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Clan-Kriminalität: 111 Clans in NRW, Essen ist die Hochburg

Polizei legt Lagebild vor  

Clan-Kriminalität: 111 Clans in NRW, Essen ist die Hochburg

17.08.2020, 18:25 Uhr | dpa, AFP, jmt

Clan-Kriminalität: 111 Clans in NRW, Essen ist die Hochburg . Zugriff: Gemeinsamer Schlag des LKA NRW, der Polizei Düsseldorf sowie der Polizei Wuppertal Ende Juli. (Quelle: imago images/Tim Oelbermann)

Zugriff: Gemeinsamer Schlag des LKA NRW, der Polizei Düsseldorf sowie der Polizei Wuppertal Ende Juli. (Quelle: Tim Oelbermann/imago images)

Die meisten Straftaten begehen kriminelle Clan-Mitglieder im direkten Wohnumfeld. Doch in schweren Fällen werden Auslandsbezüge erkennbar. Das betrifft vor allem organisierte Kriminalität.

Das von der Polizei festgestellte Ausmaß der Clan-Kriminalität hat in Nordrhein-Westfalen nochmal zugenommen. Die Ermittler gehen inzwischen von 111 kriminellen Clans aus, die in dem Bundesland ihr Unwesen treiben. Besonders betroffen sind die Großstädte im Ruhrgebiet, Essen weist dabei eine Häufung von Tatverdächtigen und Straftaten auf. Das betrifft vor allem Raub, Erpressung und Straftaten gegen das Leben.

Mehr Clans erfasst als bisher

Insgesamt wurden 3.800 Straftaten von 6.100 Verdächtigen registriert – allerdings inklusive zahlreicher Verkehrsdelikte. Die Entwicklung geht aus dem nun zweiten Lagebild zur Clan-Kriminalität in NRW hervor, das Landesinnenminister Herbert Reul an diesem Montag vorgestellt hat. Gegenüber dem bundesweit ersten Clan-Lagebild aus dem Vorjahr stieg die Zahl der Straftaten darin um 12,7 Prozent und die der Verdächtigen um 13,4 Prozent. Auch werden mittlerweile 111 mutmaßlich kriminelle Familienclans erfasst. Das sind sieben mehr als im Vorjahr.

"Je mehr wir ermitteln, desto mehr Licht bringen wir in das Dunkelfeld dieser Machenschaften", erklärte Reul. "Wir haben es hier mit Kriminellen und Schwerkriminellen zu tun. Es geht unter anderem um Raub, Betrug und organisierte Kriminalität – das zeigt: Ein Teil der Clans spielt in der gleichen Liga wie die Mafia." Das Spektrum reiche von Zwangsprostitution, Drogenhandel oder illegalen Glücksspielautomaten bis zu betrügerischen Schlüsseldiensten.

Auslandsbezüge erkennbar

Inzwischen habe jedes fünfte Verfahren gegen organisierte Kriminalität in NRW einen Clan-Bezug. Wenngleich die Straftaten sich zu 70 Prozent in einem Umkreis von fünf Kilometern der Wohnadressen der Verdächtigen ereignen, sind demnach in Fällen der organisierten Kriminalität nun auch Auslandsbezüge erkennbar. 

Der mutmaßliche Tatertrag liege in diesen Fällen bei 6,4 Millionen Euro. 1,4 Millionen Euro seien abgeschöpft worden. Bei Verfahren wegen Drogenhandels gegen Clan-Mitglieder seien unter anderem drei Kilogramm Heroin sichergestellt worden. Im vergangenen Jahr kam es bei Ermittlungen gegen Clans zu 570 Festnahmen.

Am vergangenen Wochenende waren bei einer Razzia gegen Clan-Kriminalität in acht NRW-Städten 1.500 Polizisten im Einsatz gewesen. Dabei wurden unter anderem illegale Spielhallen entdeckt. Erst vor wenigen Wochen hatten Ermittler ebenfalls bei einer Clan-Razzia an Rhein und Ruhr mehrere Haftbefehle vollstreckt.

Verwendete Quellen:

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