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Schon gewusst: Robinson Crusoe gab es tatsächlich

Schon gewusst?  

Robinson Crusoe gab es tatsächlich

22.05.2014, 17:49 Uhr | Christina Kühnel, t-online.de

Schon gewusst: Robinson Crusoe gab es tatsächlich. Auf dieser Insel lebte der echte Robinson Crusoe für vier Jahre. (Quelle: imago/blickwinkel)

Auf dieser Insel lebte der echte Robinson Crusoe für vier Jahre. (Quelle: imago/blickwinkel)

Fast jedes Kind kennt die Geschichte von Robinson Crusoe, der auf einer einsamen Insel strandet. Doch was wohl nur die wenigsten wissen: Den Seemann gab es tatsächlich - nur hieß er im wahren Leben Alexander Selkirk. Dessen abenteuerliche Geschichte gilt weithin als Vorlage für den legendär gewordenen Roman "Robinson Crusoe", den Daniel Defoe im Jahr 1719 schrieb.

Selkirk war ein streitsüchtiger schottischer Seemann, der 1704 nach Ärger mit seinem Kapitän auf der Insel Más A Tierra vor der chilenischen Küste ausgesetzt wurde. Dort lebte er vier Jahre und vier Monate in völliger Einsamkeit. Er überlebte, indem er Fische fing, wilde Ziegen jagte und Früchte sammelte. Selkirk litt schwer unter der Isolation, fand aber Trost in der Bibel und war in erstaunlich gutem psychischem Zustand, als er 1709 endlich gerettet wurde.

Kapitän Woodes Rogers, dessen Schiff Selkirk aufgegriffen hatte, schrieb anschließend ein Buch, in dem er auch von Selkirks Schicksal berichtete. Außerdem zeichnete der Schriftsteller Richard Steele Selkirks Geschichte für seine Zeitschrift "The Englishman" auf - und dieser Bericht soll Defoe als Inspiration gedient haben. Angeblich soll der Autor den Schiffbrüchigen sogar selbst getroffen haben.

Zahlreiche Unterschiede zwischen Selkirk und Crusoe

Allerdings gibt es durchaus auch zahlreiche Unterschiede zwischen dem echten und dem literarischen Robinson Crusoe. Unter anderem verbrachte Defoes Romanfigur 28 statt lediglich vier Jahre auf der Insel. Dafür musste Crusoe im Gegensatz zu Selkirk nicht in völliger Einsamkeit leben: Die Romanfigur trifft nicht nur auf den bekannten Gefährten Freitag, sondern auch auf Kannibalen und einen Spanier. Darüber hinaus sind Defoes Beschreibung wesentlich detaillierter als die Vorlagen von Rogers oder Steele und illustrieren die Gedankenwelt des Gestrandeten.

Um auf die literarische Bedeutung Bezug zu nehmen und den Tourismus anzukurbeln, wurde die Insel, auf der Alexander Selkirk gestrandet war, 1966 von der chilenischen Regierung umbenannt. Seitdem heißt sie Isla Robinsón Crusoe.

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