf die Liste immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen worden. Seitdem wurde die Stadt immer wieder für Karnevalsdarstellungen kritisiert – etwa von der EU-Kommission und der US-Menschenrechtsorganisation Simon-Wiesenthal-Zentrum.

In diesem Jahr wurden beim Straßenkarneval in Aalst riesige, auf Geldsäcken sitzende Figuren mit Schläfenlocken und Hakennasen gezeigt, die judenfeindlichen Klischees entsprachen. Der Jüdische Welt-Kongress begrüßte die Unesco-Entscheidung. "Im 21. Jahrhundert gibt es keinen Platz für diese Art hasserfüllter Symbolik", sagte Präsident Ronald S. Lauder.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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