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Ehemaliger SS-Wachmann angeklagt

Mord an 17.000 Gefangenen  

Ehemaliger SS-Wachmann in Frankfurt angeklagt

20.10.2017, 10:33 Uhr | AFP

Ehemaliger SS-Wachmann angeklagt. Ein Gebäude, in dem die Gaskammern und Verbrennungsöfen untergebracht waren, im ehemaligen Konzentrationslager Majdanek in Lublin (Polen). (Quelle: dpa)

Ein Gebäude, in dem die Gaskammern und Verbrennungsöfen untergebracht waren, im ehemaligen Konzentrationslager Majdanek in Lublin (Polen). (Quelle: dpa)

Wegen Beihilfe zum Mord hat die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main einen 96-jährigen ehemaligen SS-Wachmann angeklagt. Er soll zwischen August 1943 und Januar 1944 im Lager Majdanek als Wachmann fungiert haben und die zur Tötung bestimmten Gefangenen bewacht haben.

Der Anklage zufolge soll der Beschuldigte ebenso wie alle anderen SS-Angehörigen des Lagers um die Grausamkeit der organisierten Massentötungen gewusst haben. Ihm soll zudem bekannt gewesen sein, "dass die ihrem Schicksal arg- und wehrlos gegenüberstehenden Menschen aus rassischen menschenverachtenden Motiven getötet wurden", heißt es in der Anklage.

Im Einzelnen wird dem 96-Jährigen vorgeworfen, am 3. November 1943 die sogenannte Aktion Erntefest unterstützt zu haben, bei der mindestens 17.000 deportierte jüdische Gefangene im Konzentrationslager Lublin-Majdanek in eigens ausgehobenen Gräben erschossen wurden. Mit seiner Tätigkeit als Teil einer Postenkette sowie als Turmwache soll er dazu einen Beitrag geleistet und die heimtückischen und grausamen Taten wissentlich und willentlich gefördert haben.
Der Verdacht gegen den in Frankfurt am Main wohnenden Mann stützt sich demnach auf Vorermittlungen der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg, die seit 2012 geführt wurden. Die Anklage wurde bei der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Frankfurt erhoben.

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