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Drosten sieht in Omikron-Variante eine Chance

Von dpa
16.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Christian Drosten, Direktor des Instituts fĂŒr Virologie an der CharitĂ© Berlin, bei einer Pessekonferenz zur aktuellen Corona-Lage.
Christian Drosten, Direktor des Instituts fĂŒr Virologie an der CharitĂ© Berlin, bei einer Pessekonferenz zur aktuellen Corona-Lage. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Der Virologe Christian Drosten sieht in der milder verlaufenden Omikron-Variante des Coronavirus eine "Chance" und macht Hoffnung auf ein Leben wie vor der Pandemie.

Auf die Frage, ob "wir jemals wieder so leben werden wie vor der Pandemie", sagte der Wissenschaftler von der Berliner CharitĂ© dem "Tagesspiegel am Sonntag": "Ja, absolut. Da bin ich mir komplett sicher." Zwar mĂŒssten noch ein paar Jahre lang Masken in bestimmten Situationen getragen werden, was nerven werde. Es werde aber auch "ein paar Benefits" geben: Das Virus habe die Medizin vorangebracht. "Die mRNA-Technologie ist ein Riesen-Durchbruch, auch fĂŒr Krebs und fĂŒr andere Infektionskrankheiten, denken wir allein mal an Influenza."

"Es gibt keine Alternative"

Drosten sagte, alle Menschen mĂŒssten sich frĂŒher oder spĂ€ter mit Sars-Cov-2 infizieren. "Ja, wir mĂŒssen in dieses Fahrwasser rein, es gibt keine Alternative", beantwortete er die entsprechende Frage. "Wir können nicht auf Dauer alle paar Monate ĂŒber eine Booster-Impfung den Immunschutz der ganzen Bevölkerung erhalten." Das mĂŒsse das Virus machen. "Das Virus muss sich verbreiten, aber eben auf Basis eines in der breiten Bevölkerung verankerten Impfschutzes" - sonst wĂŒrden "zu viele Menschen sterben". Die abgeschwĂ€chte Infektion auf dem Boden der Impfung, das ist so etwas wie ein fahrender Zug, auf den man aufspringt. Irgendwann muss man da aber auch mal drauf springen, sonst kommt man nicht weiter."

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Die gute Nachricht sei: Im Moment fahre der Zug angenehm langsam, denn Omikron habe eine verringerte Krankheitsschwere. Auf die Frage, ob er Omikron als Chance sehe, in den endemischen Zustand zu kommen, sagte der Virologe: "Es wĂ€re eine Chance jetzt, breite ImmunitĂ€t vorausgesetzt." Zumal niemand ausschließen könne, dass der Zug auch wieder schneller werde.

"Lebend-Impfung" nÀchster Meilenstein

Drosten sagte, die BevölkerungsimmunitĂ€t bei Erwachsenen entwickele sich in eine klare Richtung: "Die Bevölkerung baut ImmunitĂ€t auf und behĂ€lt die auch." Deutschland sei jetzt "in dem Prozess", bald die Pandemie fĂŒr beendet erklĂ€ren und die endemische Phase ausrufen zu können. "Aber wegen des hohen Anteils Älterer in der Bevölkerung mĂŒssen wir das in Deutschland ĂŒber Impfungen machen. Über natĂŒrliche Infektionen wĂŒrden viel zu viele Menschen sterben", sagte Drosten der Zeitung. Deutschland habe schon "ein ganzes StĂŒck dieses Weges geschafft ĂŒber Impfungen", mĂŒsse ihn jetzt aber "zu Ende gehen, damit wir im Laufe des Jahres 2022 in die endemische Phase kommen und den pandemischen Zustand fĂŒr beendet erklĂ€ren können".

Drosten sieht als "nĂ€chsten Meilenstein" in der BekĂ€mpfung des Coronavirus eine "Lebend-Impfung" mit einem abgeschwĂ€chten Virus oder einer modernen Variante davon. "Die mĂŒsste man in die Nase geben und so dann Schleimhaut-ImmunitĂ€t auslösen. Das wĂ€re ein viel besserer Übertragungsschutz, es wĂ€re der nĂ€chste Meilenstein."

Im nĂ€chsten Winter rechne er aber noch einmal mit einer starken Inzidenz-Erhöhung. "Und wir werden wohl auch wieder Masken tragen mĂŒssen in InnenrĂ€umen, weil der Übertragungsschutz noch einmal ein wenig sinken wird und die Vulnerablen in der Bevölkerung geschĂŒtzt werden mĂŒssen."

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