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In New York wÀchst die Angst vor einer zweiten Katastrophe

  • Josephin Hartwig
Von Josephin Hartwig

Aktualisiert am 13.11.2020Lesedauer: 4 Min.
Pflegepersonal mit einer Corona-Patientin: In New York sind innerhalb eines Tages mehr als 4.000 Neuinfektionen gemeldet worden. (Archivbild, April 2020)
Pflegepersonal mit einer Corona-Patientin: In New York sind innerhalb eines Tages mehr als 4.000 Neuinfektionen gemeldet worden. (Archivbild, April 2020) (Quelle: ZUMA Press/imago-images-bilder)
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Die USA melden tÀglich mehr als 100.000 Corona-Neuinfektionen. Das krisengebeutelte New York reagiert auf die verschÀrfte Lage besonders sensibel.

Funkelnde Lichter am Times Square, in den Himmel ragende Wolkenkratzer und saftig grĂŒne Wiesen im Central Park – New York ist eine Stadt, in der alles möglich schien und die fĂŒr Millionen Menschen weltweit der Inbegriff grenzenloser Chancen war. Diese Stadt gibt es im Moment nicht mehr.


Fotoshow: Die Chronik der Pandemie

November/Dezember 2019: In der chinesischen Millionenmetropole Wuhan treten erstmals FĂ€lle einer unbekannten Lungenerkrankung auf. Am 31. Dezember wird die Weltgesundheitsorganisation informiert.
Am 15. Januar gibt es die erste bestĂ€tigte Infektion mit dem neuartigen Virus außerhalb Chinas: Ein Fall in Thailand wird bekannt.
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34.000 Tote in New York

Der Bundesstaat New York mit der gleichnamigen Metropole an der US-OstkĂŒste waren im FrĂŒhjahr das Epizentrum der Pandemie in den USA. Zwar beruhigte sich ĂŒber den Sommer das Infektionsgeschehen. Doch fast 34.000 Menschen sind dort bislang in Verbindung mit einer Corona-Infektion gestorben, landesweit sind es 240.000 (Stand: 12. November, Johns Hopkins UniversitĂ€t). Nach Monaten, in denen die Wahl des PrĂ€sidenten das Land in Atem hielt, zeigen diese Zahlen deutlich: Vor dem gewĂ€hlten PrĂ€sidenten Joe Biden liegt viel Arbeit.

Derzeit werden rund 1.600 Covid-Patienten in den KrankenhĂ€usern des Bundesstaates behandelt, etwa 540 davon in New York City – höher waren die Werte zuletzt im Juni. "Unsere Krankenhausmitarbeiter werden wieder etwas nervös", erklĂ€rte der Arzt Paul Fu, der als stellvertretender medizinischer Direktor am Auburn Community Hospital im Zentrum des Bundesstaates arbeitet, dem Portal "CNY Central". "Wir sehen einen viel höheren Anstieg als im MĂ€rz." Noch könne das Krankenhaus auch FĂ€lle aus anderen HĂ€usern aufnehmen. Doch schon in der nĂ€chsten Woche sei das sicher nicht mehr möglich.

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Einigen Patienten geht es schnell besser

Positiv sei allerdings zu bewerten, dass die Corona-Patienten deutlich schneller entlassen werden könnten als noch im FrĂŒhjahr. Das sei jedoch kein Grund, nicht mehr wachsam zu sein. "Es gibt Patienten, die innerhalb von zwei bis drei Tagen wieder gesund werden", sagte Dr. Fu, "aber wir haben trotzdem auch Patienten, die sehr krank werden und viel lĂ€ngere Krankenhausaufenthalte benötigen oder auf ein höheres Versorgungsniveau verlegt werden."

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Nun werden die Corona-Regeln wieder verschĂ€rft. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo kĂŒndigte am Mittwoch an, dass Restaurants, Bars und Fitnessstudios um 22 Uhr schließen mĂŒssen. Zudem werden Treffen in PrivathĂ€usern auf maximal zehn Personen beschrĂ€nkt. Die neuen Vorschriften sollen am Freitag in Kraft treten.

"Es wird jeden Tag schlimmer"

"Es wird jeden Tag wirklich schlimmer", sagte der Gouverneur mit Verweis auf neue Corona-HöchststĂ€nde in den USA. Falls die neuen Maßnahmen nicht ausreichen und die Zahlen "verrĂŒckt" ansteigen, dann könnte es auch zu einer kompletten Schließung von öffentlich zugĂ€nglichen InnenrĂ€umen kommen, stellte Cuomo in Aussicht. Auch New Yorks BĂŒrgermeister Bill de Blasio sprach von der "letzten Chance", eine zweite Corona-Welle zu verhindern.

Suprema Restaurant in New York: Plastikzelte sollten der Ausbreitung des Coronavirus entgegenwirken.
Suprema Restaurant in New York: Plastikzelte sollten der Ausbreitung des Coronavirus entgegenwirken. (Quelle: TT/imago-images-bilder)

Vieles spricht allerdings dafĂŒr, dass die zweite Pandemiewelle lĂ€ngst begonnen hat. New York City meldete am Mittwoch 4.820 neue Corona-FĂ€lle und 21 TodesfĂ€lle binnen 24 Stunden. Gouverneur Cuomo schrieb auf Twitter: "Die Herbstwelle ist da. Tragen Sie eine Maske. Lassen Sie sich testen. Befolgen Sie alle Gesundheitsrichtlinien. Nehmen Sie das ernst."

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Die Stadt könnte außerdem kurz davor stehen, die öffentlichen Schulen zu schließen, berichtet die "New York Times". BĂŒrgermeister Bill de Blasio habe dies dem Bericht zufolge angekĂŒndigt, wenn die Stadt eine Drei-Prozent-Rate bei positiven Tests ĂŒberschreite.

Kritik an Plan zu Schulschließung

Nicht jeder ist mit einer möglichen Schulschließung einverstanden. Zehntausende Mitarbeiter und Hunderttausende SchĂŒler wĂ€ren betroffen, die an öffentlichen oder privaten Schulen unterrichtet werden. Einige Eltern haben an den PlĂ€nen kritisiert, dass die PositivitĂ€tsrate in den Schulen sehr niedrig sei – nach den jĂŒngsten Daten liegt sie nur bei 0,17 Prozent.

Auch der Immobilienmarkt in New York leidet enorm unter der Pandemie. Der RĂŒckgang in der Branche hat die Stadt und den Staat bereits mehr als 1,4 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen gekostet, so ein am Donnerstag veröffentlichter Bericht des "Real Estate Board of New York".

"Wir sind alle mĂŒde, das Virus ist es nicht"

In Newark, der grĂ¶ĂŸten Stadt des benachbarten Bundesstaates New Jersey, spitzt sich die Lage schon dramatisch zu. Dort wurde bei 19 Prozent der Menschen, die in der vergangenen Woche an drei Tagen getestet wurden, das Coronavirus nachgewiesen. Newarks BĂŒrgermeister Ras J. Baraka hat in einigen Stadtvierteln deshalb eine Sperrstunde an Wochentagen ab 21 Uhr verfĂŒgt. Versammlungen in GebĂ€uden und im Freien sind bis mindestens Dezember auf zehn Teilnehmer begrenzt. Mannschaftssport ist verboten, in Pflegeheimen dĂŒrfen wĂ€hrend der nĂ€chsten zwei Wochen keine Besucher empfangen werden, berichtet die "New York Times". "Ich weiß, dass wir alle mĂŒde sind", erklĂ€rte BĂŒrgermeister Baraka in einer ErklĂ€rung, "aber das Virus ist es nicht".

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Dem entgegen stehen die politischen Entwicklungen in Washington: Im Weißen Haus hat PrĂ€sident Trump die Coronavirus-Task-Force zur EindĂ€mmung der Pandemie weitgehend aufgelöst. Außerdem hatte er gedroht, den besten Infektionsexperten der Nation, Dr. Anthony S. Fauci, zu entlassen. In den Tagen vor und nach dem Wahltag wurden sechs Mitarbeiter des Weißen Hauses und ein Spitzenberater der Kampagne positiv auf das Virus getestet. Joe Biden tritt ein schweres Erbe an. Bis er ĂŒbernimmt, könnte New York erneut auf sich allein gestellt sein.

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