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Heidelberg: Todesfahrer ist außer Lebensgefahr

Polizei rätselt über Motiv für Tat  

Todesfahrer von Heidelberg außer Lebensgefahr

26.02.2017, 14:49 Uhr | dpa

Heidelberg: Todesfahrer ist außer Lebensgefahr. Das Foto zeigt die Stelle in Heidelberg, an der der Täter auf der Flucht von Polizisten mit einem Bauchschuss niedergeschossen wurde. (Quelle: dpa)

Das Foto zeigt die Stelle in Heidelberg, an der der Täter auf der Flucht von Polizisten mit einem Bauchschuss niedergeschossen wurde. (Quelle: dpa)

Nach der tödlichen Autofahrt in eine Menschenmenge in Heidelberg ist der 35-jährige mutmaßliche Täter nach Polizei-Angaben zwar noch nicht vernehmungsfähig, aber außer Lebensgefahr. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa ist der Mann Deutscher, stammt aus dem Raum Heidelberg und soll nicht polizeibekannt sein.

Derweil rätseln die Ermittler noch immer über sein Motiv für die Tat. Mit einem Mietwagen war er an dem zentralen Bismarckplatz in eine Gruppe von Passanten gefahren. Ein 73-Jähriger wurde getötet und zwei weitere Fußgänger verletzt. Sie erlitten Prellungen und konnten nach ambulanter Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen.

Der Fahrer flüchtete zu Fuß mit einem Messer, bis ihn die Polizisten mit einem Bauchschuss niederstreckten, woraufhin er in eine Klinik eingeliefert und operiert wurde.

Zwei Passanten aus Klinik entlassen

Das Auto, das er für die Todesfahrt nutzte, ist laut Polizei ein Mietwagen mit Hamburger Kennzeichen. Ob der Mann die Absicht hatte, auf der Flucht mit dem Messer mehr Menschen zu verletzen, war einem Polizeisprecher zufolge nicht bekannt. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es nicht.

Nach den Schüssen auf den Täter wird auch gegen den Polizeischützen ermittelt. Solche Überprüfungen finden nach einem Schusswaffengebrauch durch die Polizei grundsätzlich statt, wie ein Polizeisprecher sagte. Polizisten dürfen ihre Waffen nur in Extremsituationen einsetzen. Gründe sind meist Notwehr oder der Schutz eines Bedrohten. Das Schießen ist im Ernstfall aber auch erlaubt, wenn schwere Verbrechen oder die Flucht eines gefährlichen Täters nicht anders verhindern werden können. Der Gebrauch der Waffe sollte angedroht oder ein Warnschuss abgefeuert werden.

Im Fall von Heidelberg ist dies laut Polizei auch geschehen. Der Täter wurde mehrmals aufgefordert, sein Messer wegzulegen - das belegt auch ein verifiziertes Video, das auf Twitter zu sehen ist. In dem Video sind mehrere Polizeifahrzeuge und Beamte zu sehen, die ihre Waffe auf den mutmaßlichen Täter richten. Der Täter selbst ist auf der Aufnahme nicht zu sehen. Nach den Aufforderungen, die Waffe wegzulegen, ist ein Schuss zu hören.

Die Polizei in Mannheim prüft auch, ob sie gegen beleidigende und anstößige Beiträge vorgehen kann, die nach der Todesfahrt auf Twitter verbreitet wurden. "Wir werden uns einzelne Meldungen anschauen und nach ihrem strafbaren Inhalt bewerten", sagte Polizeisprecher Norbert Schätzle. Die Pressestelle der Polizei hatte kurz nach dem Vorfall stundenlang mit Anfragen und ausfallenden Tweets aus dem In- und Ausland zu tun. Einige davon hat sie ungewöhnlich harsch von ihrem offiziellen Account aus beantwortet und so manchen Twitternutzer zurechtgewiesen.

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