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Größte Segeljacht der Welt in Gibraltar festgesetzt

Milliardär streitet mit deutscher Werft  

Größte Segeljacht der Welt in Gibraltar festgesetzt

20.02.2017, 16:35 Uhr | Von Christoph Meyer, dpa

Größte Segeljacht der Welt in Gibraltar festgesetzt . Die größte Segelyacht der Welt, die "Sailing Yacht A", gehört dem russischen Milliardär Andrej Melnitschenko. (Quelle: dpa)

Die größte Segelyacht der Welt, die "Sailing Yacht A", gehört dem russischen Milliardär Andrej Melnitschenko. (Quelle: dpa)

An die Kette gelegt: Weil der Auftraggeber die größte Segeljacht der Welt nicht voll bezahlt haben soll, wird der Luxus-Neubau aus Deutschland in Gibraltar festgesetzt. Nun entscheidet ein Gericht.

Der Kaufpreis für die größte Segeljacht der Welt ist ein Geheimnis. Spekuliert wird über 400 Millionen Euro und mehr. Doch der Auftraggeber, der russische Milliardär Andrej Melnitschenko, soll bei der Werft in Kiel nicht alle Forderungen beglichen haben.

Wegen einer Klage wurde die "Sailing Yacht A" in Gibraltar an die Kette gelegt. Erst vor zwei Wochen hatte die keilförmige Mega-Jacht mit dem futuristischen Aussehen - entworfen von Stardesigner Philippe Starck - Kiel verlassen.

Schlussrate steht angeblich noch aus

Die Behörden in Gibraltar bestätigten die Zwangsmaßnahme. Demnach darf das 143 Meter lange Schiff mit seinen 90 Meter hohen Masten den Hafen des britischen Überseegebiets an der Südspitze Spaniens nicht verlassen.

Der "Gibraltar Chronicle" hat über Forderungen von insgesamt 15,3 Millionen Euro berichtet. Demnach soll die Schlussrate von 9,8 Millionen Euro seit dem 27. Januar ausstehen. Außerdem soll über weitere 5,5 Millionen Euro für Subunternehmer von Nobiskrug sowie Zinsen und Gebühren schon länger gestritten werden.

In Kiel gebaut

Auch NDR 1 Welle Nord nannte diese Zahlen und berichtete, ein Anwalt aus Gibraltar mache beim obersten Gericht einen Anspruch wegen Vertragsbruchs geltend. Das Papier liegt NDR 1 Welle Nord nach eigenen Angaben vor.

Eine offizielle Bestätigung der Zahlen gab es nicht. Die Nobiskrug Werft in Rendsburg als Auftragnehmer hüllt sich zwangsläufig in Schweigen. "In einem laufenden Verfahren dürfen wir uns aufgrund vertraglicher Vertraulichkeitsvereinbarungen nicht äußern", sagte ein Sprecher. Nobiskrug hatte das Mega-Schiff aus Platzgründen auf dem Gelände der Kieler Werft German Naval Yards bauen lassen.

Noch zu klärende Fragen

Hintergrund der aktuellen Vorgänge in Gibraltar seien noch zu klärende Fragen, ließ ein Sprecher des russischen Schiffseigners Andrej Melnitschenko wissen: "Wir sind zuversichtlich, dass der Arrest in den kommenden Tagen beendet wird und diese unglückliche Episode vorbei sein wird."

Im "Gibraltar Chronicle" wurde ein Sprecher der "Sailing Yacht A" zitiert, die 9,8 Millionen Euro seien Teil aktueller Diskussionen zwischen dem Eigner und der Werft.

Unterwegs nach Spanien

Die einzigartige Luxusjacht sollte den Medienberichten zufolge eigentlich nur zu einem Tankstopp nach Gibraltar kommen - unterwegs nach Spanien zu weiteren Arbeiten. Die offizielle Übergabe an den Eigner ist für das späte Frühjahr vorgesehen. Nach fünf Jahren Bauzeit hatte das gigantische Segelschiff, das deutlich größer ist als zum Beispiel das Marine-Segelschulschiff "Gorch Fock" (Länge: 89 Meter, Masten bis zu 45 Meter), Anfang Februar Kiel verlassen.

Obwohl vieles an dem Projekt top secret behandelt wird, ist manches über das Boot der Superlative bekannt, das durchaus einem James-Bond-Film zur Ehre gereichen könnte. Die Jacht mit acht Decks bietet drei Pools, eine Panorama-Lounge unterhalb der Wasserlinie und hat neben Beibooten auch ein eigenes U-Boot an Bord. Die 3700 Quadratmeter Segelfläche sind groß wie ein halber Fußballplatz.

Für Melnitschenko ist die Segelyacht nicht das erste Schiff. Philippe Starck hatte für den Russen vor Jahren bereits die 119 Meter lange Motorjacht "A" entworfen. Sie entstand ebenfalls in Kiel.

Die Querelen um die Bezahlung der Segeljacht hält der Geschäftsführer des Deutschen Boots- und Schiffbauer-Verbandes, Claus-Ehlert Meyer, für nicht ungewöhnlich. Über die Schlussrate komme es immer wieder zu Streit, sagte er. Kleinere Werften verlören oft Geld, weil Änderungswünsche während der Bauzeit nicht richtig protokolliert würden. Dies sei aber bei Nobiskrug nicht anzunehmen. "Es werden immer wieder Schiffe an die Kette gelegt, nur es wird längst nicht in jedem Fall öffentlich bekannt."

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