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Wetter in Deutschland: Starkregen, Sturm, Hochwasser – es wird turbulent

Animation zeigt Luftmassengrenze  

Turbulentes Wetter in Deutschland: Hier droht Hochwasser

Von Sonja Eichert, Martin Trotz, Axel Krüger

27.01.2021, 18:46 Uhr
Wetterwand sorgt für Turbulenzen in Deutschland – das sind die Folgen in Ihrer Region

Ein Wetterphänomen spielt sich derzeit über Deutschland ab. Am Donnerstag schwebt eine so genannte stationäre Luftmassengrenze genau über Deutschland – ein Gebiet, in dem zwei Luftmassen aufeinandertreffen, wobei keine die andere verdrängt. (Quelle: t-online)

Luftmassengrenze über Deutschland: Wo das Wetter besonders turbulent wird, zeigt die Animation im Video. (Quelle: t-online)


Warnungen im Südwesten, ruhiges Wetter im Nordosten: Eine Grenzwetterlage teilt Deutschland in den nächsten Tagen. Vor allem am Donnerstag und Freitag wird es in Teilen des Landes unangenehm. Was da auf uns zukommt und warum, zeigen Wetter-Animationen im Video.

In den nächsten Tagen ist Deutschland beim Wetter zweigeteilt: Eine sogenannte Grenzwetterlage macht sich breit. Während es dabei im Südwesten richtig ungemütlich wird, bekommt der Nordosten davon erst einmal nicht viel mit. Zum Wochenende beruhigt sich das Wetter dann wieder.

Wie das Wetter in Ihrer Region wird, sehen Sie oben im Video – oder hier.

Am Donnerstag schiebt sich von Südwesten milde Atlantikluft nach Deutschland herein. Weil im Nordosten aber die kalte Winterluft liegen bleibt, entsteht eine Luftmassengrenze über Deutschland, erklärt Experte Adrian Schmidt vom Wetterdienst DTN. Das sorgt für ordentliche Kontraste beim Wetter.

Die Grenze verläuft einmal quer durch Deutschland, in etwa vom Emsland bis zum Fichtelgebirge. Nördlich davon wird das Wetter am Donnerstag freundlich und trocken, aber kalt. Bei drei bis fünf Sonnenstunden werden zum Beispiel in Hamburg nur zwei, in Berlin nur vier Grad erwartet.

Hochwasser droht

Südlich der Luftmassengrenze wird es hingegen trüb und regnerisch, aber wärmer – in Köln und Freiburg werden zwölf Grad erwartet. Dabei kommt ordentlich Wasser vom Himmel: Meteorologe Schmidt spricht sogar von einem "Starkregenereignis". Bis Samstag werden in der gesamten Südwesthälfte 30 bis 60 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet, im Schwarzwald sogar bis zu 100 Liter pro Quadratmeter. Das kann zum Problem werden: Bei den hohen Temperaturen schmilzt der Schnee in den Gebirgen bis in hohe Lagen. Schmelz- und Regenwasser zusammen sorgen dann rund um Eifel, Hunsrück, Pfälzerwald, Schwarzwald und Allgäu für akute Hochwassergefahr. Noch dazu wird es stürmisch: Im Südwesten werden stürmische Böen, in den Alpen und den Mittelgebirgen auch Sturmböen erwartet.

Wo die feuchte, milde Luft aus dem Südwesten und die kalte, trockene Luft aus dem Nordosten aufeinandertreffen, gefriert die Nässe: Es schneit. Vor allem gegen Nachmittag und Abend kann in einem Streifen von Ostfriesland bis in die Oberlausitz und das Erzgebirge mit Schnee gerechnet werden. Bis Freitagmorgen werden in den Mittelgebirgen zehn bis zwanzig Zentimeter Neuschnee erwartet. Aber auch im Tiefland wird es einige Flocken geben. Durch den Schnee, eventuell örtlich auch durch gefrierenden Regen, ist hier mit Glätte zu rechnen.

Wetterlage dreht sich am Freitag

Am Freitag bleibt uns die Zweiteilung erhalten: Wind und Regen halten an, auch wenn letzterer nicht mehr ganz so ergiebig ausfällt. Doch: "Die Wetterlage dreht sich", sagt Wetterexperte Schmidt. Da der Regen nach Nordosten abzieht, wird es im Süden ein wenig freundlicher – im Rhein-Main-Gebiet besteht sogar die Chance auf ein paar Sonnenstrahlen. Es bleibt jedoch stürmisch und mild: In München werden neun Grad erwartet, in Mannheim sogar zwölf. Im Nordosten ist es mit zwei bis drei Grad weiterhin kühl: Der hier ankommende Regen wird dadurch verbreitet zu Schnee. Bis Samstagmorgen werden in Berlin und Hamburg fünf Zentimeter Neuschnee erwartet.

Mit dem beginnenden Wochenende verlagert sich dann die Wettergrenze etwas: Sie verläuft am Samstag in etwa von südlichem Nordrhein-Westfalen zum Erzgebirge. Südlich davon bleibt es trüb, am Nachmittag zieht von Westen neuer Regen herein. Jedoch lässt der Wind nach zwei stürmischen Tagen nach. Es bleibt weiterhin mild: Am Oberrhein werden noch einmal elf Grad erwartet. Nördlich der Wettergrenze wird es trocken und deutlich freundlicher: An der Nordsee kann mit bis zu sieben Stunden Sonne gerechnet werden. Dabei ist es jedoch deutlich kälter: In Rostock werden nur zwei Grad erwartet.

Beruhigung am Sonntag

"Am Sonntag beruhigt sich dann überall das Wetter", sagt Meteorologe Schmidt vorher. Nur im äußersten Süden halten sich noch die Wolken, Richtung Schwarzwald und Alpen kann es letzte Tropfen oder Schneeflocken geben. Von Norden setzt sich die trockenere, aber kältere Luft durch: Damit wird es freundlicher. Die Temperaturen fallen jedoch auch im Süden auf einstellige Werte, in Dresden werden sogar nur noch null Grad erwartet.
 

 
Die nächste Woche startet dann wieder einheitlicher: Im ganzen Land bleibt es trüb, unbeständig und eher zu mild für die Jahreszeit.

Verwendete Quellen:
  • Wetterdienst DTN

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