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Vulkanausbruch bei Tonga wohl weltweit stärkster seit 30 Jahren

Von afp, dpa, joh

Aktualisiert am 17.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Vulkanexplosion in Tonga: Die gigantische Eruption war aus dem Weltall zu sehen.
Vulkanexplosion in Tonga: Die gigantische Eruption war aus dem Weltall zu sehen. (Quelle: National Institute of Information and Communications Technology (NICT)/Reuters-bilder)
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Nach dem Vulkanausbruch bei Tonga ziehen Aschewolken über den Pazifik. Zu dem Inselstaat gibt es noch immer kaum Kontakt, das Ausmaß der Schäden ist unklar. Derzeit werden Hilfsflüge zu den Inseln organisiert.

Zwei Tage nach dem gewaltigen Ausbruch eines unterseeischen Vulkans in der Nähe des Inselstaats Tonga im Pazifik haben Militärflugzeuge aus Neuseeland und Australien die Lage aus der Luft erkundet. Das Ausmaß der Schäden in dem Südseearchipel ist weiter unklar. Die Telefonverbindungen sind unterbrochen, ein unterseeisches Internetkabel wurde bei dem Ausbruch des Vulkans Hunga Tonga-Hunga Ha'apai beschädigt, seine Reparatur kann nach Angaben des Betreibers rund zwei Wochen dauern.


So gewaltig war die Vulkanexplosion im Südpazifik

Hunga Ha'apai: Über dem Vulkan steigt in nordöstlicher Richtung eine große Asche-, Dampf- und Gaswolke bis zu 20 Kilometer über dem Meeresspiegel auf.
Inselabschnitt: Ein von der New Zealand Defence Force (NZDF) zur Verfügung gestelltes Bild zeigt den Blick aus einem P-3K2 Orion-Flugzeug, das über mit Asche bedeckte Häuser und Vegetation fliegt.
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Die Regierung dort sende Schiffe aus, um die Lage zu erkunden, meldete Radio New Zealand am Montag. Zu Tonga gehören etwa 170 Inseln, 36 davon sind unbewohnt.

Westküste möglicherweise schwer betroffen

Bislang drangen über Satellitentelefon nur bruchstückhaft Informationen von dem Pazifikstaat an die Außenwelt. Ersten Berichten zufolge ist die Westküste Tongas möglicherweise schwer von dem Vulkanausbruch betroffen. Australiens Entwicklungsminister Zed Seselja berichtete, ein kleines Kontingent in Tonga stationierter australischer Polizisten habe "ziemlich besorgniserregende" Schilderungen geliefert.

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Der Ausbruch am Samstag war Tausende Kilometer weit zu hören. Eine gewaltige Aschewolke war wie ein Atompilz kilometerweit in die Höhe gestiegen. Die Eruption löste Flutwellen aus und versetzte viele Pazifikstaaten in Alarmbereitschaft.

Der Ausbruch war nach Ansicht von Experten der weltweit stärkste seit 30 Jahren. Erste Daten zeigten, dass es seit dem Pinatubo auf den Philippinen 1991 keine derartig heftige Eruption gegeben habe, sagte der Vulkanologe Shane Cronin von der University of Auckland Radio New Zealand. Hätte sich die Eruption an Land ereignet, dann wären die Auswirkungen "apokalyptisch" gewesen, so Cronin. Unklar sei, ob der jüngste Ausbruch den Höhepunkt der Aktivität darstelle. Es könne auch sein, dass der Vulkan noch mehrere Wochen oder sogar Jahre unruhig bleibe.

Ascheschwaden erreichen Australien

Tsunami-Wellen wurden nicht nur in Tonga, sondern auch in Neuseeland, Japan, Alaska und Südamerika registriert. Hilfsorganisationen warnten vor Gesundheitsschäden durch die Asche und rieten den Bewohnern Tongas dazu, Masken zu tragen und nur Wasser aus Flaschen zu trinken. Überflutungen wurden unter anderem auch aus Peru gemeldet, dort normalisierte sich die Lage am Sonntag (Ortszeit) laut Medienberichten aber wieder. In Chile gab es zwischenzeitlich eine Tsunami-Warnung für die Osterinseln und die Küstenregion, die später wieder aufgehoben wurde.

Die Ascheschwaden hätten mittlerweile sogar Australiens Ostküste erreicht, teilte der Wetterdienst Weather Watch New Zealand mit. Die Wolke ziehe nach Westen über Queensland und werde im Laufe des Tages einen Großteil des Bundesstaates bedecken, hieß es.

Internet auf Tonga ausgefallen

Das Ausmaß der Verwüstung in Tonga ist indes noch nicht ersichtlich. Der Internetausfall könnte laut dem Netzwerkbetreiber noch tagelang andauern. "Wir erhalten nur lückenhafte Informationen, aber es sieht so aus, als sei das Kabel durchtrennt worden", sagte der Direktor des Southern Cross Cable Network, Dean Veverka, der Nachrichtenagentur AFP: "Es könnte bis zu zwei Wochen dauern, bis es repariert ist." Das nächstgelegene Kabelverlegungsschiff sei in Papua-Neuguinea, Tausende Kilometer entfernt.

"Es ist eine schreckliche Zeit, aber Nuku'alofa steht noch, die Elektrizität wurde in vielen Häusern wiederhergestellt", teilte Neuseelands Hochkommissar in Tonga, Peter Lund, auf Facebook mit. Die Hauptstadt liege unter einer Schicht aus Vulkanasche. Säuberungsaktionen sollten in dieser Woche beginnen.

Hilfe aus der Luft ist auf dem Weg

In Australien und Neuseeland stehen Transportflugzeuge für Hilfsflüge nach Tonga bereit. Internationale Hilfsorganisationen konnten bisher nicht aktiv werden – sie warten noch auf genaue Nachrichten und können keinen Kontakt zu ihren Mitarbeitern vor Ort aufnehmen. "Nach den bruchstückhaften Informationen, die wir haben, scheint das Ausmaß der Verwüstung ziemlich groß, vor allem auf den vorgelagerten Inseln", sagte Katie Greenwood von der Internationalen Föderation vom Roten Kreuz.

Die Flugzeuge sollen offiziellen Angaben zufolge von den abgelegeneren Inseln des Pazifikstaats Luftaufnahmen liefern und Aufschluss geben über Schäden an Straßen, Häfen und Strommasten. Ein weiteres Flugzeug solle dringend benötigtes Trinkwasser und andere Hilfslieferungen nach Tonga bringen, sagte Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern auf einer Pressekonferenz. Sollte die Maschine aufgrund beschädigter Pisten nicht landen können, werde die Ladung aus der Luft abgeworfen.

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Der etwa 65 Kilometer von Tongas Hauptstadt entfernte Untersee-Vulkan war an zwei Tagen in Folge ausgebrochen. Während nach der ersten Eruption vom Freitag nur kleine Tsunami-Wellen registriert wurden, war die zweite Eruption am Samstag auch im 2.000 Kilometer entfernten Neuseeland und in Fidschi zu hören. Die Bewohner Fidschis wurden aufgerufen, Wassertanks zuzudecken und im Fall von Ascheregen in ihren Häusern zu bleiben.

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  • Sonja Eichert
Von Sonja Eichert
AustralienNeuseelandTsunamiVulkanausbruch
Justiz & Kriminalität




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