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Messerattacke in Saarbrücken: Flüchtling ersticht Psychologen

Bluttat im Saarland  

Flüchtling ersticht DRK-Helfer

09.06.2017, 07:42 Uhr | dpa, cwe

Messerattacke in Saarbrücken: Flüchtling ersticht Psychologen. In dieser Beratungsstelle des Deutschen Roten Kreuzes in Saarbrücken ist der DRK-Mitarbeiter erstochen worden. (Quelle: dpa/Oliver Dietze)

In dieser Beratungsstelle des Deutschen Roten Kreuzes in Saarbrücken ist der DRK-Mitarbeiter erstochen worden. (Quelle: Oliver Dietze/dpa)

In Saarbrücken ist ein Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes von einem Flüchtling erstochen worden. Der Syrer wurde nach kurzer Flucht in der Nähe des Tatorts festgenommen.

Der 27-jährige Asylbewerber war mit dem Berater eines Therapiezentrums für Flüchtlinge in Streit geraten und hatte ihn mit einem Messer niedergestochen, wie die Polizei mitteilte. Der 30 Jahre alte Psychologe starb noch an seinem Arbeitsplatz an seinen schweren Verletzungen. Der Auslöser des Streits ist unklar.

Der mutmaßliche Täter konnte noch nicht vernommen werden, weil er mit schweren Verletzungen, die er sich wohl selbst zugefügt hatte, im Krankenhaus behandelt wird, wie ein Sprecher des Führungs- und Lagezentrums in Saarbrücken sagte. Ob es sich bei einem am Tatort gefundenen Messer um die Tatwaffe handele, sei ebenso unklar wie die Motivation des Mannes. Klar sei nur: "Terror ist überhaupt nicht im Spiel."

"Es ist ganz schrecklich"

Der Syrer wohnt in Saarbrücken und war laut Polizei am Vormittag zur Beratung in das Psychosoziale Zentrum für Flüchtlinge und Migranten des DRK im Stadtteil Burbach gekommen, in dem traumatisierte Menschen Hilfe bekommen. Ob er zum ersten Mal kam oder schon länger in Behandlung war, ist unklar.

"Es ist ganz schrecklich", sagte der Sprecher des saarländischen DRK-Landesverbandes, Martin Erbelding. "Die Betroffenheit bei den Kollegen ist sehr, sehr hoch." Ein Kriseninterventionsteam und die Notfallseelsorge seien vor Ort.

Der Mitarbeiter gehörte seit 2014 zum Team und arbeitete für das psychologisch-orientierte Projekt "Hope", das traumatisierte Menschen bei einem Neubeginn unterstützt. Auf der DRK-Internetseite stand am Nachmittag: "Rotes Kreuz trauert um Mitarbeiter!"

"Wir alle sind entsetzt und schockiert", sagte der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters. "Das gesamte DRK trauert um einen verdienstvollen Mitarbeiter. Unser Mitgefühl gehört den Angehörigen."

Immer ein gewisses Risiko

DRK-Sprecher Erbelding erklärte, es sei noch zu früh zu sagen, was die Tat für die künftige Arbeit der Mitarbeiter bedeute. Es gebe immer ein gewisses Risiko, wenn man mit Menschen aus Bürgerkriegsländern arbeite. Das Rote Kreuz im Saarland zählt rund 2500 hauptamtliche und mehr als 6000 ehrenamtliche Mitarbeiter. Zum Team des Getöteten gehörten elf Mitarbeiter.

Das DRK betreibt das psychosoziale Zentrum an zwei Standorten: in der zentralen Flüchtlingsaufnahmestelle Lebach sowie in Saarbrücken-Burbach. In Burbach sollen speziell Flüchtlinge und Migranten mit posttraumatischen Störungen oder Problemen mit der ihnen fremden Kultur Hilfe finden. In dem Zentrum arbeiteten Psychologen und Therapeuten, aber auch Sozialarbeiter und sogenannte Kulturmittler. Flüchtlinge können dort psychologisch betreut wie auch psychotherapeutisch behandelt werden.

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