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Coronavirus: Webasto – wenn der Kollege das Virus in sich trägt

Leben und Arbeiten mit Corona-Gefahr  

Wenn der Kollege das Virus in sich trägt

28.01.2020, 18:14 Uhr | Sabine Dobel, dpa

Coronavirus: Erkrankter Mann in Bayern hatte Kontakt mit mindestens 40 Personen

Auch nach der Bestätigung eines ersten Falls des Coronavirus in Deutschland bleibt die Gefahr für die Gesundheit der deutschen Bevölkerung nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) gering. (Quelle: Reuters)

Kontakt mit mindestens 40 Personen: Das sagt der behandelnde Chefarzt über den am Coronavirus erkrankten Mann aus Bayern. (Quelle: Reuters)


Die Telefone stehen nicht still, in den örtlichen Apotheken drängen sich die Kunden. Am Sitz des Autozulieferers Webasto ist der erste Coronavirus-Fall in Deutschland nachgewiesen worden. Ein Ortsbesuch. 

Mitarbeiter gehen ein und aus – fast wie jeden Tag. Beim Autozulieferer Webasto in Gauting-Stockdorf bei München herrscht nach außen hin normaler Betrieb, nachdem bei einem Mitarbeiter das neue Coronavirus festgestellt wurde. Der eine oder andere greift am Eingang zur Händedesinfektion – sie steht nach Bekanntwerden des Falles eigens bereit.

Die meisten Mitarbeiter wollten sich nicht zu dem Fall äußern. "Kein Kommentar", heißt es am Dienstag immer wieder. Eine Mitarbeiterin sagt, es herrsche "ganz normaler Betrieb". Allerdings gebe es auch Verunsicherung. Eine andere Mitarbeiterin sagte, es sei sehr ruhig, offenbar seien tatsächlich viele daheim geblieben.
 

 
"Wir haben allen Mitarbeitern, die hier in Stockdorf ansässig sind, freigestellt in dieser Woche, dass sie eigenverantwortlich entscheiden können, ob sie im Homeoffice oder ob sie im Büro arbeiten wollen", sagt Sprecherin Nadine Schian. Die Stimmung im Unternehmen sei ruhig. "Alle Mitarbeiter gehen sehr professionell mit der Situation um." Sie würden über jede neue Entwicklung informiert.

Apotheken sind leer gekauft 

Die Apotheken in Gauting und im gesamten Würmtal südwestlich von München erleben einen Ansturm. Gefragt wird nach Desinfektionsmitteln, vor allem aber nach Atemschutz – ausverkauft. "Seit gestern haben wir hier einen Run", sagte eine Apothekerin. Nachlieferungen seien derzeit nicht möglich, sie rechne für die nächsten drei Tage nicht mit Nachschub. Ähnlich ist die Lage in anderen Apotheken. Auf den Straßen ist zunächst niemand mit Maske zu sehen.

Beim Landratsamt Starnberg klingeln immer wieder die Telefone: "Bei uns im Bürgerbüro gehen eine Vielzahl von Anfragen ein", sagte Sprecherin Barbara Beck. Der Leiter des Starnberger Gesundheitsamtes sei bei Webasto, um die Belegschaft direkt zu informieren. Der erkrankte Mitarbeiter hatte an einer Schulung teilgenommen, zu der drei chinesische Gäste der Firma angereist waren, darunter die inzwischen erkrankte chinesische Kollegin aus einem Werk in Shanghai. Der erkrankte Mitarbeiter hatte bei der Schulung den ganzen Tag mit der später erkrankten chinesischen Kollegin in einem Raum gesessen. Ob beide Tischnachbarn waren oder sich gegenüber saßen, sodass die Ansteckungsgefahr erhöht gewesen sein könnte, konnte das Unternehmen nicht sagen. Nun sollen Kontaktpersonen der beiden Erkrankten ermittelt werden.

Der 33-jährige Mitarbeiter stammt aus dem Landkreis Landsberg am Lech. Vorerst bleibt die Krippe geöffnet, in der sein Kind betreut wird. "Wir sehen derzeit keine Veranlassung dazu, die Krippe zu schließen", sagte ein Sprecher des Landratsamts. "Weder die Frau noch das Kind des Patienten sind bisher erkrankt." Beide würden derzeit im häuslichen Umfeld isoliert.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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