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Generalsynode: 25-Jährige ist neue Präses des Kirchenparlaments

Generationswechsel  

25-Jährige ist neue Präses des Kirchenparlaments

09.05.2021, 13:45 Uhr | dpa

Generalsynode: 25-Jährige ist neue Präses des Kirchenparlaments. Philosophiestudentin Anna-Nicole Heinrich: Die 25-Jährige wurde von der 13. Generalsynode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur neuen Präses gewählt. (Quelle: dpa/Jens Schulze/EKD)

Philosophiestudentin Anna-Nicole Heinrich: Die 25-Jährige wurde von der 13. Generalsynode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur neuen Präses gewählt. (Quelle: Jens Schulze/EKD/dpa)

Es ist eine Zeitenwende und ein Generationswechsel in der evangelischen Kirche: Eine Studentin übernimmt den Vorsitz des bundesweiten Kirchenparlaments. Zeichen für einen Aufbruch?

Für die unter Mitgliederschwund und Nachwuchssorgen leidende Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist es ein markantes Zeichen des Wandels: Das Kirchenparlament der EKD hat die 25 Jahre alte Philosophiestudentin Anna-Nicole Heinrich zur neuen Präses gewählt. Heinrich wurde am Samstag auf der digital organisierten Frühjahrstagung der Synode zur Nachfolgerin der FDP-Politikerin Irmgard Schwaetzer (79) gewählt, die den Spitzenposten seit November 2013 innehatte.

Heinrich ist die jüngste Präses in der Geschichte der EKD-Synode. Bislang hatten oft kirchennahe Politiker oder Theologen das gewichtige Amt inne, zu dem es auch gehört, die Kirche nach außen zu präsentieren.

"Ein ganz starkes Zeichen"

"Als Präses der EKD-Synode stehe ich für eine hoffnungsvolle, integrierende und pragmatische Kirche, die sich immer wieder neu entdeckt", sagte Heinrich. Trotz Sparmaßnahmen, Umbau und Rückbau in der Kirche seien Zuversicht und Aufbruch im Glauben nötig. Es gehe darum, die Dinge anzupacken und den Glauben zuversichtlich zu leben. Der EKD-Ratsvorsitzende, der Münchner Bischofs Heinrich Bedford-Strohm, wertete Heinrichs Wahl als "ein ganz starkes Zeichen". "Es wird eine Welle von Unterstützung geben", sagte er.

Heinrich, die in Regensburg studiert, setzte sich bei der Wahl mit klarer Mehrheit gegen die Richterin und Grünen-Politikerin Nadine Bernshausen (41) aus Marburg durch. Bei der vom EKD-Sitz in Hannover aus digital organisierten Wahl stimmten 75 Synodale für Heinrich und 39 für Bernshausen. Es gab elf Enthaltungen und eine ungültige Stimme. Erwartungsgemäß hätte Bernshausen eher in das Profil für den Spitzenposten gepasst, den vor Schwaetzer die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt und davor die SPD-Kommunalpolitikerin Barbara Rinke innehatte.

Kirchenparlament vertritt über 21 Millionen Gläubige

Heinrich war von der bayerischen Landeskirche in die EKD-Synode gewählt worden, der sie zuvor als Jugenddelegierte angehörte. Nach Abschluss des Philosophiestudiums belegt Heinrich seit 2019 die Masterstudiengänge Digital Humanities und Menschenbild und Werte. Sie arbeitet als wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität und ist stellvertretende Vorsitzende der evangelischen Jugend in Deutschland.

Zu den Gratulanten gehörte auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing. "Ich bin beeindruckt, dass Sie mit so jungen Jahren eine solche wichtige Verantwortung in der evangelischen Kirche übernehmen", sagte Bätzing. "Das halte ich für ein gutes Zeichen, wird es doch vielen jungen Menschen Mut und Ansporn sein, sich in der Kirche zu engagieren." Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, betonte in seinem Glückwunsch den Wunsch zur Zusammenarbeit beider Konfessionen.

Die Präses ist die Vorsitzende des Kirchenparlaments, der Synode. Diese ist eines der Leitungsgremien der EKD, die als Dachorganisation der 20 Landeskirchen mit insgesamt 21,1 Millionen evangelischen Christen und rund 13.500 Kirchengemeinden fungiert.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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