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Aus Kroatien: Waffen-Razzia gegen rechte Szene und Reichsbürger

Illegaler Waffenhandel  

Ermittler durchkämmen Reichsbürgerszene

08.07.2020, 20:33 Uhr | dpa, sth

Aus Kroatien: Waffen-Razzia gegen rechte Szene und Reichsbürger. Waffen in Brandenburg: Das LKA Brandenburg präsentiert am Dienstag Beweismittel nach einer Razzia gegen die Neonazi-Gruppe "Freie Kräfte Prignitz".  (Quelle: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild)

Waffen in Brandenburg: Das LKA Brandenburg präsentiert am Dienstag Beweismittel nach einer Razzia gegen die Neonazi-Gruppe "Freie Kräfte Prignitz". (Quelle: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild)

Illegale Waffenlieferungen aus Kroatien haben Ermittler alarmiert. Zeitgleich gibt es deshalb in drei Bundesländern und in Österreich Razzien. Die Verdächtigen sind Reichsbürger und Rechtsextremisten.

Bei Durchsuchungen wegen illegalen Waffenhandels in der "Reichsbürger"- und Rechtsextremisten-Szene ist ein Mann festgenommen worden. In den Räumen der insgesamt zwölf Verdächtigen in Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie Österreich fanden die Ermittler am Mittwoch zudem unter anderem zwei halbautomatische Kurzwaffen, eine Pumpgun und 200 Schuss Munition, wie die Generalstaatsanwaltschaft München mitteilte.

Anlass der Ermittlungen waren mutmaßliche Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz sowie das Waffengesetz – konkret geht es um Waffenlieferungen aus Kroatien nach Deutschland mit Bezügen nach Österreich und in die Schweiz.

Rechtsextremistisches Spektrum und "Reichsbürger"  

"Das ist sehr ernst zu nehmen, auch wenn die Ermittlungen zu den Motiven noch andauern", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). "Unsere Ermittler gehen davon aus, dass die betroffenen Personen unter anderem dem rechtsextremistischen Spektrum und der "Reichsbürgerbewegung" angehören." Die sogenannten Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik als Staat und damit auch dessen Gewaltmonopol nicht an.

Die Fahnder hatten ab Mittwochmorgen in Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Österreich die Wohn- und Geschäftsräume von zwölf Deutschen durchsucht. Dabei waren neben vier Staatsanwälten rund 200 Polizisten teils von Spezialeinheiten im Einsatz. Sie stellten neben den Waffen auch eine Handgranatenattrappe, rechtsradikale Schriften und Reichsbürgerunterlagen, eine geringe Mengen Marihuana sowie zahlreiche Computer, Laptops und Mobiltelefone sicher.

Polizei stellt Marihuana, Laptops und Mobiltelefone sicher

Schwerpunkt der Durchsuchungen war Bayern, wo die Ermittler im Großraum München sowie in den Landkreisen Rosenheim, Erding und Deggendorf im Einsatz waren. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Österreich wurde jeweils ein Objekt durchsucht; in welchen Regionen genau, wollte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft unter Verweis auf ermittlungstaktische Gründe nicht sagen. Auch das Geschlecht der Verdächtigen blieb unklar. "Das Alter ist vom Spektrum relativ groß, das betrifft alle Altersgruppen", ergänzte der Sprecher jedoch auf Nachfrage.

Auch Details zu dem Festgenommenen gab die federführende Generalstaatsanwaltschaft München zunächst nicht bekannt. Der Mann sollte noch am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP

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