Sie sind hier: Home > Panorama > Unglücke >

Ahrtal: Tausende Haushalte ohne Gasversorgung bis zum Winter

Flutkatastrophe im Ahrtal  

Tausende Haushalte ohne Gasversorgung bis zum Winter

25.08.2021, 15:01 Uhr | dpa

Ahrtal: Tausende Haushalte ohne Gasversorgung bis zum Winter. Zerstörte Brücke in Altenahr sechs Wochen nach der Flutkatastrophe: Tausende Haushalte werden bis zum Winter keine normale Versorgung ihrer Heizungen haben.  (Quelle: dpa/Boris Roessler)

Zerstörte Brücke in Altenahr sechs Wochen nach der Flutkatastrophe: Tausende Haushalte werden bis zum Winter keine normale Versorgung ihrer Heizungen haben. (Quelle: Boris Roessler/dpa)

Sechs Wochen nach der Flut im Ahrtal sind noch immer Tausende Haushalte ohne Gasversorgung. Daran wird sich so schnell nichts ändern: Manche Bürger werden den Winter wohl in Notunterkünften verbringen müssen.

Die Flutkatastrophe im Ahrtal mit 133 Todesopfern hat auch das Erdgasnetz in weiten Teilen zerstört. Tausende Haushalte werden bis zum Winter keine normale Versorgung ihrer Heizungen haben. Sie müssten etwa mit Flüssiggas improvisieren, teilte der Versorger Energieversorgung Mittelrhein (evm) am Mittwoch in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit. "Man kann sich vorübergehend einen Tank mit Flüssiggas im Garten oder einen mit kleiner Größe auch in der Wohnung aufstellen", sagte evm-Sprecher Marcelo Peerenboom. Dann lasse sich die Heizversorgung "relativ simpel umstellen".

Im evm-Versorgungsgebiet in der Ahrregion zwischen Sinzig, Grafschaft sowie Walporzheim, einem Stadtteil von Bad Neuenahr-Ahrweiler, könnten voraussichtlich 43 Prozent der Kunden bis zum Winter nicht wieder ans Erdgasnetz angeschlossen werden. An der Wiederinbetriebnahme der übrigen Netzanschlüsse werde mit Rekordtempo gearbeitet. Ein Teil von ihnen sei schon wieder an die Erdgasversorgung angeschlossen worden.

"Größtes Schadensereignis in der Geschichte"

Der evm-Vorstandschef Josef Rönz teilte mit: "Es handelt sich hier um das größte Schadensereignis in der Geschichte unseres Unternehmens nach dem Zweiten Weltkrieg." Nach Angaben des Energieversorgers sind 133 Kilometer Erdgasleitungen, 8.500 Gaszähler, 3.400 Hausdruckregler, 7.220 der rund 8.000 Netzanschlüsse sowie 31 Gasdruckregel- und Messanlagen beschädigt oder zerstört worden. Auch sämtliche Querungen der Ahr im Erdgasnetz seien von der Sturzflut nach extremen Starkregenfällen am 14. und 15. Juli weggerissen worden. Die evm investiere in die Wiederherstellung des Netzes mindestens 20 bis 30 Millionen Euro.

Der Geschäftsführer der evm-Tochter Energienetze Mittelrhein, Andreas Hoffknecht, sagte, erhebliche Arbeit machten nach der Sturzflut auch Wasser und Schlamm in vielen Leitungen. Diese müssten gespült und gereinigt werden, bevor in ihnen wieder Gas fließen könne.

Winter in Notunterkünften

Der Geschäftsführer des kommunalen Stadtwerks Ahrtal-Werke, Thomas Hoppenz, sagte, in "begrenztem Umfang" würden Heizmöglichkeiten mit elektrischem Strom geschaffen. Nach Angaben des Bürgermeisters von Bad Neuenahr-Ahrweiler, Guido Orthen (CDU), werden wohl manche Bürger, deren Wohnungen zerstört sind, den Winter in Notunterkünften verbringen. Er appellierte an den Bund und das Land, den Flutopfern auch beim Thema Heizung finanziell zu helfen.

Nach Worten von evm-Vorstandschef Rönz sind auch fast 20 Kollegen des Energieversorgers selbst vom Hochwasser bis zum Verlust ihrer Wohnung betroffen. Die evm-Belegschaft habe rund 65.000 Euro an Spenden für sie gesammelt, die das Unternehmen um 50.000 Euro aufstocke.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: