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Fall Tanja Gräff: "Man gerät an seine Grenzen"

Ex-Chefermittler im Fall Tanja Gräff erleichtert  

"Der Albtraum der Ungewissheit ist vorbei"

13.05.2015, 16:21 Uhr | agr, t-online.de

Fall Tanja Gräff: "Man gerät an seine Grenzen". In Trier-Pallien wurde die Leiche von Tanja Gräff entdeckt. (Quelle: dpa)

In Trier-Pallien wurde die Leiche von Tanja Gräff entdeckt. (Quelle: dpa)

Der Fall Tanja Gräff hat den damaligen Chef der Trierer Mordkommission, Bernd Michels, in all den Jahren nie ganz losgelassen. Die 21-jährige Studentin war im Frühsommer 2007 nach einer Uni-Feier spurlos verschwunden. Acht Jahre später wurden nun ihre sterblichen Überreste gefunden. Für Michels - seit 2009 Pensionär - eine Riesenerleichterung.

"Der Albtraum der Ungewissheit ist vorbei", sagt Michels im Gespräch mit t-online.de. Es sei bedrückend gewesen, nichts über das Schicksal Gräffs zu wissen. "Und, dass die Eltern kein Grab hatten", so der ehemalige Ermittler.

Dass Gräff tot ist, habe ihn nicht überrascht. "Das war eigentlich schon nach ein paar Tagen und erst recht nach der Analyse des gesamten Geschehens klar", erklärt Michels.

"Die ganze Suche war umsonst"

Obwohl etliche großangelegte Suchaktionen gestartet wurden, hat es Jahre gedauert, ehe städtische Arbeiter Knochen und persönliche Gegenstände entdeckten. Und das nur etwa einen Kilometer von Tanja Gräffs letztem bekannten Aufenthaltsort entfernt.

"Im Nachhinein kann man nur sagen: Die ganze Suche war umsonst", so Michels. Denn wer das Gebiet um den Fundort am roten Felsen in Trier-Pallien unweit der Hochschule kenne, wisse, dass die Ermittler bei der Suche keine Chance hatten.

So nah lag die tote Tanja Gräff am nächsten bewohnten Haus: Blick auf den Fundort von Gräffs Leiche. (Quelle: dpa)So nah lag die tote Tanja Gräff am nächsten bewohnten Haus: Blick auf den Fundort von Gräffs Leiche. (Quelle: dpa)

"Man gerät an seine Grenzen"

"Wir mussten auf die Technik setzen. Man kommt dort, wo die Leiche gefunden wurde, nicht so leicht hin", erklärt Michels. Es handele sich um brüchigen Sandsteinfels, eine Suche dort hätte für die Helfer sehr gefährlich werden können. "Man gerät eben an seine Grenzen", sagt der ehemalige Polizist. "Das ist nicht die erste Leiche, die dort entdeckt wurde", so Michels. Das Gebiet sei eben einfach unwegsam.

Auch nach dem Fund der sterblichen Überreste bleiben die Todesumstände für Michels weiter ungeklärt: "Es gibt nach wie vor drei Varianten: Es geschah ein Unfall am Tag des Verschwindens; es war ein Suizid; oder sie wurde Opfer eines Gewaltverbrechens."

Einen Suizid hält er aufgrund der Umstände (es wurde zum Beispiel kein Abschiedsbrief gefunden) aber für sehr unwahrscheinlich. Wie Tanja Gräff ums Leben kam, vermag Michels jedoch nicht zu sagen. "Und ich glaube nicht, dass dies jemals geklärt wird."

Der damalige Chef der Trierer Mordkommission, Bernd Michels, bei der Arbeit. (Quelle: Archivbild von 2007 dpa)Der damalige Chef der Trierer Mordkommission, Bernd Michels, bei der Arbeit. (Quelle: Archivbild von 2007 dpa)

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