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So sah die gek├Âpfte K├Ânigin vor ihrem Ende aus

t-online, Angelika Franz

02.03.2018Lesedauer: 4 Min.
Maria Stuart und ihr erster Ehemann Franz II. in jungen Jahren: 1587 lie├č die englische K├Ânigin Elizabeth I. ihre schottische Rivalin hinrichten.
Maria Stuart und ihr erster Ehemann Franz II. in jungen Jahren: 1587 lie├č die englische K├Ânigin Elisabeth I. ihre schottische Rivalin hinrichten. (Quelle: imago)
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In einer v├Âllig verungl├╝ckten Hinrichtung wurde die schottische K├Ânigin Maria Stuart 1587 enthauptet. Jetzt entdeckte eine Forscherin eine letzte Hinterlassenschaft der Monarchin.

Bis zum letzten Atemzug klammerte sie sich an ihre W├╝rde. Als Maria Stuart, K├Ânigin von Schottland, am Morgen des 8. Februar 1587 hingerichtet werden soll, schreitet sie aufrecht zum Schafott. Die englische Herrscherin Elisabeth I. hat ihren Tod befohlen wegen Hochverrats. Mit einem milden Nicken nimmt Maria Stuart die Entschuldigung des Scharfrichters entgegen, der ihr gleich mit dem Beil den Kopf abschlagen wird ÔÇô ein ├╝blicher Austausch von Floskeln vor einer Hinrichtung.

W├Ąhrend Maria den Kopf auf den Richtblock legt, die Wange gegen das harte Holz gepresst, die Arme weit zur Seite gestreckt, rezitiert die gl├Ąubige Katholikin immer und immer wieder ihr letztes Mantra: "In deine H├Ąnde, o Herr, befehle ich meinen Geist." Der Anblick von so viel W├╝rde bringt die H├Ąnde des Scharfrichters zum Zittern. Er verfehlt den Hals der K├Ânigin.

Keine Hinrichtung, sondern eine Schlachtung

Auch der zweite Schlag trifft nicht voll sein Ziel, immer noch h├Ąngt Marias Haupt am zuckenden K├Ârper. Er muss am Ende die Beilschneide als Messer benutzen, um die letzten Sehnen durchzutrennen. Das Publikum h├Ąlt den Atem an ÔÇô dies ist keine Hinrichtung, es ist eine Schlachtung. Als der Kopf endlich zu Boden rollt und der Scharfrichter sein Werk pr├Ąsentieren will, l├Âst sich die Per├╝cke mit den ├╝ppigen rotbraunen Locken. Heraus kullert ein Sch├Ądel, an dem nur noch d├╝nne, graue Str├Ąhnen kleben. Marias W├╝rde ist nun vollends dahin.

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Ein St├╝ck davon fand allerdings j├╝ngst die Kunsthistorikerin und Restauratorin Caroline Rae wieder, als sie im Auftrag des Londoner Courtauld Institute of Art das Portr├Ąt des schottischen Kanzlers Sir John Maitland untersuchte. Unter dem Konterfeit Maitlands entdeckte die Forscherin die ├╝bermalten Z├╝ge Maria Stuarts ÔÇô voller W├╝rde und ungebrochen. Der K├╝nstler begann das Portr├Ąt der schottischen K├Ânigin vermutlich, w├Ąhrend sie in England in Haft sa├č. Es ist ein letzter Blick auf die stolze Frau, die Maria versuchte, zu sein.

Wie ein Geist

Nach ihrer Hinrichtung gab der Maler sein Vorhaben auf, ├╝bermalte die teure Leinwand und nutzte sie statt dessen f├╝r das Gem├Ąlde von Sir John Maitland. Das Bild von Maria Stuart, das Rae mit Hilfe von R├Ântgentechnik wieder sichtbar machen konnte, lugt wie ein Geist aus den Z├╝gen des Kanzlers hervor.

Eigentlich zeigt dieses Bild den schottischen Kanzler Sir John Maitland. Unter den ├Ąu├čeren Farbschichten kommt jemand anderes zum Vorschein.
Eigentlich zeigt dieses Bild den schottischen Kanzler Sir John Maitland. Unter den ├Ąu├čeren Farbschichten kommt jemand anderes zum Vorschein. (Quelle: National Trust Images)

M├Âglich machte die Entdeckung das Bleihydroxidkarbonat, das die K├╝nstler im 16. Jahrhundert f├╝r wei├če Farbe verwendeten. Die bleihaltige chemische Verbindung erscheint auf R├Ântgenaufnehmen klar und deutlich. Mit diesem sogenannten Bleiwei├č skizzierte der Maler Marias Gesicht, Kleidung und H├Ąnde. Ihre Gesichtsz├╝ge waren bereits fast fertig gestellt, als er sein Projekt aufgab, ebenso die Kopfbedeckung und die rechte Hand. Schon lange hatten sich die Kunsthistoriker gefragt, warum bei dem qualitativ ansonsten hochwertigen Portr├Ąt Sir John Maitlands der Hut und der Kragen des Kanzlers so merkw├╝rdig schief sa├čen.

"Sicherheitsverwahrt" von der eigenen Cousine

Die Antwort ist ganz einfach: Er tr├Ągt die umgearbeitete Kleidung der schottischen K├Ânigin auf. Der K├╝nstler, der Maria als letzter portr├Ątierte, war vermutlich Adrian Vanson. Der Holl├Ąnder arbeitete als Hofmaler f├╝r Jakob VI., Marias Sohn, w├Ąhrend diese bereits in England in Haft sa├č, sicherheitsverwahrt von ihrer eigenen Cousine Elisabeth I. Als Hofmaler war Vanson an Edinburgh gebunden, wahrscheinlich konnte er Maria nie selber im Gef├Ąngnis besuchen.

Wie ein Geist: R├Ântgenstrahlen enth├╝llen, dass der Maler urspr├╝nglich Maria Stuart portr├Ątierte
Wie ein Geist: R├Ântgenstrahlen enth├╝llen, dass der Maler urspr├╝nglich Maria Stuart portr├Ątierte (Quelle: National Trust Images)

Das musste er allerdings auch nicht, denn als Vorlage f├╝r Portr├Ąts konnten damals Miniaturen dienen - kleine, handliche Bildchen, die oft als Andenken oder auch Versprechen herumgetragen wurden. Zwei dieser Miniaturen von Maria fertigte Vansons Kollege Nicholas Hilliard an, als er die K├Ânigin 1578 im Gef├Ąngnis besuchte. Sie zirkulierten am schottischen Hof, als Vanson 1579 seine Arbeit dort aufnahm.

Wiederholungst├Ąterin

Sein gro├čes Portr├Ąt von Maria Stuart beginnt der niederl├Ąndische Maler wahrscheinlich im Sommer 1586. Doch kaum hat er damit angefangen, wird publik, dass Maria erneut in ein Mordkomplott gegen Elisabeth verwickelt ist ÔÇô bereits zum zweiten Mal. Anh├Ąnger der katholischen K├Ânigin planen, die protestantische Elisabeth zu ermorden und statt dessen Maria auf den englischen Thron zu bringen. Jakob muss sich dringend von seiner Mutter distanzieren. Denn die unverheiratete Elisabeth hat selber keine Kinder, Jakob ist ihr n├Ąchster Verwandter ÔÇô und damit ihr Erbe.

Will er nach ihrem Tod sowohl Schottland als auch England regieren, darf er es sich nicht mit der strengen englischen Monarchin verscherzen: keine Sympathiebekundungen f├╝r Maria mehr, keine netten Briefe an seine Mutter, keine sch├Ânen Bilder. Vansons begonnenes Portr├Ąt wandert zun├Ąchst in eine Ecke. Bis er 1588 eine Leinwand braucht, um Jakobs' Kanzler Maitland zu malen. In Marias Kragen setzt er den Hals des Kanzlers, ihre rechte Hand wird zu seiner. Nur das Gesicht l├Ąsst sich beim besten Willen nicht f├╝r Maitlands Z├╝ge nutzen. Vanson l├Ąsst den Kanzler am Ende in die andere Richtung blicken als die K├Ânigin.

Ein Teil ihrer W├╝rde

"Die Entdeckung dieses verborgenen Portr├Ąts von Maria, K├Ânigin von Schottland, ist eine aufregende Offenbarung", freut sich Rae. "Nicht nur, weil wir dadurch mehr Wissen ├╝ber die Entstehung und Verbreitung von Maria Stuart-Portr├Ąts im 16. Jahrhundert sammeln k├Ânnen. Sondern auch, weil sie hilft, Adrian Vanson besser zu verstehen: einen niederl├Ąndischen K├╝nstler, der in das Schottland von Jakob VI. auswandert und dort rasch zum Hofmaler aufsteigt."

Zumindest einen Teil ihrer W├╝rde bekam Maria Stuart am Ende so doch zur├╝ck. 1612, neun Jahre nach Elisabeths Tod, l├Ąsst James die sterblichen ├ťberreste seiner Mutter nach London in die Westminster Abbey ├╝berf├╝hren. Er gew├Ąhrt ihr ein Grab, das einer englischen K├Ânigin w├╝rdig ist: in der Kapelle ihres Urgro├čvaters Heinrich VII., direkt gegen├╝ber den Gebeinen ihrer Cousine.

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Von Angelika Franz
  • Marc von L├╝pke-Schwarz
Von Marc von L├╝pke
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