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Tierschützer sahen keine Vernachlässigung bei Chico

Kampfhundattacke in Hannover  

Tierschützer sahen keine Vernachlässigung bei Chico

05.04.2018, 20:08 Uhr | dpa, dru

. Staffordshire-Terrier-Mischling Chico: Der Hund soll seine 27 und 52 Jahre alten Besitzer in ihrer Wohnung in Hannover getötet haben. (Quelle: dpa/Holger Hollemann)

Staffordshire-Terrier-Mischling Chico: Der Hund soll seine 27 und 52 Jahre alten Besitzer in ihrer Wohnung in Hannover getötet haben. (Quelle: Holger Hollemann/dpa)

Wie konnte es zu der dramatischen Kampfhundattacke in Hannover kommen? Und warum legten sich die Halter ein derart gefährliches Tier zu? Das Unglück wirft viele Fragen auf.

Nach der tödlichen Kampfhundattacke in Hannover geht die Suche nach den Ursachen der Tragödie weiter. Der Tierschutzverein erklärte am Donnerstag, er habe keine Anzeichen für eine Vernachlässigung des Kampfhundes gesehen. Mitarbeiter hätten die betroffene Familie in den vergangenen Jahren zwei Mal besucht, nachdem Nachbarn 2014 und 2016 gemeldet hatten, dass das Tier wohl in einem Zimmer eingesperrt sei, ständig belle und auf dem Balkon sein Geschäft mache.

Tatsächlich hätte der Hund beim Besuch der Tierschutz-Inspektorin laut gebellt und sei weggesperrt worden, das sei aber nicht ungewöhnlich, so der Geschäftsführer des Tierschutzvereins Hannover, Heiko Schwarzfeld. "Der Hund zeigte damals keine Anzeichen von Vernachlässigung."

Kampfhund sollte Familie schützen

Das Tier soll am Dienstag eine 52-Jährige und ihren 27-jährigen Sohn in der gemeinsamen Wohnung totgebissen haben. Warum sich die halbseitig gelähmte Frau und ihr schwer kranker Sohn einen Staffordshire-Terrier zulegten, warf zunächst Fragen auf. Laut einem "Bild"-Bericht sollte das Tier dem Schutz der beiden vor dem Ex-Ehemann der Mutter dienen.

Lezime K. sei 2005 von ihrem damaligen Mann mit einer Axt attackiert und lebensgefährlich verletzt worden. Anschließend sei sie ein Pflegefall gewesen. Der Ehemann wurde wegen versuchten Totschlags zu zehn Jahren Haft verurteilt. Als er 2012 vorzeitig aus dem Gefängnis kam, hätte sich Lezime K. den Kampfhund zugelegt.

Wird Kampfhund Chico eingeschläfert

Die Stadt Hannover muss nun darüber entscheiden, ob Kampfhund Chico eingeschläfert wird. Derzeit ist der Hund im Tierheim, sein Sozialverhalten sei hundegemäß, sagt Tierheim-Chef Schwarzfeld. Ein Veterinärmediziner der Stadt werde das Tier begutachten, wenn das Obduktionsergebnis feststeht, sagte Stadtsprecher Udo Möller.

Nach einer ersten Untersuchung eines Rechtsmediziners starben Mutter und Sohn am Dienstagabend infolge der Hundeattacke. Die Staatsanwaltschaft Hannover ordnete eine Obduktion der Leichen an, um die genauen Todesumstände aufzuklären. Deren Ergebnis wird frühestens am Freitag erwartet.

Verwendete Quellen:

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