Sie sind hier: Home > Panorama > Justiz >

Psychiatrie-Einweisung von Mollath: Ehemaliger Richter räumt Fehler ein

Psychiatrie-Einweisung von Mollath  

Ehemaliger Richter räumt Fehler ein

17.07.2014, 16:44 Uhr | t-online.de, dpa

Psychiatrie-Einweisung von Mollath: Ehemaliger Richter räumt Fehler ein. Gustl Mollath muss sich in seinem Wiederaufnahmeverfahren erneut vor Gericht verantworten. (Quelle: dpa)

Gustl Mollath muss sich in seinem Wiederaufnahmeverfahren erneut vor Gericht verantworten. (Quelle: dpa)

Im Wiederaufnahmeverfahren im Fall Gustl Mollath hat der umstrittene Richter des ersten Prozesses Fehler eingeräumt, die damalige Einweisung des Nürnbergers in die Psychiatrie aber dennoch verteidigt.

"Dem Bundesgerichtshof hat unser Urteil gereicht, dann war es wohl nicht zu beanstanden", sagte der inzwischen pensionierte Richter als Zeuge vor dem Landgericht Regensburg. Er war 2006 bei Mollaths Einweisung Vorsitzender Richter des Landgerichts Nürnberg-Fürth gewesen.

Der ehemalige Richter räumte kleinere Fehler beim Durchlesen des Urteils ein. So habe es sich um ein Datum gehandelt und um die Reihenfolge der geschilderten Übergriffe des Angeklagten. Es hätte ihm auffallen sollen, dass das Opfer - Mollaths damalige Ehefrau - nicht hätte angegeben können, getreten worden zu sein, zu einem Zeitpunkt als sie bereits bewusstlos gewesen sei.

Dem 71-Jährigen war von einem Schöffen außerdem ein rauer Umgangston gegenüber Mollath vorgeworfen worden und dass er dessen Verteidigungsschrift nicht entgegengenommen habe. Der pensionierte Richter rechtfertigte sich mit den Worten "Ich rede sowieso immer laut". Die Verteidigungsschrift Mollaths sei zudem nicht ordnungsgemäß eingereicht worden: "Was soll ich dann damit?"

"Hauptverhandlung war aber nicht schludrig"

"Die Hauptverhandlung war aber nicht schludrig", sagte der 71-Jährige. Es habe auch keine Verschwörung gegen Mollath gegeben. Weitere Erinnerungen an das Verfahren habe er aber nicht mehr.

Mollath muss sich erneut wegen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung verantworten. Die Nürnberger Kammer hatte 2006 festgestellt, dass er seine Ehefrau misshandelt habe, hatte ihn aber wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen und in die Psychiatrie eingewiesen.

Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil 2007. Das Bundesverfassungsgericht urteilte später, seit 2011 sei Mollaths Unterbringung in der Psychiatrie verfassungswidrig. Erst 2013 kam er frei.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal