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Mehr als 70.000 Menschen bundesweit auf den Stra├čen

Von dpa
Aktualisiert am 18.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Protest gegen Corona-Ma├čnahmen und Gegendemo in K├Âln: Zehntausende Menschen waren wieder bundesweit auf den Stra├čen.
Protest gegen Corona-Ma├čnahmen und Gegendemo in K├Âln: Zehntausende Menschen waren wieder bundesweit auf den Stra├čen. (Quelle: Henning Kaiser/dpa-bilder)
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Wieder gehen Montagabend Zehntausende auf die Stra├če. Die meisten protestieren gegen die Vorgaben zum Schutz gegen das Coronavirus, andere verteidigen die Ma├čnahmen. Gefordert ist in erster Linie die Polizei.

Wie in den Wochen zuvor haben am Montagabend in ganz Deutschland wieder Zehntausende Menschen gegen Corona-Ma├čnahmen und eine m├Âgliche Impfpflicht demonstriert. Nach einer Sch├Ątzung, die auf Polizeiangaben beruht, waren es diesmal mehr als 70.000. Die Proteste waren von einem gro├čen Polizeiaufgebot und mancherorts auch von Gegendemonstrationen begleitet. Mehrfach wurden Versammlungen aufgel├Âst, etwa in Rostock und Cottbus, weil die Polizei keinen Versammlungsleiter feststellen konnte oder weil gegen die Maskenpflicht versto├čen wurde, kein Mund-Nase-Schutz getragen wurde.

Nach Polizeiangaben wurden am Montagabend allein in Th├╝ringen 21.000 Demonstranten gegen die Corona-Politik gez├Ąhlt, in Bayern etwa 14.000, in Mecklenburg-Vorpommern 11.000, in Sachsen-Anhalt sowie Brandenburg und Baden-W├╝rttemberg jeweils um die 7.000, in Nordrhein-Westfalen etwa 4.000 und in Sachsen und Berlin je etwa 3.000.

Seit Wochen gehen Gegner der Corona-Politik vielerorts auf die Stra├če. Nicht immer k├╝ndigen oder melden sie die Demonstrationen an. Zahlreiche St├Ądte haben unangemeldete Proteste, die auch als sogenannte Spazierg├Ąnge bekannt geworden sind, untersagt.

Hohe Teilnehmerzahlen in Th├╝ringen und Baden-W├╝rttemberg

In Berlin zog eine der gr├Â├čeren Demos vom Alexanderplatz Richtung Brandenburger Tor, dort setzten sich laut der Transparente "Geimpfte und Ungeimpfte gegen die Impfpflicht" ein. Nur wenige Menschen trugen Maske. Aus einem Lautsprecher-Wagen t├Ânte: "Merkel, Spahn, Steinmeier, Drosten in den Knast". Vor dem ZDF-Hauptstadtstudio stoppte der Zug f├╝r eine Zwischenkundgebung. Ein Redner beschimpfte die "deutschen Medien", die "gleichgeschaltet" seien wie 1933.

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In Th├╝ringen waren nach ersten Angaben der Landespolizeidirektion an zahlreichen Orten mehr als 20.000 Menschen bei Versammlungen dabei. Hohe Teilnehmerzahlen meldete die Polizei auch aus Baden-W├╝rttemberg, wo sich etwa in Rottweil, Ravensburg und Friedrichshafen mehr als 1.000 Menschen an nicht angemeldeten Versammlungen beteiligten.

In Sachsen-Anhalt wurden in Halle rund 2.400, in Lutherstadt Wittenberg 1.900, in Bitterfeld 1.100 und in Halberstadt rund 1.000 Menschen bei Protesten gegen die Corona-Ma├čnahmen gez├Ąhlt.

Im s├Ąchsischen Bautzen liefen laut Polizei zeitweise bis zu 1.200 Menschen in einem zweist├╝ndigen Aufzug durch die Innenstadt. Die Beamten seien nicht eingeschritten, weil nach Einsch├Ątzung des Einsatzleiters die Abst├Ąnde eingehalten worden seien. Aus dem Aufzug heraus sei Pyrotechnik gez├╝ndet worden. Derzeit sind laut Sachsens Corona-Notfallverordnung Versammlungen mit 1.000 Leuten erlaubt.

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Aufgeheizte Stimmung in Rostock

In Mecklenburg-Vorpommern heizte sich in der Rostocker Innenstadt die Stimmung nach einer Versammlungsaufl├Âsung auf, an zwei Kreuzungen fuhr die Polizei mit Wasserwerfern auf. Die Demonstranten wurden eingekesselt. Sch├Ątzungsweise ein Dutzend St├Ârer wurde von Polizisten vorl├Ąufig festgenommen. Insgesamt waren rund 3.000 Demonstranten und Gegendemonstranten zusammengekommen, in Schwerin rund 2.400.

Auf dem Greifswalder Markt stellten B├╝rger mehr als 1.500 Kerzen zum Gedenken an die Corona-Toten im Nordosten auf. "Wir wollen zeigen, dass Corona Realit├Ąt ist", hie├č es vom B├╝ndnis "Greifswald f├╝r Alle".

Im brandenburgischen Cottbus l├Âste die Polizei eine Demonstration mit rund 2.500 Teilnehmern mangels Versammlungsleiter auf. In einem Fall habe die Polizei wegen Widerstands Reizgas einsetzen m├╝ssen. Der Versammlungsteilnehmer habe versucht, eine Polizeikette zu durchbrechen. Vier Personen seien in Polizeigewahrsam genommen werden. Es seien Strafanzeigen unter anderem wegen Beleidigung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Versto├čes gegen das Waffengesetz geschrieben worden. Wegen des Versto├čes gegen das Versammlungsgesetz wurden bei 175 Personen die Identit├Ąten festgestellt und ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Gegendemonstration in K├Âln

In der K├Âlner Innenstadt trafen unterdessen je rund 1.000 Gegner der Corona-Schutzma├čnahmen und Teilnehmer einer Gegendemonstration unter dem Motto "K├Âln ist solidarisch" aufeinander. Die unterschiedlichen Lager haben am Neumarkt "lautstark ihre Meinungen ausgetauscht", sagte ein Polizeisprecher. Alles sei aber ohne nennenswerte Zwischenf├Ąlle verlaufen, die Veranstaltungen seien wie geplant vor 21 Uhr von den jeweiligen Versammlungsleitern beendet worden.

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In den einzelnen Bundesl├Ąndern gelten sehr unterschiedliche Regeln dazu, unter welchen Pandemie-Bedingungen ÔÇô zum Beispiel mit Blick auf Teilnehmerzahlen ÔÇô nicht angemeldete Versammlungen oder sogenannte "Spazierg├Ąnge" geduldet werden.

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