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Beihilfe zur Abtreibung: Polnische Aktivistin verurteilt


Strenges Gesetz in Polen
Beihilfe zur Abtreibung: Polnische Aktivistin verurteilt

Von afp
Aktualisiert am 15.03.2023Lesedauer: 2 Min.
Justyna Wydrzynska hĂ€lt vor dem Bezirksgericht Warschau-Praga eine Packung mit Misoprostol-Pillen: Im Falle einer Verurteilung drohen Wydrzynska bis zu drei Jahre GefĂ€ngnis.VergrĂ¶ĂŸern des BildesJustyna Wydrzynska hĂ€lt vor dem Bezirksgericht Warschau-Praga eine Packung mit Misoprostol-Pillen: Im Falle einer Verurteilung drohen Wydrzynska bis zu drei Jahre GefĂ€ngnis. (Quelle: IMAGO/Jaap Arriens/imago-images-bilder)
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Polen hat eines der strengsten Abtreibungsgesetze der Welt. Nun musste sich eine Aktivistin vor Gericht verantworten. Das Urteil will sie nicht akzeptieren.

Eine polnische Aktivistin ist wegen Beihilfe zur Abtreibung von einem Gericht in Warschau zu gemeinnĂŒtziger Arbeit verurteilt worden. Justyna Wydrzynska, die eine schwangere Frau mit Abtreibungspillen versorgt hatte, wurde "der Hilfeleistung schuldig gesprochen (...)", wie die Organisation Abortion Dream Team, deren MitgrĂŒnderin Wydrzynska ist, am Dienstag im Onlinedienst Twitter erklĂ€rte. DafĂŒr sei sie zu "acht Monaten gemeinnĂŒtziger Arbeit mit 30 Stunden pro Monat", verurteilt worden, fĂŒgte die Organisation hinzu.

"Ich fĂŒhle mich nicht schuldig, ich akzeptiere dieses Urteil nicht", sagte Wydrzynska vor Journalisten beim Verlassen des Gerichts. Sie wolle Berufung einlegen und weiterhin Frauen helfen, sagte sie.

Im Jahr 2020 hatte sich eine in der zwölften Woche Schwangere, die abtreiben wollte, an die Organisation Abortion Dream Team gewandt. Zuvor hatte die Frau versucht, eine Abtreibungsklinik in Deutschland aufzusuchen, doch ihr Mann hatte sie daran gehindert. WÀhrend die Schwangere auf ein Paket mit den Abtreibungspillen wartete, rief ihr Mann die Polizei, die die Pillen beschlagnahmte und eine Untersuchung einleitete. Die Frau erlitt eine Fehlgeburt.

44.000 Abtreibungen im Jahr 2022 ermöglicht

Das traditionell katholische Polen hatte bereits eines der restriktivsten Abtreibungsgesetze Europas, als sich das Verfassungsgericht im vergangenen Jahr auf die Seite der rechts-nationalistischen Regierung stellte und SchwangerschaftsabbrĂŒche auch bei einer Missbildung des Fötus fĂŒr verfassungswidrig erklĂ€rte. Abortion Dream Team hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 44.000 Abtreibungen ermöglicht.

Die GeneralsekretĂ€rin von Amnesty International, Agnes Callamard, erklĂ€rte: "Das heutige Urteil stellt einen neuen Tiefpunkt in der UnterdrĂŒckung der reproduktiven Rechte in Polen dar: ein RĂŒckschlag, fĂŒr den Frauen und MĂ€dchen – und diejenigen, die sich fĂŒr ihre Rechte einsetzen – einen hohen Preis zahlen mĂŒssen".

Der Fall schaffe einen gefĂ€hrlichen PrĂ€zedenzfall in Polen, wo Abtreibung fast vollstĂ€ndig verboten ist, fĂŒgte Callamard hinzu. Nach dem strengen polnischen Recht drohten der Aktivistin bis zu drei Jahre Haft wegen "Beihilfe zur Abtreibung" und "Inverkehrbringen von Medikamenten ohne Genehmigung".

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur AFP
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