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Afrikanische Schweinepest nähert sich der deutschen Grenze

Vorbereitungen laufen  

Die Schweinepest nähert sich der deutschen Grenze

22.01.2020, 15:31 Uhr | dpa

Afrikanische Schweinepest nähert sich der deutschen Grenze. Zwei Wildschweine bei der Futtersuche mit der Schnauze im Erdboden: Noch gilt Deutschland als "seuchenfrei". (Symbolbild) (Quelle: dpa/Lino Mirgeler)

Zwei Wildschweine bei der Futtersuche mit der Schnauze im Erdboden: Noch gilt Deutschland als "seuchenfrei". (Symbolbild) (Quelle: Lino Mirgeler/dpa)

Vor wenigen Wochen wurde ein infizierter Schweinekadaver in Polen gefunden. Schon damals waren es nur noch 21 Kilometer bis zur deutschen Grenzen. Jetzt gibt es einen neuen Fall, der deutlich macht: Die Seuche rückt näher.

Die Afrikanische Schweinepest rückt noch näher an Deutschland heran. In Polen wurde zwölf Kilometer von der Grenze entfernt ein neuer Fall der Tierseuche bei einem toten Wildschwein gemeldet, wie das Bundesagrarministerium  mitteilte. Es handelt sich um die Grenze zu Sachsen. Über mögliche weitere Maßnahmen entschieden die Behörden vor Ort, sagte eine Sprecherin. In der nächsten Woche sei dazu auch ein Treffen auf Expertenebene mit Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern vorgesehen. Deutschland und Polen haben die Vorsorge schon verstärkt.

Für Menschen ist die Tierseuche ungefährlich. Allerdings dürfte der erste Nachweis bei einem Wild- oder Hausschwein in Deutschland wirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen. Die Bundesrepublik würde den Status als "seuchenfrei" verlieren, es drohen Exportstopps für Schweinefleisch etwa nach Asien.

Zuletzt war Anfang Januar ein positiv getesteter Wildschwein-Kadaver in Polen gefunden worden: 21 Kilometer von der Grenze entfernt nordöstlich von Bad Muskau in Sachsen. Mit Blick auf den neuen Fund erläuterte das Agrarministerium in Dresden, die Bedrohungslage für Sachsen sei unverändert. Die Präventionsmaßnahmen würden regelmäßig überprüft, es bestehe enger Kontakt zu den Behörden im Nachbarland, und es entstünden Schutzzäune entlang der Lausitzer Neiße. Brandenburg hat wegen der grenznahen Fälle schon einen 120 Kilometer langen Schutzzaun errichtet.

Das Ministerium ist auf die Krankheit vorbereitet

Das Bundesministerium hatte am Montag weitere Schritte angekündigt. So sollen im Fall eines Ausbruchs in Deutschland in einem größeren Radius Zäune und andere Barrieren aufgestellt werden können, die Wildschweine aufhalten sollen. Dafür wird derzeit eine entsprechende Verordnung erweitert, die noch der Bundesrat beschließen muss.

Ministerin Julia Klöckner vereinbarte am Rande der Agrarmesse Grüne Woche zudem mit ihrem polnischen Amtskollegen Jan Krzysztof Ardanowski, weitere Maßnahmen zu erarbeiten. Im Gespräch sei etwa, einen eingezäunten Korridors entlang der Grenze zu errichten. Es werde geprüft, wie das Technische Hilfswerk beim Bau von Schutzzäunen auf polnischer Seite behilflich sein könne.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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