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Neuseeland: Mehrere Verletzte bei Terrorangriff mit Messer

"Gewalttätiger Extremist"  

Messerangriff in Neuseeland – Regierungschefin spricht von Terroranschlag

03.09.2021, 11:43 Uhr | dpa, t-online, MaM, AFP, rtr

Terroristischer Angriff in Neuseeland

Nahe der neuseeländischen Großstadt Auckland hat ein Mann sechs Menschen mit einem Messer verletzt. Premierministerin Ardern sprach von einem terroristischen Angriff. (Quelle: t-online)

Tatort nahe Auckland: Hier hat ein Mann sechs Menschen mit einem Messer verletzt. Er wurde anschließend erschossen. (Quelle: t-online)


In einem Vorort von Auckland verletzt ein Mann in einem Supermarkt sechs Menschen mit einem Messer. Die Ministerpräsidentin geht von einem Terroranschlag aus. Der Angreifer war den Behörden bekannt.

Bei einem Messerangriff in einem Supermarkt in einem Vorort der neuseeländischen Stadt Auckland handelt es sich nach Angaben der Behörden um eine Terrorattacke. Der Täter sei ein Anhänger der Ideologie des "Islamischen Staats" gewesen, sagte Premierministerin Jacinda Ardern am Freitag bei einer Pressekonferenz. Ein "gewalttätiger Extremist", so die Premierministerin, "hat einen Terrorangriff auf unschuldige Neuseeländer verübt."

Einsatzkräften zufolge wurden im Einkaufszentrum LynnMall sechs Menschen verletzt, vier davon schwer. Drei der sechs Verletzten schwebten laut Ardern nach dem Anschlag in Lebensgefahr. Der Angreifer wurde nach Polizeiangaben binnen 60 Sekunden von Sicherheitskräften erschossen. Dies war auch deshalb möglich, weil der Mann aus Sri Lanka den Behörden seit 2016 bekannt gewesen sei und unter Beobachtung gestanden habe, erklärte Ardern.

Jacinda Ardern, Premierministerin von Neuseeland: Die Verantwortung liege beim Täter, nicht beim Glauben, so Ardern. (Quelle: Reuters/Robert Kitchin)Jacinda Ardern, Premierministerin von Neuseeland: Die Verantwortung liege beim Täter, nicht beim Glauben, so Ardern. (Quelle: Robert Kitchin/Reuters)

Ardern: "Weiß, dass wir alles getan haben, was wir konnten"

Neuseeländischen Medienberichten zufolge war der Angreifer 32 Jahre alt und im vergangenen Jahr wegen der Planung eines Anschlags beschuldigt worden. Vor Gericht hätten die Vorwürfe jedoch keinen Bestand gehabt, weil die Planung eines Anschlags nach geltendem neuseeländischen Recht keine Straftat darstellt. Schuldig befunden wurde der Mann demnach lediglich wegen des Besitzes von Propaganda mit IS-Bezug.

Dass der Anschlag trotz der bekannten Gefahr, die von dem Täter ausgegangen sei, nicht habe verhindert werden können, sei bestürzend, sagte Ardern. "Ich weiß, dass wir alles getan haben, was wir konnten", unterstrich sie. Zugleich kündigte sie eine Untersuchung des Vorfalls an. Zudem habe die Regierung einen Entwurf für ein neues Anti-Terror-Gesetz erarbeitet. Dieses müsse aber noch dem Parlament vorgelegt werden.

Polizei und Rettungskräfte vor dem Supermarkt: Bei einem Messerangriff verletzte ein Mann sechs Menschen in einem Vorort von Auckland. (Quelle: AP/dpa/Alex Burton)Polizei und Rettungskräfte vor dem Supermarkt: Bei einem Messerangriff verletzte ein Mann sechs Menschen in einem Vorort von Auckland. (Quelle: Alex Burton/AP/dpa)

Polizeichef Andrew Coster sagte, dass nach derzeitigem Erkenntnisstand keine weitere Gefahr für die Öffentlichkeit bestehe. Die beteiligten Beamten hätten getan, was "in dieser Situation von ihnen erwartet wird, und sie haben es mit großem Mut getan". Selbst bei einer Rund-um-die-Uhr-Überwachung sei es "nicht möglich, in jedem Augenblick sofort an der Seite" des Verdächtigen zu sein, unterstrich er.

Ardern: Tat war "verabscheuungswürdig"

"Was heute passiert ist, war verabscheuungswürdig, es war hasserfüllt, es war falsch", sagte Ardern. Dahinter stecke kein Glauben, sondern "eine Ideologie, die hier von niemandem unterstützt wird". Laut Ardern sei der Täter von der islamistischen Terrororganisation IS inspiriert gewesen.

Den Angaben zufolge soll der Mann die Tatwaffe in dem Supermarkt gekauft haben, bevor er mit dem Messer auf Anwesende losging. Die Supermarktkette Countdown, zu der LynnMall gehört, teilte mit, das Management sei wegen des Vorfalls "am Boden zerstört".

In Neuseeland sind die Sicherheitsbehörden in erhöhter Alarmbereitschaft, seit ein Rechtsextremist im März 2019 in zwei Moscheen der Stadt Christchurch 51 Menschen getötet hat. Premierministerin Ardern sagte, es sei unklar, ob es sich bei der jüngsten Attacke um einen Racheakt gehandelt habe. Der Täter allein trage die Verantwortung, nicht ein Glaube.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, AFP

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