Sie sind hier: Home > Panorama >

"Estonia"-Untergang: Schweden prüft riesiges Loch in Wrack

852 Menschen starben  

"Estonia"-Untergang: Schweden prüft riesiges Loch in Wrack

30.09.2020, 17:52 Uhr | dpa

"Estonia"-Untergang: Schweden prüft riesiges Loch in Wrack. Finnland: Wrackteile der estnischen Ostseefähre M/S Estonia werden vor der finnischen Insel Uto geborgen.  (Quelle: dpa/Jaakko Avikainen/AP LEHTIKUVA/KEYSTONE)

Finnland: Wrackteile der estnischen Ostseefähre M/S Estonia werden vor der finnischen Insel Uto geborgen. (Quelle: Jaakko Avikainen/AP LEHTIKUVA/KEYSTONE/dpa)

Beim Untergang der "Estonia" kamen 1994 mehr als 850 Menschen ums Leben. Immer noch sorgt das Schiff für Gesprächsstoff. Nun prüft Schweden die neuesten Erkenntnisse von Dokumentarfilmern. 

Nach einem aufsehenerregenden Fund zum Untergang der Ostsee-Fähre "Estonia" wirft eine schwedische Behörde einen genaueren Blick auf die neuen Erkenntnisse. Die staatliche Havariekommission schaue sich das Filmmaterial an, das am Montag veröffentlicht worden sei, teilte der stellvertretende Generaldirektor der Kommission, Jonas Bäckstrand, mit. Inwieweit die neuen Informationen zu Maßnahmen führen werden, lasse sich derzeit noch nicht sagen.

Zuerst hatte die schwedische Zeitung "Aftonbladet" darüber berichtet, dass sich die Havariekommission die neuen Erkenntnisse zu einem Loch im Rumpf des "Estonia"-Wracks anschaue. Die schwedischen Behörden führen demnach nun Gespräche mit ihren Kollegen in Estland und Finnland.

"Schweden lügt nicht"

Der schwedische Regierungschef Stefan Löfven versicherte am Mittwoch, die neuen Informationen ernstzunehmen. Zunächst müssten sich die fachkundigen Behörden die neuen Aufnahmen anschauen, sagte er vor Reportern in Stockholm. Angesichts von Vorwürfen, Schweden sage in dem Fall nicht die Wahrheit, machte er zugleich klar: "Schweden lügt nicht über den "Estonia"-Untergang." Es sei wichtig, in der Hinsicht zusammenzuarbeiten.

Dokumentarfilmer hatten mit Hilfe eines Tauchroboters ein vier Meter großes Loch im Wrack der 1994 gesunkenen "Estonia" gefunden. Das hatten sie am Montag im Zuge der Veröffentlichung einer Doku-Serie über den Untergang enthüllt. Die Außenminister aus Finnland, Estland und Schweden hatten daraufhin erklärt, eine mögliche Untersuchung solle gemeinsam stattfinden.

Schwerste Schiffskatastrophe in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg

Der Untergang der Fähre gilt als die schwerste Schiffskatastrophe in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Die "Estonia" war in der Nacht zum 28. September 1994 mit 989 Menschen an Bord auf ihrem Weg von Tallinn nach Stockholm vor der Südküste Finnlands gesunken. 852 Menschen starben dabei. Dem offiziellen Untersuchungsbericht aus dem Jahr 1997 zufolge war das abgerissene Bugvisier die Ursache für den Untergang.

Dennoch wird bis heute über die Ursache des Unglücks spekuliert. Überlebende und Hinterbliebene fordern seit langem, dass die Untersuchungen wiederaufgenommen werden. Der frühere estnische Staatsanwalt und "Estonia"-Ermittler Margus Kurm hatte zuletzt in einem Interview gesagt, die neuen Informationen deuteten darauf hin, dass die Fähre wahrscheinlich aufgrund eines Zusammenstoßes mit einem U-Boot gesunken sei.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: