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Zahl der Wohnungseinbrüche ist dramatisch gestiegen

Alle vier Minuten wird eingebrochen

11.05.2013, 10:12 Uhr | dpa

Zahl der Wohnungseinbrüche ist dramatisch gestiegen. Alle vier Minuten passiert ein Wohnungseinbruch. Der materielle Schaden ist enorm.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Alle vier Minuten passiert ein Wohnungseinbruch. Der materielle Schaden ist enorm. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In Deutschland wird immer öfter in Wohnungen eingebrochen - im Schnitt alle vier Minuten. Im vergangenen Jahr habe es insgesamt 144.117 Einbrüche gegeben, berichtet die "Welt am Sonntag" ("WamS") unter Berufung auf die Polizeiliche Kriminalstatistik, die Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am kommenden Mittwoch vorstellen will.

Das sei ein Anstieg um 8,7 Prozent. In mehr als 61.000 Fällen seien die Täter tagsüber gekommen (plus 9,5 Prozent). Auch die Zahl der Raubüberfälle in Wohnungen habe mit 3025 Fällen um 3,9 Prozent zugenommen. Die Aufklärungsquote sei hingegen rückläufig.

Alarmierende Zahlen - niedrige Aufklärungsquote

"Die neuesten Zahlen sind alarmierend. Die Kosten für Einbruchschäden haben mit rund 470 Millionen Euro einen neuen Rekord erreicht", sagte Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, dem Blatt. Das seien 50 Millionen Euro oder zwölf Prozent mehr als 2011.

Die Schadenssumme sei hoch, weil sich "in immer mehr Haushalten teure elektronische Geräte wie Laptops, Tablet-PCs und Smartphones befinden". Im Schnitt liege die Schadenssumme bei 3300 Euro pro Einbruch (Vorjahr 3050 Euro).

Deutschland ist "Eldorado für Einbrecher"

Die Täter bleiben dem Bericht zufolge meist unerkannt. Während die Aufklärungsquote bei der Gesamtkriminalität 54,4 Prozent (minus 0,3 Prozent) betrage, liege sie beim Wohnungseinbruch nur bei 15,7 Prozent (minus 0,5 Prozent). Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) bezeichnet Deutschland als "Eldorado für Einbrecher".

Täter werden immer brutaler

Die Täter gehen teilweise immer brutaler vor. Manche Opfer werden geknebelt, gefesselt und geschlagen. Die Geschädigten leiden oft noch Monate nach der Tat an Panikattacken und Schlaflosigkeit, schreibt die "WamS".

Oft stecken Banden dahinter

Einen Großteil der Einbrüche würden Banden verüben, schreibt die "WamS". "Doch unseren Beamten bleibt oftmals nur der polizeiintern sogenannte Beileidsbesuch bei den Geschädigten und die statistische Erfassung der Tat", so der Vorsitzende des Bunds Deutscher Kriminalbeamter, André Schulz, es fehle fast überall kriminalistisch ausgebildetes Personal für eine "qualifizierte Tatort-, Ermittlungs- und Analysearbeit".

Mehrere Landesinnenminister hätten aus der früher leistungsfähigen Kriminalpolizei eine "Einheitspolizei" gemacht. "In einigen Bundesländern gibt es gar keine klassische Kripo mehr. Das wissen aber nur die wenigsten. Die Rechnung für diesen Irrsinn zahlen jetzt die Bürger", so Schulz gegenüber der WamS. "Die Täter gehen weiterhin glücklichen Zeiten entgegen", sagte der Vorsitzende André Schulz.


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