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Ahrtal kämpft noch lange mit tödlicher Flut

Von dpa
Aktualisiert am 27.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Ein Weihnachtsbaum steht vor einem von der Flut zerstörten Haus in Mayschoß.
Ein Weihnachtsbaum steht vor einem von der Flut zerstörten Haus in Mayschoß. (Quelle: Thomas Frey/dpa./dpa)
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Bad Neuenahr-Ahrweiler (dpa) - Zerst√∂rte H√§user und ger√§umte Grundst√ľcke: Klaus Kniel stapft durch ein Neubaugebiet im Ahr-Flutgebiet. "Hier ist ein ganzes Haus weggeschwommen", sagt der Ortsvorsteher von Heppingen, einem Ortsbezirk von Bad Neuenahr-Ahrweiler, neben Baustellen-Klos und Baggern.

"Und hier musste eins abgerissen werden." Die Lebenstr√§ume junger Familien, sie sind in nur einer Nacht zerst√∂rt worden. Etliche Meter hat sich hier am 14. und 15. Juli die braune Sturzflut der Ahr nach extremem Starkregen aufget√ľrmt. 134 Menschen sind im Flusstal get√∂tet worden - und Zehntausende betroffen. Viele blicken in der doppelten Katastrophe von Hochwasser und Corona nach h√§ufiger Todesangst im Sommer bange dem neuen Jahr entgegen. Wie weit ist der Wiederaufbau?

Marc Ulrich, Initiator eines Shuttledienstes f√ľr Helfer im Ahrtal, sagt angesichts der Zerst√∂rungen in dem Rotweinanbaugebiet: "Der gr√∂√üte Teil der Entsorgung von Schutt und des R√ľckbaus von H√§usern ist gelaufen." Flutopfer und Helfer haben Schlamm, Putz und Bodenbel√§ge entfernt: Tausende durchn√§sste Geb√§ude sollen trocknen k√∂nnen. Ortsvorsteher Kniel erkl√§rt indessen, manche Fertigh√§user beispielsweise seien mit ihren vollgesogenen W√§nden nicht mehr zu retten: "Den Schimmel kriegt man da nie mehr raus."

Jetzt Fachfirmen am Zug

Bei den vielen anderen in den Rohbauzustand zur√ľckversetzten Geb√§uden sind nach der Solidarit√§t Tausender freiwilliger Helfer inzwischen oft Fachfirmen am Zuge. Der Erste Beigeordnete des Landkreises Ahrweiler, Horst Gies (CDU), betont: "Der Wiederaufbau in unserem Kreis nimmt Fahrt auf." Allerdings gehe es um "eine Mammutaufgabe, die viel Zeit in Anspruch nehmen wird". Ausgebuchte Fachfirmen und zunehmender Fachkr√§ftemangel, die Coronavirus-Variante Omikron und winterliche Temperaturen, all dies macht die Lage nicht leichter.

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Ulrich best√§tigt das. Immer noch w√ľrden auch private Helfer gebraucht. Doch ihre Zahl sei wegen Corona gesunken und die Bewohner des Ahrtals brauchten auch noch nach Weihnachten erst einmal eine Ruhezeit. Daher pausiere der Helfershuttle bis zum 1. M√§rz. Dessen Projektb√ľro k√∂nne aber auch zuvor bei Bedarf weitere freiwillige Helfer vermitteln. Insgesamt hat der Shuttle laut Ulrich schon rund 100 000 Helfer aus dem In- und Ausland ins Tal bef√∂rdert.

Tausende Flutopfer pferchen sich noch bei Verwandten, Freunden und in Ferienwohnungen zusammen. Die rheinland-pf√§lzische Ministerpr√§sidentin Malu Dreyer (SPD) erkl√§rt: "In vielen Kommunen werden Tiny Houses (Minih√§user) bereitgestellt. Als allerletzte M√∂glichkeit werden ausreichend Notunterk√ľnfte bereitgehalten." Auch Kinder mancher zerst√∂rter Schulen m√ľssen sich, wenn nicht gerade wie jetzt Ferien sind, in Container zw√§ngen.

Lange Lieferfristen oft Problem

Dreyer betont: "Aktuell hat nat√ľrlich die Winterversorgung weiterhin oberste Priorit√§t." Eine neue Erdgashochdruckleitung beispielsweise sei in einer Rekordzeit von nur 100 Tagen durch das untere Ahrtal gebaut worden. In den D√∂rfern flussaufw√§rts wird auch viel auf provisorische Heizl√∂sungen gesetzt. Ein Problem sind teils mehrmonatige Lieferfristen f√ľr neue Heizungen wegen des internationalen Chipmangels. Der Obermeister der Innung Sanit√§r-, Heizungs- und Klimatechnik im Kreis Ahrweiler, Frank Wershofen, hat nach eigenen Worten auch schon "Kunden, die frieren", gehabt.

Mittagessen im Freien f√ľr Flutopfer und Helfer im Weindorf Dernau: Der Winzer Dieter Gro√ügarten sagt: "Ich bin mit zwei H√§usern betroffen, mit dem von meinem Schwiegervater und mit meinem." Viele "Flutis" wie er seien lange von der Solidarit√§t der privaten Helfer getragen worden. Doch es brauche auch Geld. Rund 15 Milliarden Euro sollen von einem Notfonds von Bund und L√§ndern nach Rheinland-Pfalz flie√üen. Flutopfer sollen meist maximal 80 Prozent ihrer Kosten f√ľr den Wiederaufbau von H√§usern bekommen. Aber das gehe mit den vorgeschriebenen Gutachten nur sehr langsam, kritisiert Gro√ügarten.

Neue "Wintertreffpunkte" erntstanden

Etliche Kommunen bem√ľhen sich um Begegnungsorte gerade in der dunklen Jahreszeit - die Flut hat auch viele Gastst√§tten zerst√∂rt. Bad Neuenahr-Ahrweiler etwa bietet gegenw√§rtig acht "Wintertreffpunkte" mit Getr√§nken, Essen und Kultur in Geb√§uden, beheizten Zelten und Containern an. Auch viele Gesch√§fte sind in der Kurstadt geflutet worden. Daher sollen zwei provisorisch errichtete Pop-up-Einkaufszentren den Handel ankurbeln und Begegnungen erm√∂glichen, voraussichtlich bis lange ins neue Jahr hinein. Im hochwassergesch√§digten Kurpark der Kleinstadt freuen sich derzeit wiederum viele kleine und gro√üe Schlittschuhl√§ufer √ľber eine Eisbahn.

Das Ahrtal soll anders wieder aufgebaut werden. Dreyer betont: "Viele Projekte und Ma√ünahmen k√∂nnen Modellcharakter haben." Sie denke etwa an hocheffiziente Kl√§ranlagen, klimaneutrale W√§rmeversorgungen und hochwasserdurchl√§ssigere Br√ľcken. Wichtig sei auch ein "√ľber√∂rtliches Hochwasservorsorgekonzept f√ľr das gesamte Ahreinzugsgebiet". In sehr hochwassergef√§hrdeten Zonen sollen laut Landesregierung keine neuen H√§user mehr gebaut werden. Ganz ohne Konflikte d√ľrften solche Entscheidungen nicht bleiben. Derweil erkl√§rt auch der CDU-Politiker Gies: "Da wir nach heutigen Standards neu und hochwassersicher aufbauen werden, wird das Ahrtal sich unweigerlich ver√§ndern." Es solle aber wieder das Paradies werden, "das es war".

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