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Sydney von Rauch eingehüllt - Brände in Australien: Notstand über Weihnachten

Von Rauchschwaden eingehüllt  

Brände in Australien: Notstand über Weihnachten

19.12.2019, 16:30 Uhr | dpa

Sydney von Rauch eingehüllt - Brände in Australien: Notstand über Weihnachten. Dichter Rauch steigt aufgrund eines Buschfeuers südwestlich von Sydney auf.

Dichter Rauch steigt aufgrund eines Buschfeuers südwestlich von Sydney auf. Foto: Dean Lewins/AAP/dpa. (Quelle: dpa)

Sydney (dpa) - Australien steht weiter in Flammen, und das Schlimmste könnte an diesem Wochenende vor Weihnachten noch bevorstehen. Der bevölkerungsreichste Bundesstaat New South Wales an der Ostküste rief einen siebentägigen Notstand aus.

In der Hauptstadt Sydney, die seit Wochen von Rauchschwaden verhangen ist, richtete Regierungschefin Gladys Berejiklian eine Warnung an ihre Mitmenschen: Sie wisse, dass Familien und Freunde in dieser Jahreszeit beisammen sein wollen, "aber bitte ändert eure Pläne, falls ihr verreisen wollt". Unterdessen demonstrierten Hunderte wütende Schüler vor dem Wohnsitz von Premier Scott Morrison, der sich Medienberichten zufolge im Weihnachtsurlaub befindet.

Der Notstand ermöglicht den Behörden nun unter anderem die besonders schnelle Mobilisierung von Geld und Einsatzkräften, Evakuierungen und eine Unterbrechung der Strom- und Gasversorgung. In New South Wales, wo bereits Mitte November ein einwöchiger Notstand ausgerufen worden war, kämpften am Donnerstag mehr als 1700 Feuerwehrleute gegen rund 100 Brände. Mindestens drei von ihnen wurden mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht. Es sei ein "sehr emotionaler, sehr kräftezehrender" Tag gewesen, sagte Shane Fitzsimmons Einsatzleiter der Feuerbehörde RFS, dem "Sydney Morning Herald".

Erschwert wird der Kampf gegen die Flammen durch Rekordhitze und eine große Trockenheit. Australien leidet seit etwa zwei bis drei Jahren unter starker Dürre, die ausgetrocknete Vegetation entzündet sich also besonders leicht. Am Mittwoch wurde erneut eine Hitzemarke gebrochen: Mit 41,9 Grad lag die landesweite durchschnittliche Höchsttemperatur so hoch wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Bereits am Vortag waren 40,9 Grad gemessen worden. Während die heißen Luftmassen durch das Land ziehen, werden vor allem im Landesinneren und im Süden weiter Extremtemperaturen erwartet.

Besonders am Samstag könnte sich die Lage weiter zuspitzen. Es würden extreme Hitze und Windböen erwartet, sagte der Meteorologe Andre Peace dem "Daily Telegraph". Die Buschbrände haben in Australien nach Angaben der Behörden bisher bereits mehrere Millionen Hektar Land vernichtet. Mindestens sechs Menschen kamen ums Leben, mehr als 1000 Häuser wurden zerstört. Rund 70 Kilometer nordwestlich der Millionenmetropole Sydney haben sich mehrere Brandherde zu einer großen Feuerfront zusammengeschlossen.

Trotz der katastrophalen Lage an der Brandfront weilt Australiens Regierungschef Scott Morrison seit Tagen im Urlaub. Medienberichten zufolge entspannt er mit seiner Familie auf der Pazifikinsel Hawaii, was viele Landsleute in Rage bringt. Vor dem Wohnsitz des konservativen Premiers in Sydney versammelten sich Hunderte wütende Schüler, die ihm neben Vernachlässigung seiner Amtspflichten fehlendes Engagement für den Klimaschutz vorwarfen.

Auf Live-Übertragungen vom Ort des Geschehens war zu sehen, wie die Demonstranten Protestschilder in die Höhe reckten - mit Aufschriften wie "Wann dürfen unsere Feuerwehrleute mal Urlaub machen?", "Unser Land steht in Flammen, wo zum Teufel stecken Sie?" und "Wie ist die Luft so in Hawaii?". Einige der Schüler, unter die sich auch Dutzende Erwachsene mischten, trugen demonstrativ Hawaii-Hemden. Zeitweise avancierte das Schlagwort #WhereTheBloodyHellAreYou (etwa: WoZumTeufelSteckstDu) zu einem der meistverwendeten auf Twitter.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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