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Feuer in Australien: Neue Buschbrände erwartet – Touristen fliehen

Feuerinferno breitet sich aus  

Australien erwartet neue Hitzewelle – Touristen fliehen

02.01.2020, 17:56 Uhr | dpa

Militär rettet eingeschlossene Menschen aus Küstenort

Die Buschbrände im Süden Australiens treiben Tausende in die Flucht. Aus dem vom Feuer umzingelten Küstenort Mallacoota werden Menschen mithilfe des Militärs gerettet. (Quelle: Reuters)

Australien: Das Militär hat von den Flammen eingeschlossene Menschen gerettet, fliehende Touristen sorgen für lange Staus auf den Straßen. (Quelle: Reuters)


In Australien brennt es immer noch heftig. Nun gibt es eine neue niederschmetternde Prognose: eine weitere Hitzewelle. Zahlreiche Menschen – vor allem Touristen – müssen die Flucht ergreifen. 

Die Brände in Australien wüten weiter – und die Aussichten sind nicht gut. Touristen sollen die Feuergebiete im Südosten des Landes angesichts einer neuen, für das Wochenende erwarteten Hitzewelle verlassen. Die Feuerwehr des Bundesstaats New South Wales legte am Donnerstag Gebiete fest, aus denen Menschen raus sollen, die dort keinen festen Wohnsitz haben.

Wie das Militär von Buschbränden eingekesselte Menschen rettete und die Staus auf den letzten offenen Straßen sehen Sie oben im Video.

Eines davon ist über 240 Kilometer lang und erstreckt sich in unterschiedlicher Länge landeinwärts vom Urlaubsort Batemans Bay Richtung Süden bis zur Grenze des Staats Victoria. Ein anderes Gebiet, das Touristen verlassen sollen, liegt im Landesinneren. Am Samstag werden vom Wetteramt für die Region Temperaturen jenseits der 40-Grad-Grenze und starker Wind erwartet. Dadurch können die verheerenden Buschbrände noch einmal angefacht werden, die ohnehin hohe Brandgefahr steigt weiter.

Viele Straßen gesperrt

Mittlerweile hat sich die Zahl der Menschen, die seit dem Ausbruch der ersten Feuer bei den Bränden starben, auf 17 erhöht, wie die australische Nachrichtenagentur AAP berichtet. Dutzende Menschen werden vermisst.

Richtung Norden und Westen von der Evakuierungszone aus erstreckten sich am Donnerstag lange Autokolonnen. Allerdings konnten viele Menschen gar nicht starten, weil die Tankstellen keinen Treibstoff mehr hatten oder die Pumpen wegen Stromausfällen nicht arbeiteten.

Darüber hinaus gab es in einigen an der Küste gelegenen Gemeinden Engpässe bei Lebensmitteln und Wasser, wie die Feuerwehr mitteilte. Grund hierfür war, dass seit Montag viele Straßen wegen der Brände und umgestürzter Bäume gesperrt waren.

Menschen werden durch Militärschiff versorgt

Der Bundesstaat New South Wales verhängte ab Freitag erneut einen siebentägigen Notstand. Damit bekommen die Helfer mehr Möglichkeiten, die Krise zu bewältigen, etwa durch Evakuierungen und Straßensperrungen.

Laut Verteidigungsministerium legte am Donnerstag ein Militärschiff in der Küstenstadt Mallacoota an, um geschätzt 4.000 Menschen, die seit Montag von Feuern eingeschlossen waren, mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Das Schiff sollte zudem rund 1.000 Menschen in Sicherheit bringen.

Buschbrände in Australien: Flächenvergleich (Quelle: t-online)Buschbrände in Australien (Quelle: t-online)

Dramatisch klingt, was der Deutsch-Australier Frank Klostermann in der "Bild"-Zeitung schilderte: Er wollte demnach einem Bekannten in Batemans Bay helfen, dessen Grundstück feuersicher zu machen, musste dann aber fliehen. Auch auf dem Weg Richtung Sydney wurde es brenzlig, sodass Klostermann und seine Familie eine Notunterkunft in Ulladulla ansteuern mussten.

"So etwas Schlimmes gab es hier noch nie"

"Ich schlief die Silvesternacht im Auto, meine Frau und die beiden Kids auf dem harten Betonboden in der Halle", sagte Klostermann. "Wir trafen dort auch ein Ehepaar, dessen Haus gerade abgebrannt war. Sie hatten alles verloren, die Möbel, alle Erinnerungen, Bilder von Kindern, den Reisen."

Nun hofft die Familie laut "Bild", dass sie bald wieder zurück nach Sydney kann. "Die Menschen hier sind Buschbrände gewöhnt, aber so etwas Schlimmes gab es hier noch nie", so Klostermann, der seit 25 Jahren in Australien lebt. "Der Klimawandel hinterlässt eindeutig seine Spuren."

Brände wüten seit Oktober

Australiens Premierminister Scott Morrison verteidigte seine Klimapolitik bei einer Pressekonferenz in Sydney. "Ich verstehe die Angst, ich verstehe die Frustration, aber das ist eine Naturkatastrophe, die am besten auf ruhige, systematische Art behandelt wird." Er nehme die Erderwärmung ernst, so Morrison. Er betonte zugleich, dass er seine Politik nicht auf Kosten der Wirtschaft ändern werde. Morrison ist ein starker Befürworter der Kohleindustrie.

Australische Wissenschaftler gehen von einem deutlich gestiegenen Brandrisiko durch den Klimawandel aus. Schon seit Oktober wüten die Buschbrände auf dem Kontinent. Doch nun hat sich die Lage zugespitzt: Allein in New South Wales ist mittlerweile eine Fläche der Größe Belgiens abgebrannt. Landesweit wurden mehr als 1.400 Häuser zerstört.

Auch in der Hauptstadt Canberra sind die Brände spürbar. Der Rauch dort war so schlimm, dass einige Menschen sogar innerhalb von Gebäuden Schutzmasken trugen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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